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Bentley Continental GT Speed: Wie sportlich ist das stärkste Modell der Baureihe?

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Von: Marcus Efler

Noch mehr Leistung für noch mehr Tempo: Der Bentley Continental GT Speed ist das stärkste Modell der Baureihe der Briten. Aber wie sportlich ist er wirklich?

Crewe (Großbritannien) – Wenn ein britischer Luxushersteller ein Modell auf den Markt bringt, fällt stets ein Wort: „effortless“, mühelos. Da so ein englischer Straßenkreuzer in der Regel mehr als zwei Tonnen wiegt, muss natürlich die Motorisierung stimmen. Das ist beim Bentley Continental GT Speed definitiv der Fall: Das Sechsliter W12-Triebwerk liefert 659 PS (24 PS mehr als beim Standardmodell) und ein maximales Drehmoment von 900 Newtonmetern. Auch den Namenszusatz trägt der Bentley zu Recht: Beim Speed sind nur wenige schneller als der Top-Continental. Nach 3,6 Sekunden sind 100 km/h erreicht, und erst bei 335 km/h ist Schluss. (Bentley Continental GT Speed: Das Coupé legt bei der Leistung noch mal zu)

Bentley Continental GT Speed: Wie schnell kann so ein Brocken sein?

Flott geradeaus war noch nie das Problem des Bentley Continental. Aber dieser GT Speed soll ja auch um die Ecken pfeifen und da kommt wieder die Masse ins Spiel. Um die Grenzen der Physik möglichst weit zu verschieben, hat die Truppe um Technikchef Matthias Rabe tief in die Tuning-Trickkiste gegriffen. Beim Continental GT Speed stabilisiert eine Allradlenkung Richtungswechsel bei höheren Geschwindigkeiten, und fördert bei niedrigen die Agilität. Im Zusammenspiel mit dem elektronisch gesteuerten Sperrdifferenzial soll dieser Continental GT leichtfüßiger durch die Kurven tänzeln als seine Brüder. Die aus dem SUV Bentayga bekannte aktive 48-Volt-Wankstabilisierung hält den Vorderwagen horizontal, die riesigen Carbon-Keramikbremsen mit 440 Millimeter großen Scheiben garantieren eine standfeste sowie schnelle Verzögerung, und sparen 33 Kilogramm Gewicht an ungefederten Massen. (Rolls-Royce Boat Tail: Teuerstes Cabrio aller Zeiten – für Beyoncé und Jay-Z?)

Bentley Continental GT Speed auf Rennstrecke
Passt auf die Rennstrecke: der Bentley Continental GT Speed © Stefan Boesl/Bentley

Bentley Continental GT Speed: Sportlich muss nicht hart sein

Nimmt man hinterm Lenkrad Platz, fühlt man sich auch in diesem Luxus-Coupé aus dem VW-Konzern sofort heimisch. Per Knopfdruck erwacht der Zwölfzylinder zum Leben: so dezent, wie es sich für einen britischen Gentleman gehört. Auf den Einführungsrunden schalten wir die Alltags-Fahrmodi durch. In „Comfort“ hält sich das Duo aus Antriebsstrang und Fahrwerk noch zurück. Die Kraft ist aber jetzt schon bei jeder Bewegung des Gaspedals zu spüren. Das ändert sich im Sport-, aber vor allem im Dynamik-Modus. Dann nimmt sich das ESC zurück und lässt vor allem dem Heck mehr Freiheiten. Jetzt also in den Dynamik-Modus, bei dem der Continental alles aus sich rausholt. Das Feine daran ist, dass der Bentley seine noble Fahrwerksattitüde dank des Dreikammer-Luftfederfahrwerks nie ablegt und seine Sportlichkeit nicht mit kompromissloser Härte erkauft. (Bentley sitzt auf, Räder drehen durch – „Besser einen Lkw gekauft“)

Bentley Continental GT Speed: Der Wagen verliert nie die Contenance

Rauf auf die kurze Gerade. Der Zwölfender schiebt den Continental fast unwiderstehlich an. Ran an die erste Linkskurve und rein ins Bremspedal. Die riesigen Scheiben packen in Kombination mit den Zehn-Kolben-Bremssätteln vorne und vier Kolben hinten kräftig zu. Bis zu zehn Megajoule Energie werden so in Wärme umgewandelt. Diese ganze Kraft und vernünftige Dosierbarkeit können nicht verhehlen, dass eine ganze Menge Blech geradeaus drängt. Jetzt einlenken. Der Vorderwagen bleibt stabil und schiebt sich unbeeindruckt in die Kurve. Jetzt kommt die langgezogene Links und es wird Zeit zu carven. Das kann der Bentley Continental Speed besser als seine Verwandten. Fast spielerisch zieht der 4,85 Meter lange Brite seine Bahn und zaubert dem Fahrer ein Grinsen ins Gesicht. Im Dynamikmodus fühlt sich der schicke GT besonders agil an, weil das Heck befreiter mitwirken darf. Auch bei schnellen Richtungsänderungen verliert der grün gewandete Lord nicht die Contenance. (Von Corona-Hilfen: Mutmaßlicher Betrüger gönnt sich diesen Bentley – und noch viel mehr)

Interieur des Bentley Continental GT Speed
Chrom und feinstes Leder: das Interieur des schnellen Bentley © Stefan Boesl/Bentley

Bentley Continental GT Speed: Das Auto macht seinem Namen alle Ehre

Beim Rausbeschleunigen setzt sich der Freudentanz fort. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe reagiert sofort auf die Schaltwünsche des Piloten und der Allradantrieb setzt die mächtige Kraft des Antriebsstrangs in unmittelbaren Vortrieb um. Eben „effortless“. Das gilt auch für den Menschen hinterm Lenkrad, der mit diesem Auto entspannt sehr schnell um die Kurven zirkeln kann. Selbst wenn man das ESC komplett deaktiviert, stellt dieser Bentley den Fahrer nicht vor unlösbare Probleme. Zumal das zum Kurvenrand drängende Gewicht den Piloten immer wieder daran erinnert, dass man hier mehr als zwei Tonnen durch die Gegend scheucht und nicht in einem reinen Sportwagen sitzt. Was zu einer gewissen Zurückhaltung führt. Dennoch macht der Bentley Continental GT Speed seinem Namen alle Ehre. Wenn die Reise weiter als 100 Kilometer führt, weiß man den Komfort zu schätzen. Der Spaß hat aber auch seinen Preis, der vermutlich näher an den 300.000 Euro als an 200.000 sein dürfte. Mühelosigkeit muss man sich eben leisten können. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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