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BMW Alpina B8 Gran Coupé im Test: Besser als das Serienmodell?

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Von: Marcus Efler

Kleinserien-Hersteller Alpina ist dafür bekannt, die schnellsten aller BMW zu liefern. Das neue B8 Gran Coupé kann trotzdem noch überraschen.

Buchloe – Wieder einmal setzt Alpina einem Modell der BMW-Produktpalette die Krone auf. Rein optisch ist ja schon das Original, der 8er Gran Coupé, ein echter Hingucker: bullig, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Das ist beim betont sportlich ambitionierten Bruder aus Buchloe nicht anders. Das Alpina B8 Gran Coupé basiert technisch auf dem viertürigen, 530 PS starken M850i und bekam eine Leistungsspritze, die man bereits von Kraftprotzen wie dem Alpina XB7 oder dem B5 kennt. So leistet der doppelt aufgeladene Achtzylinder stattliche 621 PS und ein maximales Drehmoment von 800 Nm, das stetig zwischen 2.000 und 5.000 Touren anliegt. Der Durchzug aus dem unteren wie mittleren Drehzahlbereich ist schlicht gigantisch. Neben der perfekten Balance aus Sportlichkeit und Komfort, die bei diesem Viertürer einmal mehr eindrucksvoll ist, glänzt der Alpina B8 mit einer Höchstgeschwindigkeit, die es sonst wohl nur aus dem Hause Bentley gibt. (Fahrbericht BMW Alpina B5: Der M5 zieht nicht nur in dieser Disziplin den Kürzeren)

BMW Alpina B8 Gran Coupé, fahrend
Optisch durchaus zurückhaltend: der BMW Alpina B8 Gran Coupé © Roman Raetzke/Alpina

BMW Alpina B8 Gran Coupé im Test: Ist dieses Power-Mobil besser als das Original?

Denn während die Konkurrenz irgendwo zwischen 250 und 315 km/h abregelt, ist der 5,09 Meter lange Allgäuer auf Wunsch und mit entsprechendem Pedaldruck stattliche 324 km/h schnell. Einmal mehr macht sich angenehm bemerkbar, dass der V8 der Bayern über 4,4 Liter Hubraum verfügt und seine Kraft somit aus einem Bierglas mehr an Brennkammer schöpfen kann als die Vierliter-Konkurrenz. Zusammen mit den beiden vergrößerten Turbos nebst angepassten Ladeluftkühlern ist das der Hauptgrund für das willig ansprechende Triebwerk, das sich keine Gedenksekunde gönnt, wenn es aufs Gas geht. Der Normverbrauch von 11,9 Litern Super Plus auf 100 Kilometern ärgert weniger als der mit 68 Litern vergleichsweise kleine Kraftstofftank. (Bentley Continental GT Speed: Wie sportlich ist das stärkste Modell der Baureihe?)

Interieur des BMW Alpina B8 Gran Coupé
Alles edel: Blick in den BMW Alpina B8 Gran Coupé © Roman Raetzke/Alpina

BMW Alpina B8 Gran Coupé im Test: Abstimmung von Federn und Dämpfern glänzt

Bemerkenswert am langen Alpina ist vor allem die entspannte Dynamik, mit der er Fahrer und die anderen Insassen verwöhnt. Natürlich hat der knapp 2,2 Tonnen schwere Koloss jede Menge Hüftspeck auf den bulligen Rippen und nicht den bollernden Luxuscharme eines Bentley Continental, doch eben derart viel Kraft, dass einem niemand ernsthaft davonfahren kann. Dabei glänzt insbesondere die Abstimmung von Federn und Dämpfern in der Verbindung mit den 21-Zöllern, die die Alpina-Entwickler zusammen mit den Reifenspezialisten von Pirelli ausbaldowert haben: Feines Anfedern, guter Abrollkomfort und Seitenwände, die auch in sehr schnell gefahrenen Kurven genügend Widerstand bieten, um die Fahrbahn lesen zu können. Die Lenkung könnte aber in den Sportmodi noch etwas straffer sein. Damit die Leistung auf die Straße kommt, gibt es nicht nur Allradantrieb und eine zusätzliche Hinterradlenkung, sondern auch Wankstabilisierung und einen Differenzialsperre – damit geht kaum Energie verloren und der B8 bringt das auf die Fahrbahn, was der Pilot verlangt.

Technische Daten BMW Alpina B8 Gran Coupé
Motor/Getriebe/AntriebV8-Biturbo / 8-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment457 kW (621 PS) / 800 Nm ab 2.000 U/min
Länge/Breite/Höhe5,09/1,93/1,43 m
Kofferraumvolumen440 l
Vmax/0–100 km/h324 km/h / 3,4 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß11,9 l/100 km / 270 g/km
Basispreis161.200 Euro

Angenehm zurückhaltend bleibt dabei das Geräuschniveau des mit 161.200 Euro teuersten Alpina-Serienmodells. Obwohl das gefahrene Modell nicht mit Dämmglas ausgestattet war, hielt sich der Klangteppich angenehm im Hintergrund. Während der eine oder andere Wettbewerber selbst in den normalen Fahrmodi ebenso kraft- wie lustvoll tönt und sonor grollt, werkelt der Achtzylinder aus bayrischer Fertigung dezent im Hintergrund, bis man in die Sportprogramme wechselt und den Turbomotor aufstachelt. Der Luxus im Innern lässt sich auf Wunsch noch steigern: Hier noch Sonderleder, dort noch ein paar Applikationen und auf Wunsch die Carbonbremse – dann geht es natürlich in Richtung 180.000 Euro. Doch grandiosen Fahrspaß und einen eleganten Auftritt genießt man auch im Basispaket. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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