Ein Bayer aus China

BMW iX3: Die Höchstgeschwindigkeit des Elektro-SUV passt nicht zu BMW

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Den BMW X3 gibt es nun auch als reine Elektroversion. Für ein vollwertiges X-Modell fehlt dem BMW iX3 jedoch der Allradantrieb – auch bei der Höchstgeschwindigkeit hapert es.

München – Optisch sind die Unterschiede zu den Verbrennerbrüdern überschaubar. Der neue BMW iX3 ist vorne weitgehend geschlossen, weil er deutlich weniger Kühlluft benötigt. Zudem gibt die teils geschlossene Nase dem Steckermodell einen etwas anderen Charakter. Doch sonst ist beim neuen Modell aus der X3-Familie alles beim Alten – beinahe. Denn während die normalen X-Modelle vom kleinen Bruderpaar BMW X1 / BMW X2 bis zum mächtigen BMW X7 allesamt zumindest gegen Aufpreis mit Allradantrieb unterwegs sind, wurde dieser beim BMW iX3 außen vor gelassen.

Dass das durchaus Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat, spürt man zum Beispiel bei flotter Kurvenfahrt oder beim Abbiegen an der Ampelkreuzung schnell. Es regnet – und mit der üppigen Motorleistung keilt der iX3 leicht nach hinten aus. Noch bevor das Regelsystem eingreift, ist eilig gegengelenkt. Kein Problem, doch wenn der Winter kommt, wünscht man sich von einem BMW X3 – auch wenn er das „i“ im Namen trägt und über einen Elektromotor verfügt – zwei angetriebene Achsen für souveränen Vortrieb in allen Lebenslagen. Gibt es schließlich bei Konkurrenzmodellen wie dem Mercedes EQC oder dem Audi e-tron auch.

BMW iX3: Das Elektro-SUV patzt bei der Höchstgeschwindigkeit

Den Grund für den fehlenden Vorderachsantrieb muss man nicht lange suchen, denn nach Aussage der Techniker wäre dieser wegen der überschaubaren Dimensionen problemlos einzubauen gewesen. Doch ursprünglich war der BMW iX3 ausschließlich für den chinesischen Markt gedacht. Als aber der Druck für einen Elektro-SUV hierzulande immer größer wurde, wollte man die Wartezeit bis zum Ende 2021 erscheinenden BMW iX5 (Projektname iNext) nennenswert verkürzen. So wird der BMW iX3 auch nicht im X3-Stammwerk im amerikanischen Spartanburg gefertigt, sondern ausschließlich beim BMW-Kooperationspartner Brilliance im chinesischen Shenyang. Von hier aus soll er ab Ende Januar 2021 auch nach Europa kommen. (Mercedes lästert über BMW: „Sehen ganz nett aus, aber ...“ – München hält dagegen)

Den BMW X3 gibt es nun auch in einer rein elektrischen Version.

BMW iX3: Bei diesem Tempo regelt das Elektro-SUV ab

Angetrieben wird der 4,73 Meter lange BMW iX3 von einem Elektromotor an der Hinterachse mit einer Leistung von 210 kW (286 PS) und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Dadurch beschleunigt der Elektro-SUV in 6,8 Sekunden auf dem Tempo 100, wird jedoch bei 180 km/h zu früh abgeregelt. Bis 160 km/h ist der iX3 nahezu geräuschlos und sehr flott unterwegs, danach wird es zäher. Durch das zwischen den beiden Achsen verbaute Akkupaket liegt er allerdings gut auf der Straße und macht auch auf Landstraßen und Autobahnen mächtig Laune. Doch wenn der BMW iX3 eine ernsthafte Alternative zu den hauseigenen Verbrennern sein soll, die aktuell ein Leistungsspektrum bis zu 510 PS haben und deutlich über 250 km/h laufen, sind 180 km/h einfach wenig. (Volvo nur noch maximal 180 km/h: Heico torpediert Volvo-Sicherheitsinitiative)

Der BMW iX3 wird ausschließlich beim Kooperationspartner Brilliance im chinesischen Shenyang gebaut.

BMW iX3: Die maximale Reichweite des Stromers liegt bei 460 Kilometern

Gerade gegen die so beliebten Dieselversionen mit 190 oder ebenfalls 286 PS tut sich die Elektrovariante nicht nur wegen der nennenswert geringeren Reichweite schwer. Ist man mit einem BMW X3 xDrive20d  mit Allradantrieb und 190 Diesel-PS locker 220 km/h schnell und hat bis zum nächsten Tankstopp eine Strecke von bis zu 1.100 Kilometern vor sich, so muss der chinesische Elektro-X3 nach maximal 460 Kilometern wieder an die Ladesäule. Der Normverbrauch liegt bei 18,5 kWh pro 100 Kilometern, was angesichts des 80-kWh-Akkupakets jedoch allemal ausreichende Reichweiten bietet. (Das Logo von BMW zeigt gar keinen Propeller, sondern ...)

Das Ladevolumen wird durch den Elektroantrieb nicht nennenswert beeinträchtigt und liegt zwischen 510 und 1.560 Litern. Praktisch: Wo verfügbar, kann der BMW iX3 mit einer maximalen Ladeleistung von 150 Kilowatt an Gleichstrom-Stationen betankt werden. Von null auf 80 Prozent nachgeladen ist dann in kaum mehr als einer halben Stunde, entsprechend reichen zehn Minuten für die nächsten hundert Kilometer. An der Wallbox dauert das komplette Laden des Akkupaketes jedoch stattliche 7,5 Stunden.

Die Höchstgeschwindigkeit des iX3 hat BMW auf 180 km/h limitiert.

BMW iX3: Zur Serienausstattung des Stromers gehört eine Standheizung

Die Fahrwerksabstimmung ist schon durch das gestiegene Leergewicht von 2,3 Tonnen etwas straffer, als man es kennt. Die Lenkung ist direkt, könnte jedoch etwas mehr Gefühl von der Fahrbahn vermitteln und im Grenzbereich schiebt der elektrische X3 spürbar über die Vorderräder. Der Fahrer kann sich wie bei anderen Elektromodellen entscheiden, ob er im normalen Fahrmodus unterwegs ist oder mit maximaler Rekuperation. Beides klappt vorbildlich und so sollte es Geschmacksache sein, was man im Alltag lieber mag.

Technische Daten BMW iX3
Motor/AntriebElektromotor/Hinterradantrieb
Leistung/Drehmoment210 kW / 400 Nm
Vmax/0–100 km/h180 km/h / 6,8 s
Batteriekapazität80 kWh
Leergewicht2.260 kg
Kofferraum510 / 1.560 Liter
Basispreis66.300 Euro

Auch wenn der BMW iX3 beim fehlenden Allradantrieb und mit 180 km/h Höchstgeschwindigkeit patzt, glänzt er mit einer guten Serienausstattung. So bietet der China-Bayer unter anderem 19-Zoll-Alufelgen, LED‑Scheinwerfer, 3-Zonen-Klimaautomatik mit Standheizung, automatische Heckklappenbetätigung, Panorama-Glasdach sowie auf Wunsch Details wie 20 Zöller, Akustikverglasung, elektrische Ledersitze oder Head-up-Display. Der Basispreis für den BMW iX3 in der Version Inspiring liegt bei 66.300 Euro, der kompletter ausgestattete BMW iX3 Impressive ist rund 6.000 Euro teurer. (Stefan Grundhoff / press-inform)

Rubriklistenbild: © BERNHARD_LIMBERGER @ Bernhard Limberger

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