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Audi RS 3 Sportback im Test: So schlägt sich der neue Kompaktsportler

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Von: Simon Mones

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Der Audi RS 3 bietet jede Menge Power und Fahrmodi. Doch wie schlägt sich der Kompaktsportler in unserem Test?

Ingolstadt – Einen Audi TT RS wird es bald nicht mehr geben. Wer also den traditionellen Reihenfünfzylinder haben will, muss in Zukunft zum Audi RS 3 greifen. In der neuesten Ausbaustufe des Kompaktsportlers leistet das aufgeladene Aggregat wie im TT RS knackige 294 kW/400 PS und lässt damit so manchen Sportwagenfahrer blass um die Nase werden. Grundsätzlich teilt sich der neue Audi RS 3 (hier geht’s zum Fahrbericht der Basisversion) mit dem VW Golf 8 R die Technik, der aber auf einen aufgeladenen Vierzylindermotor setzt.

Dort befindet sich stattdessen der Torque Splitter mit einer Lamellenkupplung links und rechts, was eine variable Kraftverteilung ermöglicht. Allerdings können maximal nur 50 Prozent der Antriebskraft nach hinten geschickt werden. Vorne werkelt der Fünfzylinder im Zusammenspiel mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. (Audi A3 40 TFSIe im Test: Der technische Zwilling dieses VW ist im Innenraum deutlich ...)

Ein Audi RS 3 Sportback, fahrend
Der Motor des Audi RS 3 Sportback leistet 400 PS. © Roman Raetzke/Audi AG

Audi RS 3 Sportback im Test: So schlägt sich der neue Kompaktsportler

Der Audi RS 3 ist vollgestopft mit Sensoren, die die Geschwindigkeit der Räder oder den Lenkwinkel im Auge behalten. Dazu kommen die Meldungen anderer Controller, wie zum Beispiel des ESP und des Motorsteuergerätes, die ihre Daten an die beiden Steuergeräte im Torque Splitter senden, die die Kraft entsprechend verteilen. An erster Stelle steht die Dynamik unter der Prämisse eines stabilen Fahrverhaltens. Das bedeutet: Beim Übersteuern geht mehr Moment ans innere Hinterrad, beim Untersteuern ans äußere. Auch wenn der Torque Splitter im Agilitätsorchester die erste Geige spielt, bleibt der Taktstock fest in der Hand des modularen Fahrdynamikreglers. Denn ein geschmeidiges Fahrverhalten kommt nur zustande, wenn alle Systeme an einem Strang ziehen.

Eine Übersicht der Fahrmodi des Audi RS 3
Im Audi RS 3 stehen gleich sieben Fahrmodi zur Auswahl. © sagmeister_potography/Audi AG

Sieben Fahrmodi bietet der RS3 an. Neben den bekannten Programmen Efficiency, Comfort, Auto, Dynamic und RS Individual finden sich auf der rechten Seite des Bildschirms mit RS-Performance und RS Torque Rear die neuen Partituren der Fahrdynamik-Sinfonie. Dass die jetzt umfangreicher ausfällt als bisher, liegt am Torque Splitter. Der RS-Torque-Rear-Modus ist so etwas wie das Spaßprogramm im neuen RS 3, die man in ähnlicher Form vom Ford Fokus kennt. Bei dieser Einstellung werden bis zu 1.750 Newtonmeter ans rechte oder linke Hinterrad geschickt – das erlaubt richtig lässige Drifts oder auf der Rennstrecke mal eben quer durch die Kurve zu tanzen. Für die öffentliche Straße ist dieses Fahrprogramm natürlich nichts. (Audi Grandsphere Concept: Sieht der nächste A8 aus wie in dieser Studie?)

Audi RS 3 Sportback im Test: In 3,8 Sekunden auf Tempo 100

Wer in freier Wildbahn besonders flott unterwegs sein will, wechselt zum RS Performance Modus, bei dem die Technik den Audi RS 3 ausbalanciert um die Ecken feuern lässt. Beim Einlenken auf trockenen Straßen ist der Audi eifrig dabei und beim Rausbeschleunigen aus den Kurven merkt man, wie die Kraft nach vorne transportiert wird und den 1.570 Kilogramm schweren Kompaktsportler förmlich aus der Kurve zieht. Das konzertierte Agieren aller Systeme treibt dem RS 3 fast alle Zickereien aus. Der Kompaktsportler setzt die Wünsche des Fahrers engagiert um, ohne den Piloten vor Probleme zu stellen. Einlenken, warten, Scheitel anvisieren, Lenkwinkel halten, Gas geben – der RS 3 macht es einem einfach. Wenn es doch mal eng wird, packen große Bremsen beherzt zu.

