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Neuer Sono Sion: So schlägt sich das kleine Elektroauto aus München

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Von: Marcus Efler

Klein, preiswert und mit Solarzellen: Das E-Auto des Start-ups Sono Motors tritt an, die City-Mobilität zu verändern. Eine Probefahrt mit dem Prototyp zeigt, ob das funktionieren kann.

München – Die beiden Prototypen des Sion heißen Salz und Pfeffer. Die Namen sind mit Bedacht gewählt, denn die Automobile stehen für die Farben Weiß und Schwarz. Die Macher des Elektroautos fragten die Community, welche Farbe denn das Serienfahrzeug haben solle. Die Entscheidung fiel mit 52 zu 48 Prozent zugunsten der Farbe Schwarz aus. Diese Basisdemokratie ist Teil des Konzepts, mit dem Laurin Hahn und Jona Christians mit ihrem Start-up Sono Motors die Elektromobilitätswelt erobern wollen. Denn die Gemeinschaft der mehr als 13.000 Personen, die das 2023 erscheinende Elektroauto finanziert und bereits bestellt haben, und sonstige Interessenten reden bei der Gestaltung des Fahrzeugs ein gewichtiges Wort mit. „So halten wir die Kosten überschaubar, denn es wird den Sion nur in einer Version geben“, erklärt Laurin Hahn. Als Konsequenz des Minimalismus wird der Stromer nur 25.500 Euro kosten. „Der Sion ist ein Auto, das dich von A nach B bringt“, postuliert Jona Christians. (Ist dieser Smart noch smart? Neues Modell erschüttert Fans)

Sono Sion ausprobiert: So fährt sich das kleine Elektroauto aus München

Der Prototyp, in dem wir eine erste kurze Fahrt unternehmen, schaut noch aus wie eine rollende Schuhschachtel, die fünf Personen Platz und dazu ein Kofferraumvolumen von 650 Litern bietet. Die technischen Parameter sind bereits festgezurrt: Das Auto ist 4,47 Meter lang, der Elektromotor von Continental/Vitesco leistet 120 kW / 163 PS und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h sowie ein unspektakuläres Fahrverhalten. Mit einer maximalen Ladeleistung von 75 kW sind die Energiezellen in weniger als einer Stunde wieder gefüllt. Der Sion soll seinen Strom aber auch an andere Elektroautos oder über eine Schuko-Steckdose an Haushaltsgeräte abgeben. Für Energie sorgen originellerweise auch 248 Solarzellen ringsum auf der Karosserie, die die Akkus mit Sonnenenergie speisen und so zumindest teilweise autark von der Ladestruktur machen: Im Jahresdurchschnitt soll der Sion mit der Kraft der Sonne 112 Kilometer pro Woche weit kommen, maximal sind sogar 245 Kilometer drin. Wir konnten auf einem Monitor im Auto beobachten, wie die Sonne oder sogar reflektiertes Sonnenlicht Strom erzeugt. Auch im Januar sollen die Solarzellen Reichweite liefern. Durch die Photovoltaik-Zellen spart sich der Hersteller außerdem die Lackierung und aufwendige Presswerkzeuge. (Elektroautos: Darum müssen sie in Zukunft wieder Lärm machen)

Sono Sion, fahrend
In jeder Farbe lieferbar, solange es Schwarz ist: der Sono Sion © Stefan Schuetz/Sono Motors

Sono Sion ausprobiert: Unabhängiger dank Solarzellen auf Karosserie

Klassische Solarpanel wären allerdings zu schwer und anfällig für ein Automobil, das ja auch Crashtests bewältigen muss. Also bestehen die flexiblen Panels aus Spritzguss mit einem Kupferelement an der Rückseite, wo sich auch die Leiterplatten befinden. Die Effizienz liegt aktuell bei 21 Prozent. Das Hirn hinter dieser Energie-Jongliererei befindet sich unter der vorderen Haube und heißt „Maximum Power Point Trailer Control Unit“ (MPPTCU). „Was wir haben, hat kein anderer in der Industrie“, freut sich Laurin Hahn. Die ersten Schwergewichte wie Lkw-Hersteller MAN haben bereits Interesse an der patentierten Technologie signalisiert. (ADAC testet KfW-Wallboxen: Diese vier Ladestationen wurden mit „gut“ bewertet)

Innenraum des Sono Sion
Funktionaler Charme: der Innenraum des Sono Sion © Sono Motors

Sono Sion ausprobiert: Im alten Saab-Werk sind zwei Schichten geplant

Der Sion agiert auf der Testfahrt unproblematisch, ist aber sicher kein Kurvenkünstler. Auch sollte das endgültige Design innen etwas mehr Platz bieten. Denn die Praktikabilität ist der entscheidende Kaufgrund für den BEV. Die Community wollte eine größere Batterie, also bekommt sie 54 kWh für bis zu 305 Kilometer. Mit der Energie, die von den Solarzellen kommt, wächst die Reichweite im besten Fall auf über 400 Kilometer. Das ist ordentlich, und auch sonst sind die Ziele des Start-ups durchaus ambitioniert: Im ehemaligen Saab-Werk in Trollhättan sollen in zwei Schichten jährlich 43.000 Fahrzeuge entstehen, in einer Laufzeit von sieben Jahren rund 257.000 Sion zu den Käufern rollen. Damit wollen sich die Himmelsstürmer aus München aber nicht zufriedengeben: Das Facelift des Sion ist schon in Planung. Und sogar über ein weiteres, größeres Modell der Kompaktklasse denken die Macher von Sono Motors nach. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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