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BMW M240i xDrive im Test: So souverän fährt sich das kompakte Kraftpaket

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Das BMW 2er Coupé kann sich allemal sehen lassen und als M240i xDrive fährt der kompakte Münchner einigen Sportwagen kraftvoll um die Ohren.

München – So ganz können sie bei BMW doch nicht aus ihrer Haut. Und das ist gut so. Obwohl der BMW 1er mit einem Vorderradantrieb versehen ist, frönen die Münchner mit dem 2er Coupé nach wie vor dem Heckantrieb, der früher in der Kompaktklasse als das dynamische Alleinstellungsmerkmal der BMW-Modelle galt. Deswegen steht der BMW 2er wie zum Beispiel auch der 3er und der 4er auf der CLAR- und eben nicht auf der UKL-Plattform wie die aktuellen 1er Brüder. Das wirkt sich auch auf die Optik aus. Schon im Stand vermittelt das neue 2er Coupé Dynamik. Es ist mit einer Höhe von 1,40 Metern um etwa 2,8 Zentimeter niedriger, mit 1,84 Metern um 6,4 Zentimeter breiter ist als der Vorgänger und mit 4,55 Metern um 10,5 Zentimeter länger als bisher. (BMW ohne Touchscreen: Folgen des Chipmangels immer heftiger)

Fahraufnahme eines BMW M240i xDrive Coupé
Der 3,0-Liter-Reihensechszylinder im BMW M240i xDrive Coupé leistet 275 kW / 374 PS. © Daniel Kraus/BMW

BMW M240i xDrive im Test: So souverän fährt sich das kompakte Kraftpaket

Auch bei der Niere haben sich die Designer für eine klassische Lösung entschieden. Ja, in diesen BMW steigt man gerne ein. Dass das sportlich-ansehnliche Blechkleid mit einem cw-Wert von 0,26 den Vorgänger um 0,02 Punkte unterbietet, erhöht die Freude noch. Zu diesem Wert tragen eine ganze Reihe von Maßnahmen bei: unter anderem eine zehnstufige Luftklappensteuerung in der Niere und dem darunterliegenden Lufteinlass der Frontschürze. Dazu kommen „Luftwiderstandsklassiker“, wie Air Curtains, bündig versenkte Türgriffe, eine fast vollständige Ummantelung des Unterbodens und ein Gurney Flap am Heck. Der hilft auch noch beim Abtrieb. Insgesamt generiert das neue BMW 2er Coupé um rund 50 Prozent weniger Auftrieb als bisher. Das ist auch gut so. Denn mit 275 kW / 374 PS ist der BMW M240i xDrive stärker als der noch aktuelle M2. (BMW-Designchef spricht Klartext: „Fans sind nicht immer Kunden“)

Fahraufnahme eines BMW M240i xDrive Coupé
In 4,3 Sekunden spurtet das BMW M240i xDrive Coupé aus dem Stand auf 100 km/h und ist bis zu 250 km/h schnell. © Daniel Kraus/BMW

BMW M240i xDrive im Test: Sportfahrwerk serienmäßig

Für manche ist das 2er Coupé die Symbiose zwischen Fahrspaß und Alltagstauglichkeit, für andere einfach ein Vehikel, mit dem man unkompliziert Spaß haben kann. Deswegen ist auch serienmäßig ein Sportfahrwerk verbaut, mit dem die Entwickler der Abstimmung den vielsagenden Spitznamen „Dirty Harry“ verpasst haben. Zur Erinnerung: Das ist der knallharte Film-Polizist Harry Callahan aus San Francisco, der mit einem riesigen Smith-and-Wesson-Revolver Model 29 (Kaliber 44/Magnum) auf Verbrecherjagd geht und von Clint Eastwood gespielt wird.

Wer nicht ständig derart kompromisslos die bösen Jungs stellen will, holt sich adaptive Dämpfer ins Auto. „Das geregelte Fahrwerk ist ein Konfliktlöser“, bringt es Fahrdynamiker Claus Dieter Groll auf dem Punkt. Bei BMW sind die Fahrmodi mittlerweile eine kleine Wissenschaft für sich, mit der man sich gerne beschäftigt, da es eine ganze Menge an Einstellungsmöglichkeiten gibt. So kann man sich den BMW M240i xDrive gemäß den eigenen Vorlieben konfigurieren. Dass ein solches Auto mit 374 PS und der Verpflichtung zur Querdynamik kein ultra-komfortables Wasserbett ist, dürfte klar sein. Aber selbst im Sport-Fahrprogramm rumpelt der 2er nicht gnadenlos über die Bodenunebenheiten. (BMW M440i xDrive Gran Coupé im Test: Kommt hier die eierlegende Wollmilchsau?)

