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Audi A3 40 TFSIe im Test: Der technische Zwilling dieses VW ist im Innenraum deutlich ...

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Von: Sebastian Oppenheimer

Nachdem VW Golf, Seat Leon und Škoda Octavia vorgelegt haben, fährt nun auch der Audi A3 als Plug-in vor – wie die Konzernbrüder gibt es ihn in zwei Leistungsstufen.

Ingolstadt – Bisher erfreute sich der Audi A3 in Europa insbesondere als ebenso sparsamer wie kraftvoller Turbodiesel einer großen Beliebtheit bei den Kunden. Vielen war ein VW Golf zu langweilig und so stieg man gerne in einen A3 mit TDI ein. Da sich die Diesel trotz bekannter Qualitäten nach wie vor auf dem absteigenden Ast befinden, kommt den Plug-in-Hybriden eine zentrale Bedeutung zu. Entsprechend groß sind die Erwartungen an den Audi A3 40 TFSIe, einem technischen Zwilling des VW Golf eHybrid. Auch der Audi, deutlich schicker und insbesondere im Innern deutlich wertiger als der Wolfsburger Bruder, wird von einem 1,4 Liter großen Vierzylinder-Turbo angetrieben und einem Elektromotor unterstützt, der seine Zusatzleistung direkt ins sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe presst.

Fahraufnahme eines blauen Audi A3 40 TFSIe
Der Audi A3 40 TFSIe ist der technische Zwilling des VW Golf eHybrid. © Audi

Audi A3 40 TFSIe im Test: Technisch ein Zwilling dieses VW, aber innen deutlich ...

Der 1,4 Liter große Turbobenziner leistet 110 kW (150 PS), während der Elektromotor zusätzliche 80 kW (110 PS) beisteuert, sodass unterm Strich eine Gesamtleistung von 150 kW (204 PS) zur Verfügung steht. Der große Bruder A3 45 TFSI hat dasselbe Antriebspaket, kann für den sportlicheren Fahrbetrieb jedoch dank geänderter Elektronik aus 180 kW (245 PS) seinen Vortrieb generieren. Die 204 PS der Basisversion hören sich gerade im Zusammenhang mit dem maximalen Drehmoment von 380 Nm allemal sportlich an, doch der Audi A3 PHEV ist nichts zum Rasen oder Spurten, denn es geht in erster Linie um Effizienz. So locken die spektakulär geringen 1,0 Liter Normverbrauch mehr als die sportliche Gangart, denn der Ingolstädter kann wie seine hybriden Brüder namens VW Golf, Škoda Octavia, oder Seat Leon nicht verheimlichen, dass der Großteil der Leistung ein Vierzylinder-Turbo mit überschaubaren 1,4 Litern Hubraum beisteuert. (Audi A6 Avant 55 TFSI Quattro: So viel Benzin soll die Ultra-Technologie sparen)

Blick in den Innenraum eines Audi A3 40 TFSIe
Im Innenraum unterscheidet sich der Audi A3 40 TFSIe nicht von den anderen Motorvarianten. © Audi

Audi A3 40 TFSIe im Test: Mit Allradantrieb ist der Plug-in-Hybrid nicht erhältlich

So sparsam ist der Audi A3 PHEV jedoch nur, wenn man ihn redlich mit Akkupower bepackt und im intelligenten Hybridprogramm bewegt. Dann entscheidet die vernetzte Elektronik selbstständig, ob der Fronttriebler lässig vor sich hin rollt oder der Verbrenner beim stärkeren Beschleunigen in die Bresche springt und versucht, das Mehrgewicht von 180 Kilogramm für Akkupaket und Elektromotor mit zusätzlicher Power aus dem Verbrenner zu überspielen. Im normalen Fahrbetrieb startet der über 1,6 Tonnen schwere Audi A3 obligatorisch elektrisch und braucht zuerst die elektrische Energie der Lithium-Ionen-Batterie auf, bevor der Verbrenner im Normalbetrieb arbeitet. Beim stärkeren Beschleunigen gibt der 4,34 Meter lange Audi A3 40 TFSIe im Hybrid- oder Verbrennermodus seine Antriebskräfte spürbar ans Lenkrad weiter. Eine Allradversion steht in der Kombination mit dem Hybridantrieb leider nicht zur Verfügung.

