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Mercedes EQA: Darum muss man im Elektro-SUV aus Stuttgart kaum noch bremsen

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der Mercedes EQA ist nach dem EQC der zweite Elektro-Crossover des Herstellers aus Stuttgart. Eine erste Ausfahrt im kompakten Elektro-SUV.

Stuttgart – Auch wenn die Mercedes-Manager es nicht zugeben: Der Mercedes EQA ist wichtig für den schwäbischen Hersteller. Warum? Nun, es geht darum, bei den reinen Elektromobilen Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen. Der Mercedes EQC ist mehr Schnellschuss als Heilsbringer. Diese Scharte soll der kleine Bruder auswetzen. Auch dem Mercedes EQA sieht man die Verwandtschaft zum Verbrennungsmotor-Verwandten GLA an. Trotzdem wirkt der kompakte E-Crossover schon auf den ersten Blick ausgereifter und mehr aus einem Guss, als es der EQC ist. (Mercedes EQC: Diese Reichweite des Elektro-SUV ist im Alltag realistisch)

Mercedes EQA: Darum muss man im Stuttgarter Elektro-SUV kaum noch bremsen

Dieser Eindruck verfestigt sich im Innenraum – typisch Mercedes. Zwei große Monitore, davon einer als Touchscreen, also das Infotainmentsystem, wie man es vom GLA kennt. Manchmal kann die Verwandtschaft zur Version mit Verbrennungsmotor auch einem Stromer zum Vorteil gereichen. Wir finden uns gleich zurecht und drücken den Startknopf. Statt dem Knurren eines Otto- oder Dieselmotors tut sich akustisch nichts. Nur die aufleuchtenden Bedienelemente und Kontrollleuchten signalisieren, dass der Stromer einsatzbereit ist.

Fahraufnahme eines noch zum Teil getarnten Mercedes EQA 250

Der Mercedes EQA 250 ist die Einstiegsvariante des Stromers – die Leistung liegt bei 140 kW (190 PS). © Mercedes-Benz

Mercedes EQA: Stuttgarter Elektro-SUV ist bei 160 km/h abgeregelt

Wir sitzen im Mercedes EQA 250 mit 140 kW (190 PS). Schon bei den ersten Kilometern fällt die Ruhe im Innenraum auf, die selbst für ein Elektroauto beeindruckend ist. Sogar bei Beschleunigungen stören kaum Dissonanzen die Ruhe. Apropos Beschleunigung: Der Mercedes EQA ist ausreichend motorisiert, zumal schon bei 160 km/h elektroautotypisch das Ende des Vortriebs erreicht ist. Die drei Fahrmodi Eco, Comfort und Sport unterscheiden sich deutlich. Am meisten Spaß macht natürlich das dynamische Fahrprogramm, dagegen agiert der EQA in Eco deutlich zurückhaltender. Immer noch temperamentvoll genug für die Stadt und gut für die Reichweite, die laut Mercedes mehr als 420 Kilometer beträgt. Als Energiequelle dient eine Batterie, deren Speicher die 60-Kilowattstunden-Marke überschreitet. Damit die Akkus auch schnell wieder voll sind, kann das Mercedes E-SUV an der Gleichstromladesäule mit einer Ladeleistung von bis zu 100 Kilowatt Strom tanken. (BMW i4: Das neue E-Auto soll dieses Konkurrenzmodell zurückdrängen – so stehen seine Chancen)

Blick in den Innenraum des Mercedes EQA

Im Innenraum wirkt der Mercedes EQA deutlich wertiger als beispielsweise der VW ID3. © Mercedes-Benz

Mercedes EQA: Fahrmodi lassen sich über Wippen hinterm Lenkrad steuern

Der Mercedes EQA ist komfortabel abgestimmt. Trotzdem hat man nie Gefühl, in einer überfederten Sänfte zu sitzen. Auch in engen Straßen und Kurven einer deutschen Großstadt fühlt man sich mit dem kompakten Fahrzeug nicht als Dickschiff-Außenseiter. Ergänzt wird das Fahrverhalten durch die Rekuperationsmodi, die aus dem Mercedes EQC übernommen sind. Als uns die Entwickler die Möglichkeit, nur mit einem Pedal zu agieren, versprachen, haben sie den Mund nicht zu voll genommen. In der stärksten Stufe fällt die Energie-Zurückgewinnung so deutlich aus, dass die Köpfe auch mal nicken. Der Vorteil ist, dass man auch ohne Bremspedal auskommt. (BMW gegen Mercedes: Autobauer duellieren sich mit ihren neuen Bediensystemen)

Aktiviert werden die verschiedenen Einstellungen mit den Wippen hinterm Lenkrad. Also auch da nichts Neues. Genauso gut wie das Verzögern funktioniert auch der Segelmodus, mit dem der Mercedes EQA entspannt durch die Landschaft gleitet. Das Adjektiv lässt sich auch auf das ganze Fahrverhalten anwenden. Das Mercedes-SUV ist kein hyperaktiver Sprinter, sondern ein Elektroauto, mit dem man die täglichen Fahrten unaufgeregt absolviert. Dass die Einstiegsvariante des E-SUVs nur von der vorderen Achse angetrieben wird, stört nur bei forcierten Ampelstarts oder wenn es ins grobe Gelände geht.

Fahraufnahme eines noch zum Teil getarnten Mercedes EQA

Auf Wunsch ist die Rekuperation im Mercedes EQA so stark, dass man ihn fast ausschließlich mit dem Gaspedal fahren kann. © Mercedes-Benz

Mercedes EQA: Die Preise beginnen bei weit jenseits der 40.000 Euro

Dennoch ist klar, dass Mercedes noch stärkere Varianten des EQA mit Allradantrieb und größeren Batterien nachlegen wird. Der Preis für den Mercedes EQA wird sich deutlich jenseits der 40.000 Euro einpendeln. Da ist der Premium-Aufschlag schon enthalten. Auch wenn das Interieur deutlich wertiger als zum Beispiel das eines VW ID.3 ist, bietet der EQA zwar ausreichend Platz, aber nicht das Raumgefühl des kleineren VWs. Einer der Nachteile der GLA-Verwandtschaft. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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