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Nissan Ariya: Fotos und Fahreindruck des schicken Stromers

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Von: Marcus Efler

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Der einstige Elektro-Pionier Nissan ist heute Nachzügler. Der neue Ariya soll gegenüber Hyundai und Co. wieder aufholen. Hält die Technik, was das außergewöhnliche Design verspricht?

Yokohama (Japan) – Eigentlich gehört Nissan zu den Pionieren der elektrischen Mobilität. Schon 2010 zeigte der kompakte Leaf der Konkurrenz, wie ein City-Stromer, der auch mal längere Strecken schafft, aussehen sollte. Zeitweise war er das weltweit meistverkaufte Battery Electric Vehicle (BEV) überhaupt.

Doch lang ist’s her, der 2017 gestartete Nachfolger entwickelte das Konzept nicht wirklich weiter. Längst haben sich andere Fahrzeuge wie das Tesla Model 3 an die Spitze gesetzt. Hersteller wie VW, BMW oder Hyundai haben mit ihrer Elektro-Offensive das einstige Vorbild Nissan – und die anderen japanischen Marken, die weiter auch am Verbrennungsmotor festhalten – längst abgehängt

Jetzt soll die Mittelklasse-Limousine Ariya die frühere Elektro-Kompetenz wieder herstellen. Und abgesehen vom Namen (der in Deutschland, wie eine verpönte Rasse-Bezeichnung aus dunkler Epoche klingt) scheint der Neuling rundum gelungen.

Nissan Ariya: Fotos und Fahreindruck des schicken Stromers

Nissan Ariya, fahrend
Charakter-Desgin: Der Nissan Ariya. © Nissan

Das Design ist jedenfalls charakterstark – und mit seiner wuchtigen Front inklusive großem Nissan-Logo wohl auch Geschmackssache. Jedenfalls kann niemand behaupten, dass der Ariya wie ein x-beliebiges Auto daherkommt. Mit einer Länge von 4,60 Metern, 1,85 Metern Breite und 1,66 Metern Höhe tritt der neue Nissan gegen Kia EV6, VW ID.5 oder Mercedes EQB an.

Nissan Ariya: Motorisierung von 218 bis 394 PS

Nissan Ariya von seitlich hinten, fahrend
Das Heck zeigt die trendige Coupé-Form. © Nissan

Der Ariya basiert auf der Elektro-Plattform des Renault-Nissan-Konzerns, ist also technisch mit dem kleineren Renault Mégane E-Tech verwandt. Zur Wahl stehen zwei Akku-Pakete mit 63 kWh oder 87 kWh. Mit Frontantrieb leistet der Ariya 160 oder 178 kW (218 oder 242 PS), als Allradler, bei der jeweils ein Motor auf die Vorder- und Hinterachse wirken, immerhin 290 kW/394 PS.

Nissan Ariya: Bei 160 km/h ist in der Basisvariante Schluss

Nissan Ariya, stehend
Ungewöhnlich: Die Frontansicht des Nissan Ariya. © Nissan

Für eine erste Testfahrt stand die 63-kWh-Version zur Verfügung. Für sie gibt Nissan eine offizielle Reichweite von 403 Kilometern an. 300 Newtonmeter beschleunigen den knapp zwei Tonnen schweren Fronttriebler in 7,5 Sekunden auf 100 km/h, bei 160 km/h wird abgeregelt. Mehr Fahrspaß dürften die Allrad-Variante des Ariya bieten: Sie schafft den Spurt auf 100 km/h in 5,1 Sekunden und machen erst bei 200 km/h Schluss, ihre Reichweite liegt bei bis zu 460 Kilometern.

Nissan Ariya: Souveräne Fortbewegung

Nissan Ariya, Heckansicht
Die Heckansicht zeigt das derzeit recht beliebte LED-Band. © Nissan

Schon die in der Basisversion lässt sich der Ariya entspannt und souverän fahren. Die Beschleunigung ist unaufgeregt, die Lenkung präzise, aber etwas indirekt und untersteuernd. Die Wankbewegungen halten sich auch in etwas flotter gefahrenen Kurven sehr in Grenzen. Die Akkupacks im Boden und der tiefe Schwerpunkt tragen da ihren Teil bei. Wenn es auf der feuchten Fahrbahn mal beim Herausbeschleunigen aus der Kurve kurz an Traktion mangelte, regelt das ESC alles wieder schnell und mit Nachdruck in den grünen Bereich.

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Nissan Ariya: Armaturenbrett fast ohne echte Tasten

Cockpit des Nissan Ariya
Voll digital: Das Cockpit des Nissan Ariya. © Nissan

Innen geht es geräumig zu, mit viel Platz vorne und genügend Raum für Kopf und Knie hinten (sofern man nicht größer als 1,80 Meter ist). Herkömmliche Knöpfe gibt es auf dem Armaturenbrett des Ariya nicht mehr, nur ein Drehknopf für die Lautstärke und einige Tasten am Lenkrad haben überlebt. Wie bei vielen neuen Autos üblich, ist das gut ablesbare Instrumentendisplay komplett digital und zieht sich breit übers halbe Cockpit. Statt ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln, nutzt Nissan Android Automotive – das Navi ähnelt also stark Google Maps.

Nissan Ariya: Zeitgemäße Ladeleistung nur per Gleichstrom

LED-Scheinwerfer des Nissan Ariya.
Schmal, schmaler, LED: Die Lichtschlitze gehören zu den Design-Merkmalen des Ariya. © Nissan

An einem Schnelllader sollen sich die Akkus mit Gleichstrom binnen 35 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufladen lassen. An einer Wechselstrom-Station lädt das Basismodell nur einphasig mit 7,4 kW, das entspricht nicht mehr ganz dem Stand der Technik. Im Sommer startet der Ariya wahrscheinlich für Preise knapp unter 50.000 Euro. (Mit Material von press-inform)

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