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Pininfarina Battista schon gefahren: Hypercar ist der italienische Bruder des Rimac Nevera

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Von: Marcus Efler

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Technik aus Kroatien, Design aus Italien: Das elektrische Hypercar Pinifarina Battista weckt höchste Erwartungen. Kann es sie erfüllen?

Cervesina (Italien) – Wenn Italien gegen Kroatien Fußball spielt, geht es meistens sehr hitzig zur Sache. Ab nächstem April gibt es das Duell der beiden Nationen auch auf dem Asphalt. Denn dort tritt der Rimac Nevera gegen den Pininfarina Battista an. Die beiden Elektro-Hypersportler sind technisch eng verwandt: Die Plattform stammt von den Kroaten.

Pininfarina Battista klingt per se schon nach Grandezza und stilsichere Automobil-Tradition. Das spiegelt sich dann auch im Design wider, bei dem die Italiener auf geschwungenere Formen setzen als der kroatische Verwandte – und das beim diesjährigen Concorso d‘Eleganza Villa d‘Este einen Preis abgeräumt hat. (Rimac Nevera: Neuer Weltrekord – Elektroauto mit Viertelmeilen-Fabelzeit)

Pininfarina Battista schon gefahren: Hypercar ist der italienische Bruder des Rimac Nevera

Die beiden Technik-Brüder geben sich bei Leistung, Gewicht und Preis nicht viel. Die vier Elektromotoren des Battista entfalten bis 1.400 kW/1.900 PS, also 9 kW/12 PS weniger als im Nevera, bei identischem Drehmoment von 2.360 Newtonmetern. Da das Gewicht mit knapp 2,2 Tonnen ebenfalls fast gleich ist, dürfte es auch beim Sprint von null auf 100 km/h keinen Sieger geben. „Unter zwei Sekunden“ heißt es bei Pininfarina, beim Rimac sind es 1,85 Sekunden.

Pininfarina Battista, fahrend
Drift mit 1.900 PS: Der Pininfarina Battista hat Power ohne Ende. © Pininfarina

Bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Kroate mit 412 km/h gegenüber 350 km/h nominell die Nase vorne. Beim Preis herrscht wieder Gleichstand: Zwei Millionen Euro kostet der Rimac Nevera, ab 1,98 Millionen der Pininfarina Battista. Das „ab“ ist hier wichtig, denn der Gestaltungsfreude der Kunden sind keine Grenzen gesetzt. „Jeder Battista ist ein Unikat“, sagt Chef Per Svantesson. Nach 150 Exemplaren ist Schluss. (Mate Rimac: Darum gilt der 33-jährige Kroate als europäischer Elon Musk)

Pininfarina Battista schon gefahren: Nick Heidfeld hilft bei der Feinabstimmung

Bis zum Serienstart feilen die italienischen Ingenieure noch an der Abstimmung der Systeme. „Von der Hardware her ist das Auto fertig“, erklärt Chefingenieur Paolo Dellachà. Dafür wird der ehemalige Formel-1-Pilot Nick Heidfeld in nächster Zeit Extra-Schichten schieben. Auch an der Aerodynamik wird noch getüftelt. „Das ist ja eine Pininfarina-Tradition“, weiß Per Svantesson, und Nick Heidfeld ergänzt: „Die Kühlung ist zu gut, da können wir noch was machen!“

Was sich aber nicht verändern wird, ist die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der die vier E-Maschinen das rollende Projektil auf der Start-Ziel-Gerade auf dem Circuito Tazio Nuvolari nach vorne katapultieren. Während man atemlos auf den Bremspunkt zustürmt, klettern die Stundenkilometerzahlen im Zehntelsekunden-Stakkato nach oben. Beeindruckend! Brachial! Brutal! (Rimac Nevera: Testfahrer rast mit 232 km/h über Landstraße – das wird teuer)

Pininfarina Battista schon gefahren: Beeindruckend! Brachial! Brutal!

Auf öffentlichen Straßen erfreut der Battista mit präziser Lenkung. Das Einlenken in schnelle Kurven gefällt so gut wie auf der Rennstrecke, auf der Landstraße agiert der Battista völlig problemlos. Da helfen die fast perfekte Achslastverteilung von 48 vorne zu 52 Prozent hinten, der tiefe Schwerpunkt sowie die Tatsache, dass die Gummilager der Radaufhängung an der Vorderachse und vor allem der Stabilisator steifer ausgelegt sind als beim Rimac. Der stabilere Vorderwagen zahlt sich nicht nur im Kurveneingang, sondern auch beim Komfort aus: Der Battista soll ja ein GT sein, also ein Gran Turismo, also auch für die große Tour geeignet.

Pininfarina Battista, stehend, von seitlich hinten
Geschwungene Form: Der Battista tritt eher gefällig als extrem auf. © Pininfarina

Dazu passt der Akku mit 120 Kilowattstunden und bis zu 500 Kilometer Reichweite. Dank 800-Volt-Ladetechnik kann er in 25 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt werden. Wer zu Hause lädt, braucht zwar länger, freut sich aber über die Wallbox in der Farbe des Autos. (Bis zu 2.000 PS: Diese Spaß-Stromer kommen bald)

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Pininfarina Battista schon gefahren: Der deutsche Sportwagen bleibt chancenlos

Der Pininfarina Battista bietet fünf Fahrmodi an: Calma (ruhig), Pura (pur), Energica (dynamisch), Furiosa (rasant) und das individuell einstellbare Carattere (Charakter). In Calma und Pura geht das Fahrwerk möglichst rücksichtsvoll mit den Passagieren um, wobei in Ersterem die Karosserie etwas nachwippt, und der Wagen nur 408 PS und 1.180 Nm bereitstellt. Auch die Umsetzung der Befehle des Fahrpedals findet vergleichsweise zurückhaltend statt.

Interieur des Pininfarina Battista
Hightech pur: Das Cockpit des Pininfarina Battista. © Pininfarina

Je jeder metallisch klickenden Drehung am Fahrspaß-Knopf steigt die Leistung, bis der Battista zur (zähmbaren) Bestie wird. Ab Energica lässt man alles stehen, was sich auf der Straße bewegt. So geschehen auf dem Beschleunigungsstreifen zur Autobahn, als ein ambitionierter Fahrer eines deutschen Premium-Produktes auf der linken Spur es unbedingt wissen wollte – und keine Chance hatte. (Ferrari F40 geschrottet: Hier liegen mindestens 1.000.000 Euro im Graben)

Pininfarina Battista schon gefahren: Die Italiener machen alles etwas anders

Im Battista blickt man natürlich nicht zurück. Und falls es doch mal sein muss, wird das Bild im großen Rückspiegel von einer Kamera gespeist. Daran gewöhnt man sich schnell, es hilft bei der ziemlich mäßigen Übersicht nach hinten. Das Cockpit besteht aus jeder Menge Carbon, Sitzschalen und drei Monitoren, wovon zwei wie ein V auf den Fahrer ausgerichtet sind. In der Mitte befindet sich eine Art senkrecht stehendes Smartphone, das die Geschwindigkeit anzeigt. Außer einer Tastenleiste unterhalb des Hauptmonitors ist das Interieur ziemlich entschlackt. Zum Beispiel stellt man den Sitz über einen kleinen Bildschirm am Lenkrad ein.

Man merkt den Italienern eben an, alles etwas anders machen zu wollen. Falls der seltene Fall eintritt, dass ein Rimac und ein Pinifarina mal aufeinandertreffen – und es tatsächlich zum Duell der Elektro-Boliden kommt. (Wolfgang Gomoll; press-inform)

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