Kompaktklasse-SUV

Facelift Audi Q2: Wer ihn als Quattro will, muss an dieser Stelle Abstriche machen

Fahraufnahme eines Audi Q2 35 TDI Quattro von schräg vorn
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Nur bei fehlender Traktion wird die Hinterachse des Audi Q2 35 TDI Quattro angetrieben.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Während andere Kompaktklasse-SUV mit einem breiten Antriebsspektrum zu bekommen sind, ist der Audi Q2 seiner Zeit voraus. Ein Diesel und zwei Benziner sollen reichen: Wir sind den 35 TDI Quattro gefahren.

Ingolstadt – Der Audi Q2 ist eine markante Nummer, das kann man kaum abstreiten. Als sich die Audi-Modelle noch glichen wie ein Ei dem anderen, war er – zunächst als Q1 geplant und dann zum Q2 erhoben – ein Gesicht in der Vier-Ringe-Menge. Zum großen Durchbruch hat es bisher nicht gereicht, doch in Sachen Ausstattung und Design setzt der 4,21 Meter lange Ingolstädter in seiner Klasse allemal Maßstäbe. Wer sich nicht für einen der beiden Turbobenziner mit 1,0 oder 1,5 Litern Hubraum begeistern kann, bekommt mit dem zwei Liter großen Turbodiesel ein überaus stimmiges Paket. Der bekannte Selbstzünder ist in zahlreichen Modellen des Volkswagen-Konzerns verbaut und leistet 110 kW/150 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Nm. Das gelangt im normalen Fahrbetrieb nahezu ausschließlich an die Vorderachse. Eine Lamellenkupplung sorgt bei fehlender Traktion an der Vorderachse dafür, dass bis zu 50 Prozent der Leistung an die Hinterachse gelangen. (Audi A3 40 TFSI e nur in schwächerer Version – dieser Konzernbruder ist stärker)

Facelift Audi Q2: Wer ihn als Quattro will, muss an dieser Stelle Abstriche machen

Der Fahrer merkt davon nichts, außer dass sich der Audi Q2 auch bei rutschiger Fahrbahn problemlos seinen Weg nach vorn bahnt. Der Herbst mit seinen rutschigen Straßen oder gar ein Wintereinbruch bereitet daher keinerlei Kopfzerbrechen. Auch weil die Sicherheitsausstattungen passen. Das Fahrwerk des Audi Q2 35 TDI Quattro ist in Verbindung mit den optionalen 18-Zöllern recht stramm, aber nicht unkomfortabel abgestimmt – sofern man nicht im Sportprogramm unterwegs ist, in dem auch die Gänge höher drehen und das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe etwas kerniger zupackt. Die Lenkung arbeitet überaus präzise und gibt bei jedem Tempo eine gute Rückmeldung von der Fahrbahnoberfläche. Leider ist der Dieselmotor nicht nur beim Kaltstart deutlich zu vernehmen. Da ist selbst der Dreizylinder-Benziner leiser. (Audi-Prozess: Angeklagter Motorenentwickler – „Wir waren die Schmutzigen“)

Facelift Audi Q2 als 35 TDI Quattro: Reichweite bis zu 1.000 Kilometer

Das Ladeabteil reduziert sich beim Audi Q2 35 TDI Quattro auf 355 Liter.

Obligatorisch ist der Audi Q2 35 TDI mit einer Kombination aus siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb unterwegs. Daher hat der Fahrer keinerlei Mühe, den Tatendrang des 1,6 Tonnen schweren Crossovers auf die Straße zu bekommen. Aus dem Stand spurtet das Einsteiger-SUV in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Der Normverbrauch: sparsame 4,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Mit dem 55-Liter-Tank sind Tankstopps nur alle 1.000 Kilometer nötig – ganz ordentlich für einen solchen SUV, in dem zumindest vier Personen Platz haben. Zu fünft sollte man nur auf kurzen Strecken unterwegs sein und natürlich ist der Reisekomfort im Fond für erwachsene Personen bedingt überschaubar. Der Allradantrieb reduziert das Ladevolumen von 405 auf 355 Liter (mit umgeklappter Rückbank: bis zu 1.050 Liter): Wer den Q2 als Allrad will, muss also an anderer Stelle Abstriche machen. Den 35 TDI gibt‘s allerdings ausschließlich als Quattro. Praktisch, aber leider nicht serienmäßig: eine elektrische Heckklappe. (Neuer Audi S3: Gelungener Auftritt des Kompaktsportlers, doch eine Schwäche nervt)

Facelift Audi Q2 als 35 TDI Quattro: Digitales Kombiinstrument nur gegen Aufpreis

Optisch hat sich durch die Modellpflege nicht viel beim Audi Q2 geändert. Leichte Veränderungen an der Front, noch weniger an der Seite sowie am Heck bringen einen nahezu identischen Auftritt. Nunmehr serienmäßig sind LED-Scheinwerfer, die sich auf Wunsch mit sinnvoller Matrixtechnik aufwerten lassen. Bei den Rückleuchten kann sich der Kunde zwischen LED-Rückleuchten mit und ohne dynamischem Blinklicht entscheiden. Im Innenraum gibt es serienmäßig analoge Instrumente und auch im neuen Modell ab Werk kein Navigationssystem. Wer entsprechendes Geld in die Hand nimmt und die Kreuze in der Liste der Sonderausstattungen macht, bekommt animierte Anzeigen hinter dem griffigen Lederlenkrad und ein Multifunktionsdisplay mit einem allerdings nur 8,3 Zoll großen Bildschirm inklusive Routenführung. Per App gibt es dann auch Zugriff auf zahlreiche Fahrzeugfunktionen und Datenübertragung im 4G-Netz. (Audi Q2 Facelift: Statt ellenlanger Preisliste gibt’s jetzt diese Möglichkeit)

Beim Audi Q2 35 TDI Quattro thront optional ein 8,3-Zoll-Bildschirm auf dem Armaturenbrett.

Der Basispreis für den schlecht ausgestatteten Audi Q2 35 TFSI mit seinem 150 PS starken Benziner und Sechsgang-Handschaltung liegt bei 27.200 Euro. Der später nachgeschobene Audi Q2 30 TFSI als Einsteiger mit dem ein Liter großen Dreizylinder-Benziner dürfte unter 25.000 Euro beginnen. Der zwei Liter große Diesel mit 150 PS und der Kombination aus Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe kostet als Advanced-Version mindestens 35.726 Euro und mit entsprechend sinnvollen Sonderausstattungen locker 40.000 Euro. Ein guter Crossover mit kompletter Sicherheitsausstattung und souveräner Motorisierung ist also kein Sparmodell. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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