Blick ins Cockpit eines BMW M240i xDrive Coupé
Die Lenkung im BMW M240i xDrive Coupé könnte etwas mitteilsamer sein. © Daniel Kraus/BMW

BMW M240i xDrive im Test: Hecklastig ausgelegter Allradantrieb

Die Ingredienzien eines M-Fahrzeugs sind ohnehin an Bord: Differenzial hinten, hecklastig ausgelegter Allradantrieb, Vierkolben Bremsen vorne sowie eine Mischbereifung der 19 Zoll Pneus mit 225er vorne und 255er hinten. Dazu kommt alles das, was das 2er Coupé schon von Haus aus mitbringt: Also eine um zwölf Prozent steifere Karosserie und dazu passend eine Spur, die vorne um 52 Millimeter und hinten um 31 Millimeter breiter ist. Ähnlich wie beim BMW 4er haben die Techniker Versteifungen im Vorderwagen sowie im Unterboden mit V-förmigen Streben eingezogen. Dazu kommen steifere Buchsen am Hinterachsträger und ein erhöhter negativer Sturz an der Vorderachse. Das alles hilft bei der Agilität. Schon beim Einlenken machen sich die Verbesserungen bemerkbar. Auch wenn es schnell geht, bleibt der Vorderwagen stabil. In der Kurve verleihen der um fünf Zentimeter gewachsene Radstand und die fast paritätische Achslastverteilung Souveränität und in engen Kurven beteiligt sich die Hinterachse eifrig an den Kurvenfahrten, ohne jedoch den Fahrer vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Im Gegenteil. Der BMW M240i xDrive bereitet auf Landstraßen und engen Serpentinen gleichermaßen Freude. (BMW-Chef Oliver Zipse: Autos raus aus diesen Innenstädten)

Technisch Daten BMW M240i xDrive Coupé
Motor/Getriebe/Antrieb3,0-Liter-Reihensechszylinder / Achtgang-Automatik / Allradantrieb
Leistung/Drehmoment275 kW (374 PS) / 500 Nm bei 1.900 bis 5.000 U/min
Länge/Breite/Höhe4.548 / 1.838 / 1.404 mm
Leergewicht1.690 kg
Ladevolumen390 Liter
Vmax/0–100 km/h250 km/h / 4,3 s
Normverbrauch8,8 l/100 km
CO2-Ausstoß200 g/km
Preis56.000 Euro (Basismodell 39.850 Euro )

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BMW M240i xDrive im Test: Das kostet das Münchner Kraftpaket

Aufgrund der niedrigeren Dachlinie ist die Sitzposition bei Personen jenseits einer Körpergröße von 1,85 Metern etwas hoch, was aber auf Dauer nicht allzu störend wirkt. Beim Lenkradkranz geht es auch bei diesem BMW M-Modell nicht unter einer guten Weißwurstdicke, allerdings könnte die Lenkung an sich mitteilsamer sein. Ein Highlight ist der zwangsbeatmete Reihensechszylinder, bei dem das Turboloch trotz der immer schärferen Abgasnormen minimiert wurde. „Beim Motor haben wir einiges investiert“, erklärt Techniker Hartmut Pfleger.

Die Arbeit zahlt sich aus. Vor allem in den sportlichen Fahrprogrammen reagiert das Triebwerk im Zusammenspiel mit der Achtgang-Automatik schnell auf die Gaspedalwünsche des Fahrers. So erreicht der BMW M240i xDrive bereits nach 4,3 Sekunden aus dem Stand Landstraßentempo und ist bis zu 250 km/h schnell. Beim Verbrauch gibt BMW 8,8 l/100 km an, wir kamen bei unserer Testfahrt auf 11,9 l/100 km, wurden aber von dem sonoren Klang des Motors dazu animiert auch mal runterzuschalten. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte bis zum Frühjahr des nächsten Jahres mindestens 56.000 Euro bereithalten. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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