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Genesis G70 Shooting Brake im Test: Korea-Kombi für Europa

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Von: Marcus Efler

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Mit ihm will Hyundais Edelmarke Genesis in Europa richtig ankommen: Der G70 Shooting Brake soll als formschöner Kombi überzeugen. Schafft er das?

Offenbach – Vier Modelle hat Genesis, die Edelmarke von Hyundai, binnen eines Jahres nach Europa geschickt. Doch anders als diese entstand der formschöne Sportkombi Genesis G70 Shooting Brake auch maßgeblich in Europa, genauer: in der Entwicklungszentrale in Rüsselsheim. Die wichtigsten Abstimmungsfahrten fanden denn auch auf deutschen und europäischen Straßen sowie auf der Nordschleife des Nürburgrings statt – immer im Vergleich mit den etablierten Wettbewerbern seiner Klasse wie Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse.

Optisch macht das Kombi-Coupé schon einiges her. Die Front mit der langgezogenen Motorhaube und den kurzen Überhängen zeigt die markentypischen Doppel-LED-Streifen. Bis zur B-Säule entspricht der Shooting Brake noch weitgehend der Limousine. Von da an neigt sich das Dach dynamisch dem Heck entgegen. Über der flach stehenden Heckklappe läuft das Dach in einem großen, in die Linienführung integrierten Dachkantenspoiler aus. (Hyundai in luxuriös: Edelmarke Genesis startet bei uns, spart aber am Wichtigsten)

Genesis G70 Shooting Brake im Test: Das kann der Kombi für Europa

Am Heck finden sich die charakteristischen Quad-Leuchten bis in die Heckklappe. Die dritte Bremsleuchte erstreckt sich über die gesamte Breite des Dachspoilers. „Athletic Elegance“ hat Genesis‘ Marketing die Linienführung getauft. In der Tat wirkt der G70 Shooting Brake nicht nur von der Seitenansicht sportlich und elegant.

Genesis G70 Shooting Brake, fahrend
Für den europäischen Geschmack: Das Design des Genesis G70 Shooting Brake gefällt. © Genesis

Bei heftigem Regen sorgt die Wölbung des Daches allerdings dafür, dass Wasser bei geöffneter Tür ins Wageninnere laufen kann. Innen gibt es reichlich Platz bis in den Fond. Auch hier zeigt der Genesis mit edel wirkende Materialien und erstklassiger Verarbeitung samt roten Ziernähten seinen Premiumanspruch. (Genesis GV70 im Test: Kann das Edel-SUV gegen Audi, BMW und Mercedes bestehen?)

Genesis G70 Shooting Brake im Test: Der hochwertige Innenraum überzeugt

Das Cockpit ist dem Fahrer zugewandt und verfügt über zwei Displays. Die digitalen Instrumente hinter dem Lenkrad sind funktional und informativ. Als praktisches Gimmick werden in die Rundinstrumente links und rechts von der Kilometeranzeige die Bilder von zwei Kameras in den Außenspiegeln eingeblendet, sobald man den Blinker betätigt. Dazu gibt’s den üblichen Touchscreen für die Fahrzeugeinstellungen, Infotainment und Navigation. Das Navi lässt sich zwar einfach bedienen, ist aber nicht unbedingt das zuverlässigste – bei unseren Testfahrten in Portugal führte es ein paar Mal in die Irre und nicht wieder raus. Immerhin: Für die wichtigsten Einstellungen, zum Beispiel der Klimaanlage, sind „richtige“ Knöpfe da.

Genesis G70 Shooting Brake, Heckansicht
Auch die Heckansicht des G70 Shooting Brake überzeugt. © Genesis

Schon nach den ersten Kilometern hat man das sanft schaltende Getriebe schätzen gelernt. Das Multifunktions-Lenkrad liegt gut in den Händen, ist vom Kraftaufwand her gerade richtig und vermittelt guten Kontakt zur Straße. Neben den in dieser Klasse üblichen Assistenzfunktionen bietet der Genesis auch ein paar nicht so verbreitete Features: Wer etwa einen Parkservice nutzt, der kann über den Valet-Modus verhindern, dass persönliche Daten auf dem Infotainment-Bildschirm erscheinen. (Genesis Electrified GV70: Hyundais Edelmarke greift Stromer von BMW und Audi an)

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Interieur des Genesis G70 Shooting Brake
Das Interieur wirkt hochwertig und ist gut verarbeitet. © Genesis

Genesis G70 Shooting Brake im Test: Diesel und Benziner, aber keine E-Motoren

Genesis bietet den Shooting Brake wahlweise mit längs eingebautem Turbo-Vierzylinder-Diesel- oder -Benzinmotor an, die mit Heck- oder Allradantrieb kombiniert werden können. Der Diesel hat 2,2 Liter Hubraum und bringt es auf 200 PS Leistung sowie ein maximales Drehmoment von 440 Nm. Das reicht bei 1,8 Tonnen Leergewicht für eine Beschleunigung von 7,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Als offiziellen Verbrauch gibt Genesis beim Diesel 6,8 Liter auf 100 Kilometer an. Real kann man getrost noch mindestens einen Liter darauflegen. Den Benziner mit Direkteinspritzung gibt es in zwei Leistungsstufen mit 195 PS und 245 PS. Beide Male liegt das maximale Drehmoment bei 353 Nm. Der stärkere Benziner schafft es in 6,4 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 235 km/h. Elektrifizierte Modelle sind nicht im Angebot, die Stromer-Offensive von Genesis beginnt erst noch.

Genesis G70 2.2 l Diesel AWD Shooting Brake
Motor/Getriebe/Antrieb2,2l-Vierzylinder-Diesel/8-Gang-Automatik/Heck
Leistung/Drehmoment147 kW (200 PS) / 440 Nm bei 1.750 – 2.750 U/min
Vmax/0–100 km/h225 km/h / 7,7 s
Länge/Breite/Höhe4,69/1,85/1,50 m
Ladevolumen465 – 1.535 l
Leergewicht1.717 kg
Normverbrauch/CO2-Emission6,8 l/100 km / 177 g/km
Preis42.700 Euro

Auf der Straße bringen alle Motorisierungen den Sportkombi souverän voran, sorgen auch beim Überholen und bei der Auffahrt auf die Autobahn für ein sicheres Gefühl. Wenn man die Wahl hat: Der Diesel ist ein wenig direkter in der Gasannahme. Leise laufen beide Antriebe, Motorvibrationen sind so gut wie nicht zu spüren. Das Fahrwerk ist komfortabel, mitunter etwas hart ausgelegt. Ansonsten: Präzise um die Kurven, wenig Seitenneigung, kaum Lenkkorrekturen auf langen Geraden, griffige Bremsen – passt. Per Knopfdruck lässt sich zwischen vier Fahrmodi wählen, allerdings fallen die Veränderungen an Lenkung, Stoßdämpfer, Schaltcharakteristik oder Charakteristik des Gaspedals eher dezent aus.

Genesis bietet den G70 Shooting Brake in drei Modelllinien und mit vier zusätzlichen Ausstattungspaketen an. Einstiegsmodell ist dabei der 195 PS starke Benziner, der mit Heckantrieb ab 40.300 Euro kostet. Der günstigste Diesel, ebenfalls mit Heckantrieb, kostet ab 42.700 Euro. Wer Allradantrieb will, muss rund 50.000 Euro investieren. Auch bei den Preisen hat Genesis bei den deutschen Premiummarken gelernt. (Jürgen Wolff, press-infom)

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