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Rimac Nevera: So sensationell fährt sich das stärkste Elektroauto der Welt

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Von: Marcus Efler

Gigantische Beschleunigung, unerhörte Höchstgeschwindigkeit: Das ist der neue elektrische Supersportwagen Rimac Nevera aus Kroatien. Wir sind schon damit gefahren.

Zagreb (Kroatien) – Firmengründer und Rimac-CEO Mate Rimac fährt privat einen grauen BMW M5. Denn auf längeren Strecken habe ein Elektroauto seine Schwächen, räumt der Kroate ein. Doch gehe es um die pure Performance und den Fahrspaß, habe ein Verbrenner gegen einen Sportwagen mit Elektroantrieb keine Chance. Dass das nicht nur markige Sprüche sind, davon kann man sich beim neuen Rimac Nevera überzeugen. Denn der spektakuläre Hypersportler, der vier Jahre als Prototyp C_Two hieß, hat mittlerweile einen echten Namen: Nevera. Wie der Sturm an der kroatischen Küste, der überraschend das Mittelmeer in Wallung bringt. (Rimac Nevera vorgestellt: Balkan-Bolide überzeugt mit fulminanter PS-Power)

Rimac Nevera im Drift

Driften trotz Allrad: kein Problem für den Rimac Nevera © KL-Photo

Rimac Nevera: So spektakulär fährt sich das stärkste Elektroauto der Welt

Das Auto zum Wind hat ein nicht mal 35-jähriger Drift-Fan erschaffen, der längst als europäischer Elon Musk gilt. Mate Rimac hat dem kroatischen Sportwagenhersteller nicht nur Namen und Impulse, sondern auch Herzblut und Innovationskraft gegeben. Herausgekommen ist eine Elektroflunder, die dank vier Elektromotoren in weniger als zwei Sekunden auf 100 km/h spurtet. Wie sich so etwas anfühlt, weiß nur, wer es einmal selbst ausprobiert hat. Also einsteigen – auf der Runway des Flughafens in Zadar. Chef-Testfahrer Miro Zrncevic schaut noch mal durch das schmale Fenster rein: „Einfach den linken Fuß auf die Bremse, Vollgas geben und dann die Bremse lösen – dann spurtet der Nevera los.“ Gehört, getan: Der Spurt des mit 1.408 kW oder 1.912 PS stärksten Elektrosportlers der Welt ist gewaltig. Der knapp 2,2 Tonnen schwere Allradler donnert über die Startbahn, dass einem Gesichtszüge und Körpermasse entgleisen. Irgendwann hinter 250 km/h müssen wir auf die Bremse – dem Tiefflieger geht die Startbahn aus. Das Beifahrerdisplay, gerade noch so aus den Augenwinkeln zu erkennen, zeigt die aktuelle Rekuperations-Leistung der Vollbremsung mit knapp 300 Kilowatt an. Oh Mann, das war ein Ritt! Gleich noch mal die mehr als 2.000 Nm genießen, die sich mit dem rauen Asphalt über die vier Räder verzahnen. Schlupf? Kaum spürbar. (Hongqi S9 Hybrid: Hypercar hat richtig Power – Design stammt von altem Bekannten)

Rimac Nevera, fahrend von hinten

Der Heckflügel des Rimac Nevera passt sich der Fahrsituation an. © KL-Photo

Rimac Nevara: In nicht mal zwei Sekunden von null auf Tempo 100

Doch auch wenn der Spurt von null auf Tempo 100, 200 oder gar Tempo 300 für viele das Maß der Dinge sein dürfte: Es ist die Fahrbarkeit des Rimac Nevera, die einen wirklich begeistert. Problemlos bringt er seine Leistung auf den Boden. Und weil der Chef seine Autokarriere einst in einem umgebauten BMW 3er mit Elektromotor begann, kann auch der Nevera driften: „Es wird auf jeden Fall Kunden geben, die das mit so einem Wagen wollen.“ Also über den Aluraster aus den zahlreichen Programmen den Drift-Modus angewählt und dann wird es wirklich gewaltig: Mehr Leistung an die Hinterräder und im ersten vorsichtigen Drift geht ein Teil der Michelin-Hochgeschwindigkeitsreifen in Rauch und Gummiabrieb auf der Piste auf – während das graue Vorserienmodell seitlich ungewohnt kalkulierbar auskeilt und die Landebahn dabei nahezu komplett ausnutzt. 2.360 Newtonmeter maximales Drehmoment machen den Allradler zu einer gefährlichen Waffe, die sich durch das aktive Torque Vectoring jedoch zwei Klassen kleiner fährt. (Toyota bringt 1.000-PS-Renner: So happig wird der Preis des Supersportlers)

