SUV als Plug-in-Hybrid

BMW X1 xDrive25e: Beim Verbrauch schlägt der Münchner über die Stränge

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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BMW stattet den X1 mit dem Plug-in-Hybridmodul aus, das auch im Mini Countryman seinen Dienst verrichtet. Doch das hohe Gewicht hat seinen Preis.

  • Den BMW X1 gibt es auch als Plug-in-Hybrid xDrive25e
  • Die Münchner kombinieren einen 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einem Elektromotor
  • Auf unserer Testfahrt lag der Spritverbrauch des BMW X1 xDrive25e deutlich über der Normangabe

München – BMW gibt sich aktuell größte Mühe, politisch korrekt zu handeln. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse (56) verkündete einen ambitionierten Plan zur CO2-Reduzierung, bei dem die Vergütung des Top-Managements an das Erreichen der Ziele gekoppelt ist. Der Weg dahin soll unter anderem durch Elektrifizierung der Fahrzeuge gelingen. Deshalb gibt es den BMW X1 nun auch als Plug-in-Hybrid BMW X1 xDrive25e. Der Antriebsstrang besteht aus einem Dreizylinderbenziner mit 92 kW (125 PS) und einem 70 kW (95 PS) Elektromotor. Gemeinsam ergibt das eine Systemleistung von 162 kW (220 PS) und ein Drehmoment von 385 Newtonmetern. Kennern kommt diese Kombination sicher bekannt vor, denn sie sorgt auch im Mini Countryman PHEV für elektrifizierten Vortrieb. Gebaut wird der BMW X1 in Regensburg und bei VDL Nedcar in den Niederlanden.

BMW X1 xDrive25e: Bei 193 km/h endet der Vortrieb

Dass beim Verbrenner nur drei Kolben zum Dienst antreten, mögen diejenigen gut finden, die den kraftstrotzenden Benzinern bei Plug-in-Hybriden den Sinn absprechen. Vermutlich werden auch die BMW-Produktstrategen ein Veto eingelegt haben. Schließlich muss es ja einen Unterschied zu dem nächstgrößeren BMW X3 PHEV geben. Das Ziel ist erreicht: Die Kraft der elektrischen Unterstützung ist beim Fahren deutlich spürbar. Rein elektrisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h drin, gemeinsam schaffen die beiden Triebwerke maximal 193 km/h und absolvieren den Sprint von null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Die Fahrleistungen sind also in Ordnung. Es überrascht beim Konzept des Verbrennungsmotors aber nicht, dass der seine Anstrengungen akustisch kundtut (BMW-Fahrer wirken sofort attraktiver – auch diese Marken machen Sie begehrenswert).

Der BMW X1 xDrive25e bringt es auf eine Systemleistung von 162 kW (220 PS).

BMW X1 xDrive25e: Das straffe Fahrwerk ist dem Gewicht geschuldet

Auf der Straße schlägt sich der BMW X1 xDrive25e gut, wobei die Dynamik vom Fahrprogramm abhängt. Zur Auswahl stehen grundsätzlich Comfort, Sport und EcoPro, außerdem kann man den Ladestand der Akkus mit „Save Battery“ einfrieren, um den Saft für die Innenstadt zu sparen, wo dann der eDrive-Knopf für das reine Stromern oder den Hybridmodus („Auto eDrive“) gedrückt wird. Einige der Fahrmodi beziehungsweise deren Verfeinerung verstecken sich unter den übergeordneten Programmen. Das Fahrwerk des BMW X1 xDrive25e eher straff, was dem Gewicht von 1.745 Kilogramm geschuldet ist. Zum Vergleich: Ohne elektrischen Antrieb sind es beim BMW X1 25i genau 1.580 Kilogramm. Dafür erfüllt das Paket – bestehend aus Elektromaschine und 10,0-kWh-Batterie – auch den Zweck der Verbrauchsreduzierung beziehungsweise ermöglicht das lokal emissionsfreie Fahren (4er BMW: Designer-Legende kritisiert Niere – „Look einfach ruiniert“ ).

Technische Daten BMW X1 xDrive 25e
Motor/Getriebe/Antrieb1,5-Liter-Dreizylinderbenziner mit E-Motor/ 6-Gang-Automatik / Allradantrieb
Leistung/Drehmoment162 kW (220) / 385 Nm
Vmax/0–100 km/h193 km/h / 6,9 s
Länge/Breite/Höhe4.447/ 1.821 / 1.582 mm
Leergewicht1.745 kg
CO2-Ausstoß48 g/km
Kofferraum450 bis 1.470 Liter
AbgasnormEuro 6d
Basispreis44.499,16 Euro

BMW X1 xDrive25e: Testverbrauch deutlich höher als die Normangabe

BMW gibt einen Durchschnittsverbrauch von 2,1 l/100 km und 14,3 kWh/100 km an. Wir kamen bei unserer Testfahrt auf 4,2 kWh/100 km und konsequenterweise auf 6,7 Liter pro 100 km. Das Stromern soll bei dem Crossover bis zu 57 Kilometer weit möglich sein, realistisch sind Entfernungen um die 44 Kilometer. An der herkömmlichen Haushaltssteckdose dauert es rund fünf Stunden, bis die Batterie voll ist. Bereits nach 3,8 Stunden ist die Batterie zu 80 Prozent ihrer Gesamtkapazität geladen. An einer Wallbox mit einer Ladeleistung von 3,7 kW (16 Ah / 230 V) sind die Akkus nach 2,4 Stunden zu 80 Prozent geladen, bis 100 Prozent dauert es 3,2 Stunden.

BMW X1 xDrive25e: Etwas mehr Seitenhalt könnte den Sitzen nicht schaden

Allerdings merkt man dem BMW X1 xDrive25e an, dass die X1-Modellreihe schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Sei es an der Menüstruktur, die auf dem 10,25 Zoll großen Monitor erscheint, oder der Tatsache, dass die schräg stehende Lenkradsäule mehr in der Länge verstellbar sein könnte und den Sitzen mehr Seitenhalt nicht schaden würde. Ansonsten freut sich der Fahrer über solche Annehmlichkeiten, wie ein Head-up-Display oder eine gute Spracheingabe.

An der Menüstruktur merkt man der X1-Baureihe ihr Alter an.

Auch beim Platz innerhalb der Fahrgastzelle gibt der 4,45 Meter lange BMW X1 xDrive25e aufgrund des quer eingebauten Dreizylindermotors eine gute Figur ab und kommt sogar seinem größeren Bruder BMW X3 (BMW X3 xDrive 30e: Der Elektromotor macht Schluss mit diesem lästigen Effekt) nahe. Beim Gepäckabteil machen sich die Batterie und der Elektromotor bemerkbar. Beim X1 25i ohne PHEV-Modul hat der Kofferraum ein Volumen von 505 bis 1.550 Liter, beim X1 xDrive25e sind es 450 bis 1.470 Liter. Dieser Unterschied ist verschmerzbar. Apropos Differenz: Mit einem aktuellen Grundpreis von 44.499,16 Euro ist die PHEV-Variante um rund 250 Euro billiger als der BMW X1 xDrive 25i. (Wolfgang Gomoll / press-inform)

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