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Dacia Jogger im Test: So viel Auto für so wenig Geld gibt’s sonst nirgends

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Von: Marcus Efler

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Schon für gut 14.000 Euro bekommt man den neuen Dacia Jogger. Auf eine zeitgemäße Motorisierung muss man allerdings noch etwas warten.

Mioveni (Rumänien) – Einer für zwei: Mit dem Dacia Jogger ersetzt die rumänische Renault-Tochter die beiden etablierten Modelle Lodgy und MCV. Die Verschlankung des Modellprogramms ergibt aus wirtschaftlicher Sicht durchaus Sinn, zumal der Jogger nur als Autogas-Version mit 101 PS und mit einem Dreizylinder-Benziner mit 110 PS erhältlich ist.

Und was liegt bei dem anhaltenden SUV- und Crossover-Hype näher, als dem Jogger eine rustikale Offroad-Optik zu geben? Die beiden Pfunde, mit denen der Dacia Jogger wuchert, sind der Platz und der Preis. Wer mit fünf Sitzen zufrieden ist, zahlt nur 14.490 Euro, die Autogas-Version kostet sogar noch mal 500 Euro weniger. Wer sieben Sitze wünscht, zahlt jeweils 800 Euro mehr. (Bezahlbare Neuwagen: Fünf Autos für unter 30.000 Euro)

Dacia Jogger im Test: So viel Auto für so wenig Geld gibt’s sonst nirgends

Dank bivalenten Antriebs mit einem 40-Liter-Autogas-Tank und 50 Liter Benzin kommt das günstigste Modell laut Produktmanagerin Andrea Guinea bis zu 1.000 Kilometer weit. Auf einen Hybrid (HEV) müssen die Jogger-Fans aber noch bis nächstes Jahr warten. Auch eine Plug-in-Version ist geplant, aber „erst dann, wenn er unbedingt nötig ist und der Markt es erfordert“, erklärt der globale Produktmanager Xavier Martinet mit erfrischender Offenheit: „Unsere Kunden zahlen dafür nicht extra.“

Dacia Jogger, fahrend
Im beliebten SUV-Look: Der Dacia Jogger. © GREG/Dacia

Der Crossover bietet aber auch so eine ganze Menge. „Mit dem Jogger erfindet Dacia das siebensitzige Familienfahrzeug neu“, erklärt Dacia-Chef Denis Le Vot. Eine gewagte Aussage angesichts der kompakten Länge von 4,55 Metern. Die Sitzprobe bestätigt aber immerhin, dass in der dritten Reihe auch Erwachsene mit 1,85 Metern Körpergröße zumindest für Kurzstrecken ausreichend Platz finden. (Renault: Fatales Crashtest-Ergebnis – und das gleich doppelt)

Dacia Jogger im Test: So clever wie Škoda?

Dann schrumpft der recht variable Kofferraum auf 160 Liter, bei fünf Sitzen sind es dann schon ordentliche 565 Liter. Um gut 1.800 Liter Stauraum zu bekommen, muss man die Sitzkissen senkrecht nach oben klappen oder die letzte Reihe komplett ausbauen. Auf der einen mal zwei Meter großen, ebenen Ladefläche kann das oft zitierte Regal locker verstaut werden. Wer mit der Familie in den Urlaub fährt, kann noch die Dachreling mit ein paar Handgriffen in einen Gepäckträger mit 80 Kilogramm Traglast verwandeln. Klingt nach „simply clever“, dem Claim des Konkurrenten Škoda, und ist es auch. „Der Jogger ist das Schweizer Armeemesser unter den Automobilen“, wirbt Andrea Guinea. (Dacia Duster TCe 150 im Test: Ab sofort auch mit diesem Komfort-Extra)

Dacia Jogger von seitlich hinten, fahrend
Große Klappe, viel dahinter: Der Dacia Jogger transportiert sieben Leute oder viel Gepäck. © GREG/Dacia

Dacia Jogger im Test: Zeitgemäße Smartphone-Anbindung

Im Innenraum kann der Jogger seine Herkunft nicht leugnen. Der neue Dacia teilt sich die Plattform mit dem kleineren Sandero, und somit auch die Instrumententafel inklusive eines Acht-Zoll-Touchscreens und Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto. Im Interieur dominiert Hartplastik, aber Stoffapplikationen lockern dieses Ambiente auf. Kleinigkeiten wie ein Haken für die Tasche auf der Beifahrerseite und eine Smartphone-Halterung samt USB-A-Anschluss neben dem Monitor fallen positiv auf. Die Ablagen addieren sich auf ein Volumen von insgesamt 23 Litern, inklusive großem Handschuhfach. (Dacia Spring Electric im Test: Solider Billig-Stromer mit seltsamer Bedienung)

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Cockpit des Dacia Jogger
Schlicht und einfach bedienbar: Das Cockpit des Dacia Jogger. © GREG/Dacia

Dacia Jogger im Test: Viel Ausstattung gegen Aufpreis – aber keine Automatik

Dazu bietet der Jogger LED-Abblendlicht, auf Wunsch unter anderem eine Klimaautomatik, eine Sitzheizung, einen Toter-Winkel-Warner, eine Rückfahrkamera samt Parksensoren vorne und hinten oder eine Keyless-Go-Funktion. Die sind bei der Top-Ausstattung Extreme+ serienmäßig. Klar könnten die Sitze mehr Seitenhalt bieten, die Beinauflage länger sein und die Polster eine Idee dicker, aber für weniger als 19.000 Euro bekommt man jede Menge Auto – und wir haben gut 200 Kilometer absolviert, ohne Rückenschmerzen zu bekommen.

Dacia Jogger TCe 110
Motor/Getriebe/Antrieb1,0l-Dreizylinder-Benziner/6-Gang-Handschaltung/Front
Leistung/Drehmoment81 kW (110 PS) / 290 Nm bei 2.900 – 3.500 U/min
Länge/Breite/Höhe4,55/1,78/ 1,67 m
Ladevolumen160 – 1.807 l
Vmax/0–100 km/h183 km/h / 11,2 s
Normverbrauch/CO2-Emssion5,7 l/100 km / 130 g/km
Preis14.490 Euro (Autogas-Version: 13.990 Euro)

Der Jogger ist der erste Dacia mit einem neu entwickelten Vollaluminium-Motor. Der Einliter-Dreizylinder ist kein Leisetreter, kommt aber mit dem lediglich 1.280 Kilogramm schweren Crossover gut zurecht. Bei Vollbesetzung dürfte sich das Aggregat etwas schwerer tun. Wer viel schaltet (eine Automatik ist nicht lieferbar), erleichtert dem Jogger das Vorankommen. Nach 11,2 Sekunden erreicht er Landstraßentempo und ist maximal 183 km/h schnell. Allerdings ist der sechste Gang recht lang übersetzt und eignet sich am besten für ebene Strecken. Dacia gibt als Durchschnittsverbrauch 5,7 Liter pro 100 Kilometer an. Wir benötigten auf unserer ersten Testfahrt nur 0,6 Liter mehr. Sparfüchse auf der Suche nach einem Neuwagen finden derzeit also kaum ein besseres Angebot als den Dacia Jogger. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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