1. 24auto
  2. Tests
  3. Fahrbericht

Citroën ë-C4: Diese beachtliche Reichweite holen die Franzosen aus den Akkus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Fahraufnahme eines blauen Citroën ë-C4
Der Citroën ë-C4 benötigt 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bei Tempo 150 ist Schluss. © Citroën

Citroën hat sich bei der dritten Generation des C4 ordentlich ins Zeug gelegt. Auch die elektrische Variante des Franzosen ë-C4 überzeugt mit Komfort, Platz und praktischen Ablagen.

Vélizy-Villacoublay – Ein wichtiger Baustein für einen Platz an der Sonne ist die elektrische Version der dritten C4-Generation. Schließlich soll jeder vierte Kompaktwagen des französischen Autobauers ein ë-C4 sein. Und das Plattform-Spiel beherrschen die Ingenieure links und rechts des Rheins mittlerweile ähnlich gut wie die Kollegen in Wolfsburg, Ingolstadt und Mladá Boleslav. Also gilt: Man nehme die EMP2-Plattform und setze den C4-Hut darauf. Mit einer Länge von 4,36 Metern übertrifft der französische Elektro-Crossover den VW ID.3 um zehn Zentimeter.

Fahraufnahme eines blauen Citroën ë-C4
Der Citroën ë-C4 schluckt im Kofferraum 380 Liter – mit umgeklappten Sitzen sind es sogar 1.250 Liter. © Citroën

Citroën ë-C4: Diese respektable Reichweite pressen die Franzosen aus den Akkus

Auch wenn der Citroën ë-C4 nicht das luftige Erlebnis des VW ID.3 vermittelt, sitzt man vorne tief in bequemen Sitzen mit einer zusätzlichen Schaumstoffschicht. Allerdings könnte die Lenkradsäule in der Längsverstellung etwas mehr Distanz überbrücken, um das Finden der idealen Sitzposition zu beschleunigen. In der zweiten Reihe wird es aufgrund der coupéhaften Dachlinie ab einer Körpergröße von 1,85 Metern um den Kopf herum eng, aber die Beinfreiheit geht in Ordnung und man findet auch als Erwachsener hinter einem groß gewachsenen Fahrer Platz. Der Kofferraum ist mit einem Basisvolumen von 380 Litern ausreichend dimensioniert, legt man die Sitze der Rückbank um, entsteht eine ebene Ladefläche und das Fassungsvermögen wächst auf 1.250 Liter. Die Ladeluke ist ebenfalls breit genug, damit man seine Utensilien entspannt verstauen kann. (Citroën Ami: In diesen Bundesländern darf man ihn schon mit 15 Jahren fahren)

Citroën ë-C4: Praktische iPad-Halterung für den Beifahrer

Das Cockpit ist chic und demonstriert die jüngste Ausbaustufe der französischen Innenraum- und Infotainmentkunst. Wo sich die Gallier früher in Selbstverliebtheit verzettelt haben, kombinieren sie nun Praktikabilität mit unterschäumten Materialien. Insgesamt 16 Staufächer nehmen 39 Liter auf. Ganz besonders praktisch ist die iPad-Halterung für den Beifahrer, die sich wie eine Schublade rausziehen lässt. Eine Hülle sorgt dafür, dass der Fahrer nicht abgelenkt wird. Beim Infotainment stellt der Zehn-Zoll-Touchscreen nach wie vor das Zentrum des Geschehens dar. Die Grafik der Navigation löst immer noch keinen Wow-Effekt aus, aber die Anzahl der Knöpfe hat sich deutlich reduziert. Von der ehemaligen Klaviatur sind nur noch zwei übrig geblieben. Der Rest passiert vom Lenkrad aus oder per Berührung auf dem Monitor. Die Instrumente vor dem Fahrer werden auf einem 5,5-Zoll-Bildschirm dargestellt. Im Zusammenspiel mit dem Klapp-Head-up-Display bekommt der Fahrer so alle Informationen, die er benötigt. (Doppelwinkel zu ähnlich: Muss Polestar wegen Citroën jetzt sein Logo ändern?)

