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Dacia Duster TCe 150 im Test: Ab sofort auch mit diesem Komfort-Extra

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der Dacia Duster ist das günstigste SUV in Deutschland – nun erhält er eine Modellpflege. Vor allem eine neue Option dürfte bei den Kunden gut ankommen.

Mioveni – Geht es um alternative Antriebe, reißen sich die meisten Autohersteller geradezu ein Bein aus, um bei den Kunden zu landen: Plug-in-Hybrid, Elektroantrieb – oder doch träumen vom Wasserstoff? Renault-Tochter Dacia hat mit dem Spring (hier geht’s zum Fahrbericht) gerade den ersten Stromer ins Programm genommen. Den Duster dagegen gibt es aktuell nur mit Verbrenner – als alternativer Antrieb ist aber eine Autogas-Variante ohne Aufpreis zum normalen 90-PS-Benziner erhältlich. Bei den Kunden in diesem Segment und in der Preisklasse von 12.000 bis 18.000 Euro kommt das prächtig an. (Dacia Jogger: Neuer Siebensitzer mit SUV-Optik zum Günstig-Preis)

Fahraufnahme eines Dacia Duster
In der 150-PS-Topvariante ist der Dacia Duster jetzt mit einer 6-Gang-Automatik zu haben. © Dacia

Dacia Duster TCe 150 im Test: Endlich auch mit diesem Komfort-Extra

Wirklich neu ist dieses Antriebspaket jedoch nicht und so ist die wichtigste Neuerung beim aufgefrischten Duster die, dass der 150-PS-Topbenziner nun auch mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe geordert werden kann. Diese Motor-Getriebe-Kombination dürfte sich gerade in Zentraleuropa großer Beliebtheit erfreuen, hat jedoch den Nachteil, dass diese aktuell nur als Fronttriebler zu bekommen ist. Die Allradversion bleibt erst einmal außen vor und das, obwohl der Dacia Duster trotz seines günstigen Preispunktes weltweit einen Allradanteil von knapp 30 Prozent vorzuweisen hat. Viele Märkte liegen sogar nennenswert darüber.

Auch der Diesel steht bei den Dacia-Kunden nach wie vor hoch im Kurs, auch hier sind es weltweit ebenfalls knapp 30 Prozent, die einen Selbstzünder bewegen wollen. Bei anderen Modellen liegt der Verkaufsanteil sogar bei über 40 Prozent. Eine große Nachfrage nach Plug-in-Hybriden oder gar einem Elektroantrieb gibt es nach Aussagen der Dacia-Produktmanager aktuell nicht und handeln will man nur, wenn rechtliche Vorgaben oder Kunden es fordern.

Fahraufnahme eines Dacia Duster
Die Höchstgeschwindigkeit des Dacia Duster TCe 150 liegt bei stattlichen 199 km/h. © Dacia

Dacia Duster TCe 150 im Test: Der 1,4 Tonnen schwere Fronttriebler beschleunigt flott

Ob es die 150-PS-Variante des 1,3 Liter großen Zylinderquartetts sein muss oder es auch ein günstigeres Einstiegsmodell tut, muss jeder für sich selbst entscheiden. In jedem Fall ist der Dacia Duster TCe 150 flott motorisiert und die Kombination mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe passt gut, weil die Schaltvorgänge dezent im Hintergrund ablaufen, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Die 250 Nm maximales Drehmoment sorgen dafür, dass der knapp 1,4 Tonnen schwere Fronttriebler auch aus unteren Drehzahlbereichen munter durchzieht und allemal flott beschleunigt. (Rumänischer Hummer: Dacia Bigster könnte großer Bruder des Duster werden)

Der Motorklang bleibt dabei trotz mäßiger Geräuschisolierung weitgehend im Hintergrund und tönt nur nervig, wenn man den aufgeladenen Vierzylinder ausdreht. Mit einem Normverbrauch von 5,4 Litern Super auf 100 Kilometern ist der Doppelkuppler mehr als einen halben Liter sparsamer als die 150-PS-Variante mit Allradantrieb und Sechsgang-Handschaltung. Selbst der 130-PS-Benziner mit demselben Triebwerk verbraucht mehr. Die Höchstgeschwindigkeit des TCe 150: stattliche 199 km/h, wobei der Fronttriebler in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt.

Blick in den Innenraum eines Dacia Duster
Im Innenraum merkt man dem Dacia Duster seinen günstigen Preis an – unter anderem beim Navigationssystem. © Dacia

Dacia Duster TCe 150 im Test: Schwächen beim Fahrwerk

Beim Fahrwerk zeigt der Dacia Duster jedoch seine Schwächen, denn das Anfedern ist speziell an der Vorderachse auf holpriger Fahrbahn leicht stößig und die Lenkung deutlich zu leichtgängig, ohne dabei eine nennenswerte Rückmeldung von der Fahrbahnoberfläche zu geben. Der hohe Schwerpunkt und die holprige Dämpfung bringen den Crossover zudem bei schnell gefahrenen Kurven in Bedrängnis und so hat der 4,34 Meter lange Billig-SUV mit spürbaren Wankbewegungen zu kämpfen.

Im Innenraum hat sich durch die Überarbeitung kaum etwas getan. Die Stühle haben zwar neue Bezüge, doch die Sitzfläche ist kurz und der Reisekomfort mäßig. Auf der Beifahrerseite sitzt man aufgrund der fehlenden Höhenverstellung wie auf einer umgedrehten Bierkiste. Im Bereich der Sitze sollte nicht nur für groß gewachsene Personen nachgebessert werden, denn auch kleinere Personen vermissen Seitenhalt, Konturierung und eine stramme Polsterung. Das neue Navigationssystem kann trotz der einfachen Bedienung nicht so recht überzeugen und so sollte man das eigene Smartphone einfach auf dem acht Zoll großem Touchscreen spiegeln. Auch bei Instrumenten, Verkleidungen oder Bedienung ist der Dacia Duster nicht auf dem Niveau des kleinen Bruders Sandero (hier geht’s zum Fahrbericht), der hier mehr glänzen kann.

Technische Daten Dacia Duster TCe 150
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner / 6-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment110 kW (150 PS) / 250 Nm ab 2.000 U/min
Vmax/0–100 km/h199 km/h / 9,7 s
Länge/Breite/Höhe4.341 / 1.804 / 1.633 mm
Leergewicht1.338 kg
Laderaum445 – 1478 Liter
Normverbrauch5,4 l/100 km
CO2-Ausstoß121 g/km
Basispreis20.190 Euro

Dacia Duster TCe 150 im Test: Das kostet das rumänische SUV in der Basis

Preislich geht es beim Dacia Duster und der Variante TCe 90 unverändert bei 11.990 Euro los. In der zweiten Ausstattungsversion kostet der 90-PS-Benziner mit 13.190 Euro genauso viel wie die 100-PS-Eco-G-Variante mit Autogas. Der 150-PS-Benziner in der Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe kostet mindestens 20.190 Euro und damit 2.400 Euro mehr als der 130-PS-Benziner mit Handschaltung in der schicken Ausstattungsvariante Prestige. Dafür gibt es unter anderem LED-Scheinwerfer, Bildschirmnavigation, sechs Airbags und einen schlüssellosen Zugang. Doch es bleibt, wie es ist: Beim Dacia Duster, der auf einigen Märkten wie in Russland oder Südamerika nach wie vor als Renault Duster verkauft wird, macht der günstige Preis die Musik. Und der schmeckt fast allen. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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