1. 24auto
  2. Tests
  3. Ersteindruck

Volkswagen ID.6: SUV in doppelter Ausführung – nur in China

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Simon Mones

Kommentare

Auf der Auto China in Shanghai feierte in diesem Frühjahr der VW ID.6 seine Premiere. Mit leichter Verspätung startete der Elektrocrossover nun.

Wolfsburg – Volkswagen bringt aus seiner Elektrofamilie immer mehr Kinder auf die automobile Welt. Nachdem der ID.3 insbesondere als elektrische Alternative zum Golf die Europäer begeistern sollte, folgte mit dem größeren ID.4 und dessen nun folgender Coupévariante ID.5 der Weltbürger.

Volkswagen ID.6: Elekro-SUV in doppelter Ausführung

Bevor mit dem ID. Buzz ab 2023 die Amerikaner jubeln sollen, steht der größte Markt der Wolfsburger im Fokus: China. Hier darf und muss es auch bei Elektroautos gerne eine Nummer größer sein und das soll der neue ID.6 richten. Genau genommen gibt es den VW ID.6 gleich in doppelter Ausführung, denn er wird parallel bei den beiden VW-Kooperationspartnern FAW und SAIC produziert. Die Version aus dem Norden hört dabei auf die Bezeichnung ID.6 Crozz und wird in Anting gefertigt, während im Süden des Landes in Foshang der ID.6 X vom Band rollt. (VW ID.Life als Prototyp auf Testfahrt: So wird der elektrische Polo)

Zwei ID.6, stehend.
Den ID.6 gibt es in China in zwei unterschiedlichen Versionen. © Volkswagen

Technisch sind beide Modelle auf dem modularen Elektrobaukasten MEB weitgehend identisch, jedoch gibt es leichte optische Unterschiede an Front und Heck. Die beiden China-Brüder bieten auf einer Länge von jeweils 4,88 Metern Platz für bis zu sieben Personen, da es im Unterschied zu ID.4 und ID.5 dank des Längenzuwachses von 30 Zentimetern drei Sitzreihen gibt. Das Platzangebot ist vorne und im Fond gut – die im Laderaum ausklappbaren Sitze in der dritten Reihe sind allenfalls Notsitze für Kinder. (Volkswagen schnürt ID.5-Doppelpack – auch GTX feiert Premiere)

Volkswagen ID.6: Elektro-SUV wird bei 160 km/h abgeriegelt

Angeboten werden die verschiedenen Versionen des chinesischen VW ID.6 wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb. Es gibt 132 kW/180 PS, 150 kW/204 PS oder eine Topvariante mit 225 kW/306 PS und einem maximalen Drehmoment von 220 oder 310 Nm. Zumindest auf dem chinesischen Markt wird auch die Topversion bei 160 km/h und nicht wie in Europa bei 180 km/h abregelt. (VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte: „Keine gute Ingenieursarbeit“)

Ein VW ID-6.
In China wird der VW ID.6 bei 160 km/h abgeregelt. © Volkswagen

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Aus dem Stand spurtet die Basisversion in 9,5 Sekunden auf Tempo 100, beim 306 PS starken Topmodell reduziert sich diese Zeit auf 6,6 Sekunden. Der 2,3 Tonnen schwere VW ID.6 wird aus beiden Werken heraus mit Batteriepaketen von 62 beziehungsweise 82 kWh angeboten. Die elektrischen Reichweiten liegen zwischen 436 und 588 Kilometern nach dem chinesischen Verbrauchszyklus China-NEDC. Geladen werden kann mit dem neuesten Software-Update mit 135 kW. (Volkswagen gegen Tesla: Akku-Test – dieses Modell zieht den Kürzeren)

Volkswagen ID.6: Unterschied zum ID.4 kaum spürbar – trotz Größe

Am Steuer spürt man kaum einen Unterschied zum kleineren VW ID.4. Es gibt knapp 150 Kilogramm mehr Gewicht, doch selbst der Längenzuwachs und der auf 2,97 Meter verlängerte Radstand machen in Sachen Fahrdynamik kaum nennenswerte Unterschied. Angenehm bleiben der niedrige Schwerpunkt und die direkte Lenkung, wobei die elektrische Lenkung unverändert künstlich wirkt und die Rückmeldung eine völlig andere ist, als bei den Verbrennermodellen. (Elektro-Crossover VW ID.6: Der große Bruder des VW ID.4 kommt – aber vorerst nicht bei uns)

Zwei ID.6 von hinten, fahrend.
Die elektrische Lenkung wirkt auch beim VW ID.6 unverändert künstlich. © Volkswagen

Daran kann man sich jedoch schnell gewöhnen und präzise genug ist die Unterstützung allemal. Das gilt auch für das Anfedern der Vorderachse, das sich ähnlich zum VW ID.4 präsentiert und völlig anders darstellt als bei einem VW Tiguan Allspace oder gar einem VW Touareg, an dessen Tür der fast 4,90 Meter lange Elektrocrossover aus chinesischer Fertigung klopft. (VW innovativer als Tesla? Ranking der Automarken sorgt für Überraschungen)

Volkswagen ID.6: Mehr Luxus für chinesische Kundschaft

Die Serienausstattung des neuen VW ID.6 ist ebenfalls sehr ähnlich zu der des kleinen ID.4 und seinem Coupébruder ID.5. So gibt es animierte Instrumente mit einer zu kleinen Anzeigeeinheit nebst üppigem Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion hinter dem Lenkrad. Groß dimensioniert und einfach zu bedienen präsentiert sich das zwölf Zoll große Zentraldisplay in der Mitte der Armaturentafel. (Volkswagen zieht Stecker: Dienstwagen nur noch als Verbrenner)

Da die Nachfrage nach Luxusausstattungen in China größer ist als in Europa, gibt es die beiden ID.6-Varianten anders als auf dem europäischen Markt auch mit elektrischen Ledersitzen und nicht nur Stühle mit Stoff oder Kunststoff. Die zweite Sitzreihe, auf Wunsch ebenfalls beheizbar, lässt sich in der Länge verschieben und auf Wunsch ist auch das serienmäßige Panoramadach mit einer Öffnungsfunktion zu bekommen. Der VW ID.6 rollt auf 19 bis 21 Zoll großen Alurädern.

Volkswagen ID.6: Kommt Elektro-SUV bald auch nach Europa?

Mit seiner ID-Familie will Volkswagen dafür sorgen, dass bis zum Jahre 2030 mindestens die Hälfte der  Neufahrzeuge elektrisch angetrieben wird. Bis zum Jahre 2023 sollen in China acht ID-Familienmitglieder auf den Markt kommen. Jedoch dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass der VW ID.6 beizeiten auch den Sprung nach Europa und insbesondere in die USA schafft, denn den Amerikanern ist der ID.4 zu klein und auch in Europa braucht man für die eigenen Elektrovorgaben mehr Modelle als ehemals geplant. Dabei dürfte es erst einmal keine dezentrale Fertigung geben und so würde der VW ID.6 wohl ebenso wie der BMW iX3 von China aus in die Welt exportiert. (Stefan Grundhoff/press-inform)

Auch interessant

Kommentare