Mit 48-Volt-Technik

Ford Fiesta mit Mildhybrid im Test: Kleiner Spaßmacher zum fairen Preis

Fahraufnahme eines Ford Fiesta
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Den Ford Fiesta gibt’s nun auch mit einem 48-Volt-Mildhybridantrieb.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ford hat dem Fiesta einen Mildhybrid-Antrieb verpasst. Das Ergebnis überzeugt auf der Straße – und auch der Preis ist relativ fair.

Köln – Was die Autohersteller ein wenig blumig „48-Volt-Mildhybridantrieb“ nennen, ist eigentlich eine Weiterentwicklung des Start-Stopp-Systems. Bei Ford sieht das im Detail nicht anders aus als bei einem Großteil der Konkurrenz: Anstelle eines gewöhnlichen 12-Volt-Anlassers kommt ein besonders leistungsstarker Riemenstarter-Generator zum Einsatz, der mit der vierfachen Spannung arbeitet und den Motor nicht nur beim Starten in Schwung bringt, sondern ihn auch beim Anfahren oder Beschleunigen mit zusätzlicher Kraft unterstützt. Außerdem führt die stärkere Auslegung des Generators zu einem erheblichen Effektivitäts-Plus bei der Bremskraftrückgewinnung. Unterm Strich soll so ein Minderverbrauch von einigen Zehntellitern stehen. Beim 92 kW (125 PS) starken „EcoBoost Hybrid“ des Fiesta liegt der Gewinn bei 0,3 bis 0,5 Litern gegenüber dem Vorgängermotor ohne E-Unterstützung. So zumindest die Theorie. 

Der kräftige Durchzug des Dreizylinders im Ford Fiesta verleitet zu einer weniger effizienten Fahrweise.

Ford Fiesta mit Mildhybrid im Test: Kleiner Spaßmacher zum fairen Preis

In der Praxis ist der Ford Fiesta kein Sparmobil. Zwar lässt sich die immerhin drittstärkste Motorvariante der Baureihe mit etwas Mühe und Zurückhaltung auch unter die Fünf-Liter-Marke drücken, doch verleiten der flotte Antritt und der kräftige Durchzug des Einliter-Motors zu einer weniger effizienten Fahrweise. Daran hat auch die präsente Abstimmung des 48-Volt-Motors ihren Anteil, die Ford seine Kunden durchaus spüren lässt. Andere Hersteller mischen ihn deutlich stärker in den Hintergrund. Wie man das als Fahrer bewertet, ist Geschmackssache. Zum straffen Fahrwerk des Fiesta und zum fröhlichen Sound seines Dreizylinders passt der zupackende Charakter des Hybridantriebs jedenfalls gut. Wer es maximal komfortabel und gediegen mag, findet sicherlich passendere Angebote. (Neuer Škoda Fabia 1.0 TSI: Darum wird der Kleinwagen seine Konkurrenz ordentlich aufmischen)

Geschmackssache ist auch, ob man die zackige Handschaltung mit sechs Gängen wählt oder lieber das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das den Normverbrauch leicht hochtreibt und zu minimal schlechteren Fahrleistungen führt. Im Gegenzug gibt es einen Komfortgewinn in stockendem Verkehr. Da das manuelle Getriebe aber wie bei Ford gewohnt knackig und präzise, die Kupplung gut dosierbar und das Gaspedal feinfühlig ist, sprechen insgesamt nicht viele Gründe für die mit einem Preisaufschlag (rund 2.000 Euro) verbundene Automatik. (Ford Fiesta crasht Lamborghini Aventador ins Heck und macht sich davon – so reagiert der Lambo-Fahrer)

Das Cockpit des Ford Fiesta ist modern und übersichtlich gestaltet.

Ford Fiesta mit Mildhybrid im Test: Gute Sicherheitsausstattung, mittelmäßiger Komfort

Abgesehen von dem 2020 eingeführten Mildhybriden, den es seit diesem Frühjahr außer mit manuellem Sechsganggetriebe auch in der Automatikvariante gibt, hat sich der Fiesta seit 2018 nicht verändert. Zu den Stärken des Fiesta zählen weiterhin sein dynamisches Fahrverhalten und die gute Sicherheitsausstattung. Zumindest die Optionsliste ist prall gefüllt und bietet vom Müdigkeitswarner bis zum Totwinkelassistent fast alles, was in dieser Klasse überhaupt zu haben ist. Bei Platzangebot und Komfort ist der Fiesta hingegen nur Mittelmaß. Hinten ist vor allem der Knieraum knapp, was den Fond trotz ausreichender Kopffreiheit schon für mittelgroß Gewachsene auf Dauer unbequem macht. Der Kofferraum fällt klassenüblich aus, Ladegut muss aber über eine recht hohe Kante gewuchtet werden. (Seltener Ford GT Mk II wird versteigert – und dürfte mehr als eine Million einbringen)

Technische Daten Ford Fiesta
Motor/Getriebe/Antrieb1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo, 6-Gang-Handschaltung, Frontantrieb
Leistung/Drehmoment92 kW (125 PS) / 210 Nm bei 1.750 U/min
Vmax/0–100 km/h200 km/h / 9,4 s
Länge/Breite/Höhe4,07 / 1,74 / 1,47 Meter
Kofferraumvolumen292 –1.093 Liter
Normverbrauch4,9 –5,9 Liter
CO2-Ausstoß112–134 g/km
Basispreis19.500 Euro

Ford Fiesta mit Mildhybrid im Test: Unterschiedliche Preise in Preisliste und auf ford.de

Relativ fair fallen die Preise für den Fiesta aus: Die gefahrene Variante gibt es laut offizieller Print-Preisliste als Dreitürer ab 19.500 Euro, in Fords Internet-Konfigurator werden jedoch einige Tausend Euro weniger aufgerufen. Eine ungewöhnliche, bei dem Kölner Hersteller aber auch in anderen Baureihen übliche Politik. Zur Ausstattung zählen in jedem Fall Klimaautomatik, Infotainmentsystem und Tempomat. Der Testwagen kam in der Ausstattungsvariante „ST Line“ mit Sportfahrwerk, 17-Zoll-Felgen und Karosserie-Styling-Kit laut Preisliste auf 24.250 Euro, 19.590 Euro waren es auf ford.de. „Unverbindliche Aktionspreisempfehlung“ nennen das die Kölner. (Von Holger Holzer/SP-X)

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