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VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: So wird der elektrische Polo

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Von: Marcus Efler

Nach dem Auslaufen des kleinen e‑up! arbeitet VW an seinem künftigen elektrischen Kleinwagen. Die Studie ID.Life ist schon ziemlich nah dran – bis auf ein paar Gimmicks.

Wolfsburg – Bei der elektrischen VW-Flotte fehlt nach dem Auslaufen des e‑up! eine Abrundung nach unten. Und gerade für die urbane Mobilität ist ein kleiner Stromer, der den beliebten, konventionellen VW Polo ergänzt und künftig ersetzt, unabdingbar. Doch bei dem niedersächsischen Autobauer dauert es noch ein wenig, bis diese Lücke geschlossen wird. „Der ID.Life ist unsere Vision der urbanen vollelektrischen Mobilität der nächsten Generation. Die Studie gibt einen ersten Ausblick auf ein ID.-Modell im Kleinwagensegment in der Preisklasse von ungefähr 20.000 Euro, das wir 2025 auf den Markt bringen werden“, erklärt Volkswagen-Marken-CEO Ralf Brandstätter. (Elektroauto zum Falten: Mit diesem Trick will der City Transformer verblüffen)

VW ID.Life, fahrend
Flott unterwegs: der VW ID.Life © VW

VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: So wird der elektrische Polo

Das Konzeptauto, das auf der Münchner IAA Mobility zu sehen war, ist natürlich noch ziemlich verspielt mit einem effektheischenden LED-Lichtgrill und der lustigen Motorhaube aus Stoff, die sich per Reißverschluss öffnen lässt. Auch das Textildach kann man bei Bedarf entfernen, was ein bisschen Targa-Feeling verspricht. Der Innenraum mit dem Holz-Armaturenbrett und den Touchflächen im Lenkrad lässt ebenfalls mehr Vision als Realität vermuten. Doch bei der Raumökonomie wendet sich das Blatt in Richtung Serien-Standard. Denn hinten finden auch Menschen um die 1,85 Meter Größe Platz, ohne die Knie neben die Ohren nehmen zu müssen: Ein großer Vorteil der Verwendung des Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) gegenüber der noch beim up! angewandten Strategie, einfach den Verbrennungs- durch einen Elektromotor zu ersetzen. (Elektroauto als Kraftwerk: So bringt der Sono Sion Solarstrom ins Haus)

VW ID.Life, fahrend, von seitlich hinten
Bis zur Serienreife wird der ID.Life noch im Detail verändert. © VW

VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: 400 Kilometer Reichweite erwartet

Der VW ID.Life ist 4,09 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,60 Meter hoch, der Radstand beträgt immerhin 2,65 Meter, was auch die kurzen Überhänge zeigen. „Von der Plattform sind wir schon sehr nah an der Serie“, verspricht Dzemal Sjenar, verantwortlich für Konzeptautos und Studien. Der elektrische Kleinwagen bekommt Vorderradantrieb, die Studie bietet stattliche 234 PS und erledigt den Sprint auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Im Unterboden befindet sich eine 57-Kilowattstunden-Hochvoltbatterie, die eine Reichweite von praxistauglichen 400 Kilometern ermöglicht: Stadtbewohner ohne eigene Garage und Wallbox müssen also nicht ständig eine öffentliche Ladesäule aufsuchen. (Cupra geht vor Seat: Darum schiebt VW die Traditionsmarke aufs Abstellgleis)

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VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: Komfortabel auch auf schlechten Wegen

Jetzt schwingen wir uns hinters Lenkrad, das aussieht wie bei einem Formel-1-Rennwagen. Wie soll da das Übergreifen funktionieren? Das Anfahren geht ganz entspannt vonstatten. Ein vollständiges Urteil können wir uns noch nicht erlauben, da die Geschwindigkeit des Konzeptfahrzeugs auf 40 km/h begrenzt ist. Dennoch sind wir von dem Fahrwerk beeindruckt, das sogar eine mit Steinen übersäte Schlechtwege-Strecke gut wegsteckt. Da hilft auch der vergleichsweise lange Federweg, denn der VW ID.Life ist im Grunde ein Crossover, dessen Bodenfreiheit von 19 Zentimeter durch die Batterie etwas kaschiert wird. (Elektroautos im Einheits-Design: Darum kommen so viele Stromer als SUV)

Interieur des VW ID.Life
Für die Generation Smartphone: das Interieur des VW ID.Life © Uli Sonntag/VW

VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: City-tauglich mit kleinem Wendekreis

Der VW ID.Life fährt sich absolut nicht wie eine Studie, die man wie eine Kiste mit rohen Eiern um die Strecke trägt. Im Gegenteil: Ein kurzes Antippen des rechten Pedals führt elektrotypisch sofort zu einer Reaktion in Form einer kurzen Beschleunigung. Es fällt auf, wie leise es in dem Konzeptfahrzeug zugeht. Dazu ist der Wendekreis des Stromflohs sehr klein: Ein Umgreifen beim Lenkrad wird daher meist nicht nötig sein. Die Vorderachse ist übrigens eine klassische Doppelquerlenkerachse. So ein bisschen alte Welt wird es also auch beim elektrischen Cityfloh geben. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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