Mit dem teilelektrifizierten Audi A3 ist man zwar nicht sportlich, aber allemal flott unterwegs. Die Kombination mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe ist zwar nicht derart filigran wie die Version mit sieben Schaltstufen, doch der boostende Elektromotor mit seinen 80 kW überbrückt manchen Drehzahlsprung beim Gangwechsel gekonnt. Die elektrische Reichweite: 63 Kilometer. Danach geht es für mehr als vier Stunden ans Ladekabel, um wieder vollends zu erstarken. Der Normverbrauch liegt bei 13,0 kWh bzw. 1,0 Litern Super auf 100 Kilometern. Das Tankvolumen: knapp 40 Liter. (Dieser Audi steht über Nacht unter Bäumen – so sieht er jetzt aus: „Neuer Anstrich fürs Auto“)

Ein blauer Audi A3 40 TFSIe hängt an einem Ladekabel.
Mehr als vier Stunden dauert es, bis die Akkus des Audi A3 40 TFSIe wieder komplett gefüllt sind. © Audi / Tobias Sagmeister

Audi A3 40 TFSIe im Test: Für lange Autobahnstrecken nicht die erste Wahl

Wer regelmäßig auf längeren Strecken auf der Autobahn unterwegs ist und dann auch schnell sein will, sollte sich lieber für einen der Benziner oder eben einen drehmomentstarken Diesel entscheiden. Doch deren Zeit scheint langsam abzulaufen und in der Kompaktklasse wird es Selbstzünder ab Mitte der 2020er-Jahre kaum noch geben. Wer im Mischverkehr aus Innenstadt, Autobahn sowie Landstraße unterwegs ist, und zu Hause oder auf der Arbeit Strom tanken kann, der sollte sich für den Audi A3 40 TFSIe oder seinen stärkeren Bruder 45 TFSIe mit 245 PS erwärmen können. („Dreckshobel“: So angefressen bietet jemand seinen Audi A4 bei eBay Kleinanzeigen an)

Insbesondere deshalb, weil das mindestens 38.440 Euro teure Fahrzeug auch abseits des Antriebs ein exzellentes Auto mit fein abgestimmtem Fahrwerk, angenehm direkter Lenkung und einem guten Platzangebot ist. Dass der Laderaum durch das Batteriepaket mit 280 Litern deutlich kleiner als beim reinen Verbrenner ist, damit dürften sich die meisten wohl arrangieren können. Wer die Rücksitze umlegt, kann immerhin 1.100 Liter nutzen und sich über die elektrische Heckklappe freuen.

Technische Daten Audi A3 40 TFSIe
Motor/Getriebe/Antrieb1,4-Liter-Vierzylinder mit E-Motor, 6-Gang-DKG, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment150 kW (204 PS) / 350 Nm
Vmax/0–100 km/h227 km/h / 7,6 s
Leergewicht1.635 kg
CO2-Ausstoß24 g/km
Elektrische Reichweite63 km
Normverbrauch1,0 Liter / 13 kWh
Ladevolumen280 – 1.100 Liter
Basispreis38.440 Euro

Audi A3 40 TFSIe: Plug-in-Hybrid vor allem wegen Zuschuss und Steuervorteilen interessant

Der Innenraum des Audi A3 PHEV unterscheidet sich nicht von dem anderer Motorvarianten. Es gibt animierte Instrumente, präzise Displays und eine einfache Bedienung per Touch, Lenkrad oder Sprache. Die Fahrprogramme lassen sich über einen Taster in der Mittelkonsole verständlich durchschalten. Neben dem Modus „Hybrid“ und „Elektro/EV“ gibt es die beiden Fahrmodi „Battery hold“ und „Battery charge“. Beim ersten wird die vorhandene Batterieladung auf dem aktuellen Stand gehalten, im Modus „Charge“ lädt sich das Akkupaket wenig effizient bei der Fahrt wieder auf. Die Kraftflüsse können Fahrer und Insassen auf den beiden animierten Displays verfolgen – falls es interessiert. Doch für die meisten wird der Audi A3 40 TFSIe kaum mehr sein als ein ganz normaler A3, der ganz nebenbei einen stattlichen Zuschuss und nennenswerte Steuervorteile bekommt. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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