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DS 4 E-Tense im Test: Förderung trotz geringer Reichweite – so geht‘s

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Von: Marcus Efler

Komfortabler Plug-in-Hybrid: Der DS 4 E-Tense tritt als Alternative zum deutschen Dynamik-SUV an. Trotz geringer E-Reichweite wird er gefördert.

Senlis (Frankreich) – Der DS 4 E-Tense erregt Aufsehen. Beim kurzen Stopp im mittelalterlichen Stadtkern von Senlis nördlich von Paris bleiben Passanten stehen, gehen um das heimische Kompakt-SUV herum, schieben die Unterlippe anerkennend nach vorne, ehe sie sich die Nasen an den Fensterscheiben plattdrücken. Dieser DS 4 ist der bislang ansehnlichste Vertreter der französischen Edelmarke aus dem Stellantis-Konzern: Stämmig steht der Crossover da, mit seiner vergleichsweise tiefen Dachlinie. In Kombination mit der Länge von 4,40 Metern zeigt der E-Tense durchaus stattliche Präsenz. (DS9 im Test: Franzose punktet mit Platz und Komfort – aber nicht gerade mit Sportlichkeit)

DS 4 E-Tense im Test: Förderung trotz geringer Reichweite – so geht‘s

Allerdings schlägt sich dieser Längenvorteil nur bedingt in großzügigen Platzverhältnissen nieder. Vorne lässt es sich durchaus fürstlich reisen. In der zweiten Reihe wird es jenseits der 1,85 Meter Körpergröße um den Kopf herum aber ziemlich eng und auch die Knie könnten mehr Bewegungsfreiheit gebrauchen. Den Abschluss der Raumlehre bildet der Kofferraum, der 390 Liter fasst: Das sind bei diesem Plug-in-Hybrid also 40 Liter weniger als bei den Modellen mit Verbrennungsmotor.

DS 4 E-Tense, fahrend
Stattliche Erscheinung: der DS 4 E-Tense auf einer Landstraße © GREG

Doch die Kernkompetenz dieser Marke ist sowieso nicht die Raummeisterei – wer die sucht, soll sich doch bitte bei der französisch-rumänischen Konkurrenz umsehen. Wer sich für einen DS 4 entscheidet, der legt Wert auf Design, Komfort und Technologie, so betonen es die Verantwortlichen immer wieder. Den Worten folgen Taten: Bei den Materialien setzt sich der DS 4 von der Stellantis-Verwandtschaft wie dem Opel Grandland und dem Citroën C5 Aircross, die auf der gleichen Plattform (EMP2 Evo) stehen, ab: Weiches Leder, Carbon im Lenkrad bei der Performance-Line-Ausstattungslinie oder ein großflächiger Alcantarabezug des Armaturenbretts wirken hochwertig. (Neuer DS 4: So will der französische Kompakte am Opel Astra vorbeiziehen)

DS 4 E-Tense, stehend
Auch in der Heckansicht wirkt der DS 4 E-Tense kraftvoll. © GREG

DS 4 E-Tense im Test: Die elektrische Reichweite bleibt unter 60 Kilometer

Diese Ausstattung ist auch nötig, denn bei den Antrieben bietet der Kompakt-Crossover im Vergleich zu den Konzernbrüdern nichts Neues. Der DS 4 E-Tense 225 kombiniert also einen Vierzylinder-Benziner (181 PS) mit einem 110 PS starken Elektromotor. In Summe verrichtet dann eine Systemleistung von 225 PS über die Vorderachse ihr Werk. Die Energie kommt von einem Akku mit 12,4 kWh, der innerhalb von knapp zwei Stunden aufgeladen ist. Als rein elektrische Reichweite gibt der französische Autobauer 55 Kilometer an. Obwohl der Hybrid damit eigentlich unter den ab 2022 erforderlichen 60 Kilometern bleibt, wird er per Umweltprämie gefördert – dank eines CO2-Ausstoßes von unter 50 Gramm pro Kilometer.

Rein elektrisch schafft das Kompakt-SUV 135 km/h, unter Aufbietung aller Kräfte sind bis zu 233 km/h drin. Wir brauchten bei unserer Testfahrt, die mit vollen Akkus begann und einige Kilometer mit leeren Energiespeichern stattfand, 4,8 Liter/100 km, was (wie bei Plug-in-Hybriden üblich) deutlich über dem offiziellen Wert von 1,4 Litern liegt. (Citroën ë-C4: Diese beachtliche Reichweite holen die Franzosen aus den Akkus)

Interieur des DS 4 E-Tense
Das Interieur des DS 4 E-Tense wirkt hochwertig. © GREG

DS 4 E-Tense im Test: Kein Vorzeige-Athlet, aber gut für entspanntes Reisen

Der DS 4 ist kein Vorzeige-Athlet. Bei ihm geht es um die französische Art des Reisens, also eher komfortabel als dynamisch. Wer den Fahrmodus Comfort wählt, bekommt auch Komfort geboten: Nur in diesem Programm schaltet der DS 4 den Fahrwerks-Dreiklang frei – aus Dämpfern, hydraulischen Anschlägen und der Kamera, die Bodenunebenheiten frühzeitig erkennt. Dass sich der Crossover in den Kurven zur Seite neigt, die bequemen Sitze kaum Seitenhalt bieten und eine zu kurze Beinauflage haben, nimmt man in Frankreich eben entspannt hin. Das gilt für alle Fahrmodi – egal ob Sport, Hybrid, Comfort oder Electric. Da passt es ins Konzept, dass der Antriebsstrang geschmeidig agiert, solange man es entspannt angehen lässt. Bei Zwischenspurts macht der Verbrennungsmotor seinem Unmut knurrend Luft.

Technische Daten DS 4 E-Tense 225
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner + Elektro / 8-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment165 kW (225 PS) / 360 Nm
Vmax/0-100 km/h233 km/h / 7,7 s
Länge/Breite/Höhe4,40/ 1,83/1,47 m
Kofferraumvolumen390 – 1.528 l
Normverbrauch/CO2-Emission1,4 l/100 km / 32 g/km
Preis37.900 Euro

Das Infotainment stützt sich auf drei Säulen: das sieben Zoll große Kombiinstrument, einen Zehn-Zoll-Touchscreen und eine fünf Zoll große Eingabefläche, die sich vor der Mittelkonsole befindet. Dank der Handablagefläche konnten wir auch während der Fahrt durch die Apps navigieren, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Tablet-Fans nutzen die App-Wischbewegung auf dem Monitor. Alternativ steht mit „Iris“ eine Sprachsteuerung zur Verfügung.

Damit die Kommandos auch klar und deutlich ankommen, ist der DS 4 mit einer Akustikverglasung versehen. Das Head-up-Display projiziert ein 21 Zoll großes Bild scheinbar auf die Straße. Auch wenn das System ohne fliegende Pfeile wie bei Audi auskommt, erleichtert das die Navigation deutlich. Wer jetzt Lust auf dieses nonchalante Reisen à la francaise hat, sollte Ende November zum DS-Händler gehen und mindestens 37.900 Euro in der Tasche haben. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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