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Honda HR-V e:HEV im Test: Das taugt das alternative Hybrid-System

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Von: Marcus Efler

Elektrisch fahren ohne Stecker: Der Honda HR-V e:HEV bietet E-Mobilität mit ungewöhnlichem Ansatz – stellt deutsche Käufer aber vor ein Problem.

Frankfurt – In Sachen Elektromobilität fährt Honda eine ganz eigene Strategie. Nachdem die Japaner lange die Elektromobilität per Akku nach Kräften ignoriert hatten (was man dem weltweit größten Hersteller von Verbrennungsmotoren vielleicht nicht mal verübeln kann), brachten sie mit dem Honda e einen rundum gelungenen City-Stromer. Weitere Elektroautos sollen nun zügig folgen, bis dann im Jahr 2040 das komplette Modellprogramm aus ihnen besteht– betrieben per Akku oder Wasserstoff. (Mann verkauft Honda Integra Type R – Abschiedstour hätte er sich verkneifen sollen)

Honda HR-V e:HEV im Test: Das taugt das alternative Hybrid-System

Für die Pläne der EU-Kommission, die schon fünf Jahre früher klimaschädliche Verbrenner komplett verbieten will, kommt das möglicherweise etwas spät. Doch Europa spielt in den Plänen der japanischen Zentrale ohnehin nicht die erste Geige. Denn auf eine aktuell hier besonders beliebte Antriebsart verzichtet Honda komplett: den Plug-in-Hybrid (PHEV, Plug-in Hybrid Electric Vehicle), also den Halb-Elektriker mit Stecker und nennenswerter elektrischer Reichweite. Auch der neue HR-V e:HEV verfügt in seiner einzig lieferbaren Antriebsvariante nur über einen kleinen Akku mit etwa einer Kilowattstunde Kapazität, die gerade so einen, maximal zwei elektrische Kilometer schafft. (Neue Regeln für Plug-in-Hybride: Darum jammern die Autohersteller)

Honda H-RV e:HEV, fahrend
Mit gefälligem Design: der Honda H-RV e:HEV © Matthew Howell/Honda

Honda HR-V e:HEV im Test: Sein Prinzip ist aus dem kleinen Jazz bekannt

Trotzdem soll der Elektromotor einen großen Anteil am insgesamt 131 PS starken Antrieb leisten – während der 1,5-Liter-Benziner mit 107 PS vor allem die Batterie lädt. Er hat kein Getriebe (auch wenn Honda zur allgemeinen Verwirrung von einem „e-CVT“ spricht, was eigentlich auf ein stufenloses Getriebe hinweist), läuft meist in seinem effektivsten Drehzahlbereich und ermöglicht so einen Verbrauch von etwa fünf Litern auf 100 Kilometer.

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Honda H-RV e:HEV, fahrend
Das Heck zeigt sich im angesagten Coupé-Schnitt. © Matthew Howell/Honda

Im Grunde erinnert dieses Prinzip also den ersten Opel Ampera, dessen Sprit-Motor vor allem die Akkus lud. Moderne Diesellokomotiven arbeiten mit einem ähnlichen System, bei Autos hat es sich nicht wirklich durchgesetzt. Nur eben bei Honda, wo diese Art Hybrid schon im kleinen Jazz arbeitet. Und wie fährt nun das Kompakt-SUV HR-V? (Opel Grandland Hybrid4 im Test: Allradantrieb schaltet früh ab)

Honda HR-V e:HEV im Test: Nur selten rein elektrisch unterwegs

Rein elektrisch jedenfalls ziemlich wenig. Die typische, lautlose Kraft eines Elektromotors kann man im Honda CR-V nur selten erleben. Meist brummt der Benzinmotor deutlich vernehmbar mit – sei es, um den Akku zu laden oder um das Elektro-Aggregat zu unterstützen. Etwa bei der Beschleunigung, die mit 10,6 Sekunden auf Tempo 100 nicht berauschend, aber okay ausfällt, oder um auf der Autobahn bis zum Maximaltempo von 170 km/h zu beschleunigen. (Honda Civic als Lamborghini Aventador SVJ – dank indischem Umbau)

Interieur des Honda H-RV e:HEV
Solide und übersichtlich: das Interieur des Honda H-RV e:HEV © Honda

Honda HR-V e:HEV im Test: Leider weder Umweltprämie noch Steuerbonus

Wenn es bergauf geht oder für ein Überholmanöver alle Reserven benötigt werden, strengt sich der Verbrennungsmotor hörbar an. Der Verkehrsalltag wird genauso meist von einer wahrnehmbaren Klangkulisse begleitet. Dank seines komfortablen Fahrwerks schlägt sich der Honda sonst aber achtbar. Der Innenraum wirkt wohnlich und hochwertig und bietet auch im Fond ordentlich Platz. Digitales Kombi-Instrument, das Infotainment-System mit Smartphone-Einbindung und die Assistenzsysteme sind auf der Höhe der Zeit.

Technische Daten Honda HR-V e:HEV
Motor/Getriebe/Antrieb1,5-l-Benziner + Elektro / 1-Gang / Front
Leistung/Drehmoment96 kW (131 PS) / 131 Nm + 253 Nm
Länge/Breite/Höhe4,34 / 1,79 / 1,58 m
Vmax/0–100 km/h170 km/h / 10,6 s
Gepäckvolumen319 – 987 l
Normverbrauch/CO2-Emission5,4l/100 km / 122 g/km
Basispreis30.400 Euro

Das schlanke, straffe Design wirkt stimmig – und sportlicher, als das SUV tatsächlich ist. Als größeres Problem dürfte sich aber herausstellen, dass der mindestens 30.400 Euro teure Honda HR-V e:HEV weder Umweltprämie noch Steuerbonus für Dienstwagen bekommt und so bei vielen Hybrid-Käufern durchs Raster fällt. Die ökologischen Vorteile des kleinen Akkus – etwa ein Autogewicht, das mit 1,5 Tonnen deutlich niedriger ausfällt als das von Plug-in-Hybriden – werden dann leider zweitrangig.

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