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BMW X4 M Competition im Test: Größtes Problem endlich beseitigt

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Von: Marcus Efler

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Die sportliche Top-Version des BMW X4 wurde in Details überarbeitet – vor allem eine Eigenschaft des 510 PS starken Crossover profitiert davon deutlich.

München – Die Competition-Modelle von BMW gehörten schon immer zu den etwas härter abgestimmten. Bei den SUV X3 und X4 M Competition hatten es die Münchner aber bislang etwas übertrieben: Viele Autotester, aber auch Kunden monierten das zu straffe Fahrwerk. „Wir hören ja zu“, erklärt Produktmanager Alexander Schurrer: Tatsächlich besserte die sportliche Division des Münchner Autobauers beim X3 und X4 M Competition bei der Modellpflege nach. Das Gute tun, ohne das Bessere zu lassen, lautet die Prämisse. (BMW M5 CS: Nicht nur die Motorhaube des 635-PS-Boliden ist aus Carbon)

BMW X4 M Competition im Test: Größtes Problem endlich beseitigt

Die Lösung liegt in einem Zweiklang aus klassischer Ingenieurtechnik sowie Bits und Bytes. „Wir verwenden jetzt härtere Motorlager“, sagt Techniker Uwe Forkert. Der zweite Teil der neuen Rezeptur besteht in einer modifizierten Software-Applikation. Das gelungene Resultat: Der BMW X4 M Competition wurde zwar nicht zur Sänfte, federt in der Komfort-Einstellung jetzt aber spürbar komfortabler und macht damit nicht mehr jede Fahrbahnunebenheit zum Härtetest für die Wirbelsäule. Dass man in Sportsitzen, die nur um die Schultern mehr Seitenhalt bieten könnten, gut unterwegs ist, trägt zum neuen Wohlbefinden bei. (BMW X3 und BMW X4 Facelift: Bestseller-Modellpflege verpasst wichtige Chance)

BMW X4 M Competition, fahrend
Überholprestige serienmäßig: der BMW X4 M Competition © Uwe Fischer/BMW

BMW X4 M Competition im Test: Gut für richtig schnelle Runden

Stolze 2.010 Kilogramm wiegt das durchtrainierte SUV-Coupé. Die wollen um die Kurve gewuchtet werden. Im Grenzbereich zählt jedes Kilogramm, also bekommt der flotte Crossover jetzt geschmiedete Felgen, die zwei Kilogramm pro Rad einsparen: Das macht beim extremen Kurvenzirkeln durchaus einen Unterschied. Denn bei der BMW M GmbH ist man stolz darauf, dass der X4 M Competition ein „Track Tool“ ist, also auch auf Nordschleife und Co. richtig schnelle Zeiten in den Asphalt brennt. Auch wer nicht nach der Poleposition jagt, bemerkt, dass der BWM Allradantrieb xDrive in den Dynamik-Modi gerne die Hinterachse an der Kurvenfahrt beteiligt und ein leichtes Übersteuerschnippen zum Spaßfahren beiträgt. (BMW M4 Competition Cabrio: Allrad-Power und Stoffdach haben ihren Preis)

BMW X4 M Competition von seitlich hinten, fahrend
Mit charakteristischer Heckschürze: der BMW X4 M Competition © Uwe Fischer/BMW

BMW X4 M Competition im Test: Lenkung erspart das Bodybuilding

Die Lenkung ist präzise, die Rückstellkräfte sind unverändert groß. Das Brüderpaar X3 und X4 M Competition sind in den USA ziemlich beliebt und da bevorzugt man offenbar das Bodybuilder-Kurbeln am Volant, dessen Kranz M-typisch dick ist und gut in der Hand liegt. Allerdings wünschen wir uns mehr Rückmeldung. Wir stellen die Lenkung auf Komfort und dafür das Getriebe und den Motor scharf. Beim Fahrwerk schalten wir auf ebenem Asphalt sogar in Sport. Und finden: Die Abstimmung eines Porsche Macan wirkt einen Tick harmonischer – allerdings hat der Zuffenhausener Crossover auch eine Luftfederung. (BMW i4 M50 im Test: Fährt hier ein M3 mit Elektromotor?)

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Interieur des BMW X4 M Competition
Hochwertig und sportlich: das Interieur des BMW X4 M Competition © Uwe Fischer/BMW

BMW X4 M Competition im Test: Noch schneller auf 100 km/h

Die Kraftquelle ist im Grunde unverändert: sechs Zylinder in Reihe mit zwei Turboladern, die aus drei Litern Hubraum 510 PS generieren. Das maximale Drehmoment dagegen ist um 50 Newtonmeter auf 650 Newtonmeter gestiegen. So spurtet der BMW X4 M in 3,8 Sekunden auf 100 km/h und schlägt den Vorgänger damit um 0,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 250 km/h beziehungsweise 285 km/h mit optionalem „M Driver’s Package“. BMW gibt den Durchschnittsverbrauch mit 10,8 Litern pro 100 Kilometer an. Bei uns zeigte der Bordcomputer nach unserer Testfahrt, die uns auch über Autobahnen führte, gut drei Liter mehr an. Das nehmen wir angesichts des sonoren, wohltönenden Klangs des BMW-Sechszylinders aber gerne in Kauf.

Technische Daten BMW X4 M Competition
Motor/Getriebe/AntriebSechszylinder-Reihenmotor / 8-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment375 kW (510 PS)/650 Nm bei 2.750 – 5.500 U/min
Vmax/0–100 km/h285 km/h/3,8 s
Länge/Breite/Höhe4,75/1.93/1,62 m
Ladevolumen525 – 1.430 l
Normverbrauch/CO2-Ausstoß10,8 l/100 km/247 km/h
Preis99.600 Euro

Zumal der Innenraum und vor allem das Infotainment ebenfalls von der Auffrischung profitieren und man sich in dem Münchner Gefährt durchaus wohlfühlt. Das virtuelle Cockpit wie auch der zentrale Touchscreen messen jeweils 12,3 Zoll. Die Bedienung flutscht dank quadratischer Kacheln, mit denen man sich schnell zurechtfindet. Wobei der klassischen Dreh-Drück-Steller des iDrive den Fahrer noch immer am wenigsten ablenkt. Aber auch die Spracheingabe funktioniert gut, wogegen die Gestensteuerung eine ziemlich spezielle Angelegenheit bleibt. Wie auch der Preis: Mit fast 100.000 Euro ist man dabei. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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