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BMW i4 eDrive40 im Test: Wie gut ist die Basisversion des Tesla-Killers?

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Von: Marcus Efler

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Der BWM i4 tritt als eines der wenigen Elektroautos gegen das Tesla Model 3 an. Schon die Basisversion eDrive40 bietet überzeugende Werte.

München – Echte Konkurrenten zum beliebten Tesla Model 3 gibt es kaum: Die meisten Elektroautos kommen im SUV-Design daher, auch kompakte oder kleine City-Flitzer wie der schwer zu bekommende VW e-Up stehen zur Wahl. Das Model S wiederum findet seinen Gegner im luxuriösen Mercedes EQS. Aber eine sportliche Limousine mit vier Türen und stylishem Coupé-Heck im 50.000-Euro-Bereich? Nur der BMW i4, die Akku-Version der 4er-Reihe, stellt sich dem US-Stromer entgegen –  und das ziemlich erfolgreich.

BMW i4 eDrive40 im Test
Dicke Niere, viel dahinter: Der BMW i4 eDrive40 © BMW

BMW i4 eDrive40 im Test: Wie gut ist die Basisversion des Tesla-Killers?

Nach einer der leider gerade üblichen Preiserhöhungen kostet das Einstiegsmodell, der BMW i4 eDrive40, nun 59.200 Euro (vor Abzug der Umweltprämie, über deren künftige Höhe die Bundesregierung uneins ist). Dafür bekommt man immerhin 250 kW oder 340 PS, mithin 204 PS weniger als im Topmodell BMW i4 M50, das aber auch 11.600 Euro teurer ist. Mit seinen zwei Motoren entfaltet der allradgetriebene M50 beeindruckende 795 Newtonmeter, der eDrive40 mit Heckantrieb immer noch 430 Nm. Die Spreizung nach der Papierform ist also erheblich – aber macht sie sich auch im Alltag bemerkbar?

Also rein in den „kleinen“ i4 zur Testfahrt durch Stadt und über Land. Optisch unterscheidet sich das Interieur nicht von dem der Prestige-Variante: Ein breiter, leicht geschwungener Screen erstreckt sich vom Fahrerplatz bis über die Mittelkonsole, bedienen lässt sich die rechte Hälfte per Touch oder auch noch mit dem guten alten iDrive-Klick-und-Drück-Rädchen: Eine interessante Mischung aus High-Tech-Ambiente und Old School.

BMW i4 eDrive40 im Test: Bei 190 km/h wird dichtgemacht

Nachdem der E-Motor auf Tastendruck gestartet ist, schiebt sich der i4 mit leisem Summen aus dem Wohngebiet. Erreicht er freie Strecke, schießt er auf Befehl des Fahrpedals nach vorne, wie es nur deutlich PS-stärkere Verbrenner vermögen: Ein Spaß für den Fahrer, eine Tortur für andere Insassen. Im Sport-Modus untermalt ein eigens designter, aber völlig überflüssiger und glücklicherweise abschaltbarer „Iconic Sound“ die Performance.

Display im Cockpit des BMW i4 eDrive40
Zwei Screens verschmelzen zu einem breiten Display © BMW

Der Unterschied zum BMW i4 M50, der beim Spurt einen nochmals heftigeren Magen-Schlag versetzen kann, ist vorhanden, aber eher gering. Er wächst mit allerdings auf der Autobahn mit steigendem Tempo: Während der starke Bruder locker auf über Tempo 200 zieht und erst bei 225 km/h abregelt, macht der iDrive40 schon bei gut 190 Sachen dicht – was in ähnlicher Form schon TV-Moderator Matthias Malmedie im BMW iX verzweifeln ließ.

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BMW i4 eDrive40 im Test: Vor roten Ampeln bremst er selber

Bei flüssiger Landstraßen-Fahrt ist der 40er am ehesten in seinem Element, hier liefert der Heckantrieb sogar noch einen Fahrspaß-Bonus. Die Überlegenheit der Kraftentfaltung gegenüber einem gleich starken Verbrenner ist trotz über zwei Tonnen Gewicht in jeder Situation spürbar, und begeistert gerade in einem flachen Fahrzeug mit niedrigem Schwerpunkt. Mit etwas Übung und Rekuperation in Maximal-Stellung lässt sich das Tempo mit nur dem rechten Pedal regulieren.

BMW i4 eDrive40
Motor/AntriebElektro/Heck
Leistung/Drehmoment250 kW (340 PS) / 430 Nm
Länge/Breite/Höhe4,78 / 1,85 / 1,45 m
Gewicht2.050 kg
Vmax/0–100 km/h190 km/h / 5,7 s
Gepäckvolumen470 – 1.290 l
Normverbrauch/Reichweite19,1-16,1 kWh/100 km / 493-590 km
Preis59.200 Euro

Sonst übernimmt das im Adaptiv-Modus auch gerne das Auto selbst, bremst bei Annäherung an andere oder auch eine rote Ampel stärker ab und speist den Strom in den 83,9-kWh-Akku zurück. Die maximale Reichweite von 590 Kilometern bleibt trotzdem ein theoretischer Wert. Bei flotter Fahrt, zu der dieses Auto einfach animiert, nimmt es etwa 23 kWh pro 100 Kilometer. Nach gut 300 Kilometern schlägt das Navi dann schon besorgt die nächsten Ladesäulen vor, wo der Akku nach einer knappen halben Stunde am Gleichstrom-Kabel auf 80 Prozent erstarkt.

Es muss also nicht zwingend der elektrische M50 sein, um im Münchner Tesla-Killer seinen Spaß zu haben. Der BMW i4 eDrive40 schafft das auch sehr gut – und liefert ein schlagendes Argument für die Elektromobilität.

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