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Ford S-Max Hybrid im Test: Darum ist der klassische Van die beste SUV-Alternative

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Von: Marcus Efler

Es muss nicht immer SUV sein: Vor allem in einer Disziplin bietet ein klassischer Van wie der Ford S-Max deutlich mehr. Den gibt es jetzt auch mit Hybrid-Antrieb.

Köln – Bye bye, Vans. Die Raumschiffe werden selten auf unseren Straßen. Warum eigentlich? Weil man nicht ganz so hoch sitzt wie in einem Crossover? Weil die Optik nicht ganz so hip ist? Im Gegenzug bieten klassische Familienkreuzer wie der Ford S-Max aber jede Menge Vorteile. Das geht schon beim Einstieg los, die nicht zur Kletterpartie mutiert, und hinten per Schiebetür ebenfalls ganz locker abläuft. (Neuer VW T7 Multivan: Der Kleinbus hat in jeder Disziplin zugelegt)

Ford S-Max Hybrid im Test: Darum ist der klassische Van die bessere SUV-Alternative

Also rein in den Ford S-Max, der jetzt mit einem Vollhybrid-System ausgestattet ist. Der Antriebsstrang besteht aus einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, der im spritsparenden Atkinson-Zyklus werkelt. Dazu kommt ein Elektromotor, der seine Energie aus einem Akku mit 1,1 Kilowattstunden bezieht. Obwohl kein Plug-in, der an der Steckdose geladen werden kann, erlaubt der Van für kurze Strecken sogar das pure Stromern. Dann ertönt auch der mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Warnton.

Ford S-Max FHEV, fahrend
Kann auch flott: Der Ford S-Max FHEV. © Thomas Starck/Ford

Ford S-Max Hybrid im Test: Automatik mit simulierten Gängen

Komplettiert wird die Antriebseinheit durch ein stufenloses CVT-Getriebe. Dieses Prinzip ist nicht unbedingt bekannt für sportlich knackige Fahrstufenwechsel, das konzeptbedingte kontinuierliche Anpassen der Getriebeübersetzung führt zu dem oft erwähnten akustischen „Kaugummi-Effekt“. Dem wirkt Ford bei seinem selbst entwickelten Getriebe mit künstlich gesetzten Schaltpunkten entgegen, das Fahren wirkt dank der gewohnten Geräuschkulisse dementsprechend geschmeidig. Die Elektrounterstützung hilft beim Beschleunigen, das entspannte Gleiten passt wirklich gut zum S-Max FHEV: geht man vom Gas, „segelt“ der 4,80 Meter lange Van mit abgeschaltetem Motor. (Ex-Arbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger – der Grund gibt Rätsel auf)

Das Fahrwerk ist eher komfortabel abgestimmt. Also eignet sich der S-Max vor allem für lange Strecken, und der Durchschnittsverbrauch von 6,5 Liter pro 100 Kilometer belastet auch die Reisekasse nicht zu sehr. Dass man mit dem elektrifizierten S-Max auch flott unterwegs sein kann, zeigen die Sprintzeit von null auf 100 km/h in 9,8 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. (VW ID.Buzz: Volkswagens Elektro-Bus startet 2022 – mit mehreren Varianten)

Interieur des Ford S-Max FHEV
Nicht der letzte Schrei, aber ganz ok: Das Cockpit des Ford S-Max FHEV. © Thomas Starck

Ford S-Max Hybrid im Test: Auf Wunsch mit drei Sitzreihen

Bequem kann man es sich hinter dem Lenkrad ohnehin machen, die 18-fach verstellbaren Sitze sind von der Aktion „Gesunder Rücken“ zertifiziert, kühlen, heizen und massieren auf Wunsch. Per Fernentriegelung im Kofferraum klappen die Lehnen der Rückbank um, was dann eine ebene Ladefläche ergibt, auf der auch sperrige und lange Gegenstände verstaut werden können. Das Volumen des Gepäckabteils beträgt bei zwei Sitzreihen 700 Liter, oder 285 Liter bei derer drei. Liegen die Lehnen flach, wächst das Volumen auf üppige 2.020 Liter: So viel hervorragend nutzbaren Raum bietet kaum ein SUV in vergleichbarer Größe. (Nissan Office Pod Concept: Japaner stellen Homeoffice-Van vor – so funktioniert das rollende Büro)

Technische Daten Ford S-Max FHEV
Motor/Getriebe/Antrieb2,5l-Vierzylinder-Benziner Hybrid/stufenlos/Front
Leistung/Drehmoment140 kW (190 PS)/200 Nm bei 4.500 U/min
Länge/Breite/Höhe4,80/1,92/1,68 m
Kofferraumvolumen285 – 2.020l
Vmax/0–100 km/h185 km/h / 9,8 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß6,5 l/100 km / 149 g/km
Preis42.100 Euro

Ein 10-Zoll-Bildschirm zeigt virtuelle Rundinstrumente, während die Kommandozentrale des Infotainments mit zwei Zoll weniger in der Bildschirm-Diagonale auskommen muss. Auch wenn die Grafik der Menüs und des Navigationssystems nicht so opulent und detailreich sind wie bei deutschen Wettbewerbern, kommt man mit dem Ford-System gut klar – zumal das Smartphone per Apple CarPlay und Android Auto eingebunden werden kann. (Apple iCar soll 120.000 Euro kosten – sieht so das Ende der deutschen Autoindustrie aus?)

Ford S-Max Hybrid im Test: Das Navi ist nicht gerade neuester Technik-Stand

Allerdings könnte so mancher Hebel und Schalter wertiger wirken. Bei den Assistenten kann der Ford S-May FHEV dagegen durchaus mit der Konkurrenz mithalten: Ein Toter-Winkel-Assistent ist ebenso an Bord wie ein Stau-Assistent mit Sto-and-Go-Funktion oder ein Fahrspur-Helfer. Das ganze Hybrid-Paket kostet mindestens 42.100 Euro, aber der Preis kann bei der Luxus-Variante „Vignale“ um 9.800 Euro steigen. Der konkurrierende VW Sharan beginnt mit 150 PS für 41.315 Euro – ohne Hybrid. Also ist der elektrifizierte Ford S-Max durchaus einen Blick wert. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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