Blick in den Innenraum eines Citroën ë-C4
Praktisch: die iPad-Halterung für den Beifahrer im Citroën ë-C4. © Citroën / Etienne Roville

Citroën ë-C4: Bei 150 km/h wird elektronisch abgeregelt

Bei den Fahrmodi und der Antriebstechnik gibt es keine großen Überraschungen. Elektrifizierte EMP2-Architektur heißt 50-Kilowattstunden-Batterie, 100 kW (136 PS) und ein Drehmoment von 260 Newtonmetern. Im Sport-Fahrprogramm holt das System alles aus dem Antriebsstrang raus und sprintet in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 km/h elektronisch begrenzt. Auch die anderen beiden Fahrprogramme bieten Bekanntes. Normal: 80 kW( 109 PS), 220 Nm und Eco 60 kW (82 PS), 180 Nm. (Facelift Citroën C3: In einer Disziplin ist er im Vergleich zum Polo richtig schwach)

Wir waren bei unserer Testfahrt, die uns mehrheitlich durch urbanes Gebiet führte, fast immer in der Normal- oder Eco-Einstellung unterwegs und konnten entspannt im Verkehr mitschwimmen. Wer auf Landstraßen etwas Spaß haben will, wählt den Dynamik-Modus. Wir haben außerdem die maximale Rekuperation aktiviert, aber das Fahren nur mit dem Gaspedal ist nicht möglich, man muss schon selbst auf die Bremse treten. Das Stahlfahrwerk ist mit den Advance-Comfort-Dämpfern ausgestattet, die ihrem Namen alle Ehre machen. Der Citroën ë-C4 ist deutlich kommoder abgestimmt als viele andere SUV, die betont die Dynamikkarte spielen, und lässt sich auch durch schlechte Straßen und aufplatzenden Asphalt nicht aus der Ruhe bringen. Natürlich neigt sich die Karosserie ein wenig in den Kurven, aber der Komfortgewinn macht diesen Malus wieder wett.

Technische Daten Citroën ë-C4
Motor/Getriebe/AntriebElektromotor, Eingangautomatik, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment100 kW (136 PS) / 260 Nm
Länge/Breite/Höhe4.355 / 1.800 / 1.525 mm
Vmax/0-100 km/h150 km/h / 9,7 s
Batteriekapazität50 kWh
Leergewicht1.694 kg
Kofferraumvolumen380 – 1.250 Liter
Basispreis33.755,72 Euro

Citroën ë-C4: So viel kostet der französische Stromer in der Basis

Überrascht waren wir von der Reichweite: Citroën presst 350 Kilometer aus den Akkus und das, ohne etwas an der Software zu verändern. Lediglich aerodynamische Details wie ein glatter Unterboden, leichtere, windschlüpfrig gestaltete Felgen, Windabweiser, ein Heckspoiler und Leichtlaufreifen sorgen für den Reichweitengewinn. Bei uns zeigte der Bordcomputer 284 Kilometer und einen Verbrauch von 20,1 kWh/100 km an, Citroën gibt 16,6 kWh an. Der Nachteil der Heckbeplankung ist, dass der Blick durch das rückwärtige Fenster weiter eingeschränkt wird. Steckt man den Citroën ë-C4 an einen 100-kW-Schnelllader, sind die Akkus nach einer halben Stunde zu 80 Prozent gefüllt, an einer 11-kW-Wallbox vergehen aufgrund des dreiphasigen Onboard-Laders rund fünf Stunden, ehe die Batterie wieder voll ist. Der Elektro-Crossover kostet mindestens 33.766,72 Euro und steht ab Januar beim Händler. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

Auch interessant

Kommentare