Nachgeschärft

Ford Fiesta ST Edition im Test: Macht richtig Spaß, doch der Innenraum zeigt Schwächen

Ein blauer Ford Fiesta ST Edition
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Das Sportfahrwerk des Ford Fiesta ST Edition wurde auf der Nürburgring-Nordschleife entwickelt.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Beim sportlichen Fiesta ST legt Ford mit einem Editionsmodell noch eine Schippe drauf. Fahrspaß ist garantiert, doch der Innenraum hat ein paar Schwächen.

Köln – Eines gleich vorweg: Das Editionsmodell beinhaltet leider keinen Leistungsnachschlag, weshalb der kleine Kölner nach wie vor mit 147 kW (200 PS) auskommen muss, die der 1,5 Liter große Dreizylinderturbo mit markantem Terzettklang generiert. Statt der erhofften Mehrleistung bietet der Ford Fiesta ST Edition mit seinem maximalen Drehmoment von 290 Nm ab 1.400 U/min aber nicht nur einige optische Dreigaben, sondern auch ein Sportfahrwerk, das speziell auf der Nordschleife des Nürburgrings entwickelt wurde. So wurde ein in Zug- und Druckstufe einstellbares Gewindefahrwerk verbaut, das intelligent mit den drei Fahrprogrammen des Fronttrieblers kombiniert ist, die sich direkt am Lenkrad schalten lassen. Aus dem Stand beschleunigt der Ford Fiesta ST Edition in 6,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Dank Zylinderabschaltung und der Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung ist der Normverbrauch mit 6,6 Litern auf 100 Kilometern allemal akzeptabel für derart viel Dynamik. (Suzuki Swift Sport im Test: Mehr Spaß trotz weniger Leistung – kann das klappen?)

Ford Fiesta ST Edition im Test: Ein echter Spaßmacher – aber mit Schwächen im Innenraum

Das bedeutet jede Menge Fahrspaß für 32.000 Euro, obwohl der sportlichste aller Ford Fiesta wie sein Konkurrent Toyota Yaris GR auf einen Allradantrieb verzichtet. Die Kölner bieten für den Ford Fiesta ST Edition zwar auf Wunsch ein mechanisches Sperrdifferenzial von Quaife an, doch die starken Antriebskräfte im Steuer lassen sich bei schneller Kurvenfahrt oder engagiertem Beschleunigen nicht überspielen. Doch sonst kann man dem Fiesta ST Edition fahrdynamisch nicht viel vorwerfen. Er ist sportlich bis hart und legt sich allzu gerne ohne Nicken oder Wanken in die Kurve, wenn man ihn auf Landstraße oder Rennstrecke härter als gewöhnlich rannimmt. Die einstellbaren Doppelrohr-Stoßdämpfer sind dabei an kürzere Sportfedern gekoppelt, die den Fahrzeugschwerpunkt senken und die Bodenfreiheit an der Vorderachse um 15 und an den Hinterrädern um 10 Millimeter reduzieren. Jede Kurve wird zu einem wahren Vergnügen – gerade wie nicht nur der direkt angebundene Vorderwagen, sondern auch das agile Hinterteil des Kölners mitspielt und die Kehren lustbringend ausdreht. (Ford Puma ST: Aus nur drei Zylindern holt Ford diese beeindruckende PS-Zahl)

Die optischen Unterschiede zwischen dem Ford Fiesta ST Edition und dem Serien-ST sind marginal.

Ford Fiesta ST Edition im Test: Die Lenkung ist nichts für einen Langstreckentrip

Die mitteilungsfreudige Lenkung ist dabei alles andere als leichtgängig und messerscharf. Nichts für den entspannten Langstreckentrip zwischen München und Köln auf einer entsprechenden Autobahnpassage mit Höchstgeschwindigkeit, aber perfekt für den ambitionierten Wochenendausflug, wenn es allein und ohne Restriktionen in die Eifel oder die Berge geht. Die Fahrwerks-Charakteristik des knapp 1,3 Tonnen schweren Ford Fiesta ST Edition profitiert darüber hinaus von den speziellen Achsschenkeln und der direkten 12:1-Lenkübersetzung. Die Hochleistungs-Bremsanlage setzt bei Verzögerungen auf belüftete 278-Millimeter-Scheiben vorn und Bremsscheiben mit einem 253-Millimeter-Durchmesser für die Hinterräder, die für vertrauenswürdige Verzögerungen sorgen. (Rasantes Schnee-Duell: Fiat Panda 4x4 gegen Ferrari SF90 Stradale – wer liegt vorn?)

Das viele Hartplastik an der Mittelkonsole lässt den Ford Fiesta ST Edition innen nicht unbedingt wertig wirken.

Ford Fiesta ST Edition im Test: Die Sportsitze bieten sehr guten Seitenhalt

Optisch unterscheidet sich der 4,07 Meter lange Ford Fiesta ST Edition dabei nur marginal vom Serien-ST. Der obligatorische Dreitürer rollt auf schicken, druckgewalzten 18-Zoll-Felgen im Zehn-Speichen-Design, die im Vergleich zum Serienradsatz zwei Kilogramm ungefederte Massen einsparen. Exklusiv ist der kleine Spaßmacher in Nitroblau lackiert und hebt sich mit hochglänzend schwarzen Karosserieelementen ab. Im Innenraum gibt es Applikationen im Kohlefaserlook, blauen Ziernähten und ein neues Sportlenkrad, das über separate Tasten den direkten Wechsel auf die Modi Sport und Rennstrecke ermöglicht. Wirklich wertig wirkt der Innenraum jedoch gerade an Mittelkonsole und den Türtafeln mit viel Hartplastik trotz der der schicken Instrumente und des zentralen Multifunktionsbildschirms nicht. Die Sportsitze bieten für engagierte Kurvenräuber jedoch den rechten Seitenhalt.

Technische Daten Ford Fiesta ST Edition
Motor/Getriebe/Antrieb1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Turboaufladung, Sechsgang-Handschaltung, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment147 kW (200 PS) / 290 Nm ab 1.400 U/min
Vmax/0–100 km/h230 km/h / 6,5 s
Leergewicht1.262 kg
Ladevolumen269 – 1.093 Liter
CO2-Ausstoß149 g/km
AbgasnormEuro 6d
Preis32.000 Euro

„Dass der Ford Fiesta ST unter den sportlichen Kleinwagen mit seiner Agilität herausragt, ist bekannt. Mit dem einstellbaren Fahrwerk lassen sich die Handling-Eigenschaften nun gezielt optimieren“, betont Stefan Münzinger, Manager Ford Performance in Europa. „Druckstufe und Zugstufe sowie die Fahrhöhen – und damit die Bodenfreiheit – können unabhängig voneinander eingestellt werden. Damit kann das Fahrerlebnis den individuellen Wünschen beziehungsweise dem jeweiligen Einsatz-Zweck entsprechend angepasst werden.“ (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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