Der Audi RS 3 steht auf einer Straße.
Der Audi RS 3 ist technisch mit dem Golf R verwandt. © sagmeister_potography/Audi AG

Allerdings kann der Fünfzylinder trotz aller Power und der Bemühungen des schnellen Doppelkupplungsgetriebes eine Antrittsschwäche unterhalb von 3.000 Umdrehungen nicht verhehlen. Wenn man alles aus dem Audi RS 3 herausholt, knackt er aus dem Stand nach 3,8 Sekunden die 100-km/h-Marke, ist bis zu 250 km/h schnell und verbraucht dabei 8,8 l/100 km. Mit RS-Dynamikpaket und Keramikbremse sind beim Top-Speed sogar 40 km/h mehr drin. Für den Sprint gibt es ein Start-Programm. Die Multimedia-Flut macht auch vor der Launch Control nicht halt. Beim Raketenstart gibt es jetzt eine Startampel und einen Schaltblitz. (Audi Q3 45 TFSIe Sportback im Test: Dem Plug-in-Hybrid fehlt ein wichtiges Extra)

Audi RS 3 Sportback im Test: Mehr Gewicht, dafür weniger straff

Allerdings stößt auch die modernste Technik an ihre Grenzen, wenn die alte Welt nicht mitspielt. Serienmäßig rollt der Audi RS 3 auf rollwiderstandsoptimierten Reifen. Solange normale Straßenverhältnisse herrschen, ist alles paletti, aber bei sehr nassem oder schmierigem Untergrund machen sich die rund 70 Kilogramm Mehrgewicht auf der Vorderachse bemerkbar und der RS 3 beginnt missmutig über die Vorderräder zu schieben, bleibt aber auch dann kontrollierbar. Die zusätzlichen Pfunde im Vorderwagen sind mit der Grund, dass vorne 265e-Pneus aufgezogen werden, während es hinten 245er sind. Daher verwundert auch die Gewichtsverteilung von 59 Prozent auf der Vorderachse und 41 Prozent auf der Hinterachse nicht.

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Die Karosserie des RS 3 fliegt 25 Millimeter tiefer über den Asphalt als die des regulären A3 und die Räder an der Vorderachse haben einen um einen Grad größeren Radsturz. Wer will, kann bei den RS-Fahrmodi verschiedene Parameter wie die Lenkung einstellen. Aber selbst in der sportlichen Einstellung ist das Fahrwerk nicht brutal straff. „Wir haben viel Kritik eingesteckt, weil wir den letzten RS 3 zu hart gemacht haben“, erklärt Fahrwerksexperte Meic Diessner. (Audi Q4 e-tron gegen Ford Mustang Mach-E: Wer gewinnt das Duell der Elektro-SUV?)

Technische Daten Audi RS 3 Sportback
Motor/Getriebe/AntriebReihenfünfzylinder / Siebengang-DKG / Allrad
Leistung/Drehmoment294 kW(400 PS)/500 Nm bei 2.250 – 5.600 U/min
Vmax/0–100 km/h250 km/h / 3,8 s
Leergewicht1.570 kg
Ladevolumen505 kg
Normverbrauch8,8 l/100 km
CO2-Ausstoß201 (g/km)
Basispreis60.000 Euro

Die Umsetzung ist gelungen. Wobei der Audi RS 3 bei der Dynamic-Einstellung straffer abgestimmt ist als bei der RS-Performance-Einstellung, womit auch gleich der grundsätzliche Unterschied zwischen den beiden Fahrprogrammen erklärt ist. Im Gegensatz zum Wolfsburger Technikbruder lassen vor allem die Fahrprogramme dem Fahrer einen Schuss mehr Freiraum und forcieren die Dynamik etwas mehr.

Audi RS 3 Sportback im Test: 10.000 Euro teurer als der Golf R

Allerdings hat das Ganze seinen Preis: Der Audi RS 3 Sportback kostet mindestens 60.000 Euro. Das sind knapp 10.000 Euro mehr als der technische Bruder Golf R, der einen Zylinder, einen halben Liter weniger Hubraum und 59 kW/80 PS weniger hat als der Ingolstädter Kompaktsportler, bei dem die Serien-Räder mit 19 Zoll einen Zoll größer sind als beim Wolfsburger. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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