Rimac Nevera, stehend mit geöffneten Türen

Spektakulär auch im Stand: der kroatische Flügeltürer © Ivan Lackovic

Rimac Nevara: Extreme Leistung für zwei Millionen Euro netto

Driften in einem fast 2.000 PS starken Hypersportler, der 412 km/h schnell ist und zwei Millionen Euro netto kostet – das ist purer Wahnsinn. Auch weil das alles in einem Elektrosportler nahezu ohne Motorengeräusch vor sich geht. Wer den Rimac Nevera fährt, weiß, wie schwer es leistungsstarke Super- und Hypersportler in den nächsten Jahren haben werden, die mit 1.000 oder mehr Pferdestärken um die Aufmerksamkeit der Millionäre buhlen. Weiter geht’s über öffentliche Straßen, wo man auch Zeit findet, den komplett individualisierbaren Innenraum mit Leder, Alcantara und Sichtkarbon zu begutachten – mit bequemen Sitzen und einem Lenkrad, das mit seinen Bedienmodulen mehr als nur lenken kann. Auf der Straße ist der Nevera ein ganz normaler Sportwagen – zumindest beinahe. Die Karosserie ist steifer als bei einem Le-Mans-Prototypen und der Komfort überraschend groß. Displays, Schalter, Bedienelemente, Sitze und selbst der coole Schlüssel: alles aus eigener Fertigung. „Das mussten wir machen, denn für die 150 Fahrzeuge hätte keiner Schalter oder einen speziellen Schlüssel angefertigt“, erklärt Mate Rimac. Und der kroatische Elon Musk wollte für seinen Traumwagen eben nichts von der Stange. (Morand Hypercar: Atemberaubend schnell, aber auch irre teuer)

Interieur des Rimac Nevera

Edel und individuell nach Kundenwunsch: das Interieur © Rimac

Rimac Nevara: Feinabstimmung für Lenkung, Bremsen und Fahrwerk

Auf der Landstraße der Inselgruppe vor der kroatischen Küste ist es noch leer, ein kleiner Zwischenspurt daher immer mal drin. Links und rechts fliegen karge Mondlandschaften vorbei, bevor es mit Tempo 50 durch die Ortschaften geht. Je nach angewähltem Fahrprogramm reckt sich im überraschenderweise analogen Rückspiegel ein mächtiger Flügel in den kroatischen Himmel, der für Anpressdruck oder Unterstützung bei der Bremsleistung sorgt. Und auch wenn beim Vorserienmodell noch Lenkungsrückmeldung, Bremsgefühl und Fahrwerk etwas Feinabstimmung vertragen, wirkt die Elektroflunder verblüffenderweise viel ausgereifter als ein Kleinstserienmodell, von dem Rimac in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Fahrzeuge produzieren und verkaufen will. In der gleichen Fertigung entsteht auch das technische Zwillingsmodell des Pininfarina Battista, der etwas eleganter daherkommt.

Technische Daten Rimac Nevera
Motor/Antrieb4 Elektro/Allrad
Leistung/Drehmoment1.408 kW (1.912 PS) / 2.360 Nm
Vmax/0–100 km/h412 km/h / ca. 1,9 s
Reichweitemax. 550 km
Preis2.000.000 Euro netto

Rimac Nevara: Entwickler haben auf Alltagsnutzen geachtet

Doch auch beim Nevara achteten die Entwickler auf Alltagsnutzen. Im Range-Modus hat das schnellste Elektroauto der Welt eine Reichweite von 550 Kilometern – möglich macht’s eine 120-kWh-Batterie im Unterbau, die im Zusammenspiel mit dem Kohlefaserchassis fast 40 Prozent der Fahrzeugsteifigkeit beisteuert. Das Akkupaket erstarkt in knapp 20 Minuten auf bis zu 80 Prozent, wenn die 500-kW-Ladetechnik dann auch flächendeckend verfügbar ist. Das wird noch eine Weile dauern. Und wohl noch länger, ehe es einen Sportwagen gibt, der den Rimac Nevera überholen kann. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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