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Opel Manta GSe im Test: Elektro-Kultauto lässt Fans schwärmen – kommt das Serienmodell?

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Von: Christian Schulz

Die Elektromobilität hat oft das Problem, Emotionalität zu schaffen. Doch Opel lässt seine Fans jetzt mit dem vollelektrischen Manta GSe von den 1970ern träumen.

Rüsselsheim – Ob der Opel Manta GSe ein Serienmodell wird? Zumindest zeigt der traditionsreiche deutsche Autobauer, dass sein Herz nach wie vor in Rüsselsheim schlägt, und lässt die Fans der Sportwagen von einst von den 1970er-Jahren träumen: Mit einem schicken, elektrifizierten und mit moderner Technik aufgepeppten Manta A. Wir sind ihn gefahren.

Ein knallgelber, vollelektrischer Opel Manta von rechts vorne
Der vollelektrische Opel Manta GSe kann über seinen Leuchtschrift-Grill Botschaften anzeigen. © André Tillmann/Opel

Opel Manta GSe im Test: Elektro-Kultauto lässt Fans träumen – auch als Serienmodell?

Die knallige Lackierung in Gelb und Schwarz ist scharf – und auch die sehenswerte Karosse zeigt die bekannt geschwungenen Rundungen des Volkssportlers aus den Siebzigern. Einst bei Tunern heißgeliebt, sind die verchromten Stoßstangen vorn wie hinten allerdings verschwunden – analoger Purismus der digitalen Neuzeit. Für deren Hightech-Charme sorgen der digitale Kühlergrill mit LED-Augen sowie die digitale Instrumenteneinheit aus dem Mokka-e. (Manta unter Strom: Opel verrät wichtige Details zum elektrischen Coupé)

War die stärkste Version des Opel Manta A einst jedoch gerade einmal mit 77 kW / 105 PS unterwegs, so legt das elektrisierte Einzelstück eine kräftige Schippe obendrauf. Unter der schwarz lackierten Haube arbeitet ein Elektromotor mit strammen 108 kW / 147 PS und 255 Nm Drehmoment. Neben dem Elektromotor, der den Vierzylinder-Verbrenner ersetzt und Traditionalisten schreckt, ist in den Katakomben des Opel Manta A ein Akkupaket mit einer vergleichsweise überschaubaren Kapazität von 31 kWh verborgen. Das reicht für immerhin 200 Kilometer, bis der Elektro-Bolide wieder an die Steckdose muss. Einmal Vollladen dauert dann jedoch geschlagene vier Stunden. (Neuer Opel Astra: Wird er diesmal zum VW-Golf-Killer?)

Ein knallgelber, vollelektrischer Opel Manta von links hinten
Der Opel Manta GSe ElektroMOD – die Rüsselsheimer haben den 1970er-Jahre-Klassiker mit Batterien ausgestattet. © André Tillmann/Opel

Opel Manta GSe im Test: Sportcoupé-Remake geht ab – schnell und lautlos

Die exzellenten Sportsitze kennt man aus dem einstigen Opel Corsa OPC und das Dreispeichenlenkrad erinnert an Zeiten, als bei einem Auto kaum mehr als die beheizte Heckscheibe und die Beleuchtungsanlage elektrisch war. Die digitalen Instrumente sind schick anzuschauen – passen aber nicht komplett in den elektrisierten Oldie. Hier würden analoge Uhren wohl einen ganz anderen Charme verbreiten – auch wenn in die Mitte der Armaturentafel heutzutage obligatorisch ein digitales Display gehört. (Opel Mokka 1.2 Turbo im Test: Gute Fahrleistungen, allerdings auch Kritik)

Im Gegensatz zu normalen Elektroautos der Neuzeit bietet der Opel Manta GSe nicht nur eine Handschaltung, sondern auch ein Kupplungspedal. Gefahren wird wie in einem ganz normalen Verbrenner. Ersten Gang einlegen, Kupplung kommen lassen und ab geht die Post – und zwar flott und quasi lautlos zugleich. Dass die Karosse auf der zerborstenen Fahrbahn des Betriebsgeländes leicht knarzt und auch die Lenkung schwergängig wie in den 70er ist, daran gewöhnt man sich schnell. Mit einem maximalen Drehmoment von 255 Nm kommt der Rüsselsheimer Flitzer im Straßenverkehr flott voran – und das nahezu lautlos. Das Fahrwerk ist stramm, aber nicht hart, und die ungewöhnliche Räder-/Reifenkombination von 195/40 R 17 vorn und 205/40 R 17 hinten sieht nicht nur gut aus, sondern fährt sich auch ganz stimmig. (Opel Grandland ohne X: So wird das SUV zum modernen Auto)

Das Cockpit des vollelektrischen Opel Manta GSe
Retro-Kultbolide mit Hightech-Interieur: das moderne Innenleben des neuen Elektro-Manta GSe © Enes Kucevic/Opel

Opel Manta GSe im Test: Träume sind erlaubt – Realität hat ihren Preis

Der elektrisierte Manta muss übrigens kein unerfüllbarer Traum bleiben, falls es mit der Serienreife unter Stellantis-Regie nichts werden sollte. Denn über Opel kann man schon jetzt seinen alten Manta A bei einem kooperierenden Anbieter zum Elektroauto umbauen – und bei Nichtgefallen sogar wieder zurückbauen lassen. Kaum zu glauben. Allerdings auch kaum anzunehmen, dass dies ein Klassikfan mit seinem Liebhaberstück aus den 70er Jahren für Umbaukosten von locker 30.000 Euro machen würde – aber wie heißt es doch so schön? Träumen muss erlaubt sein. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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