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ACM City One: Rettet dieses deutsche E-Auto den Verkehr in den Weltstädten?

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Von: Marcus Efler

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In Deutschland erdacht, für die Welt geplant: Der ACM City One soll in großen Städten für problemlose Mobilität sorgen. Wir sind damit gefahren.

München – Paul Leibold hat die globale Elektromobilität im Blick. „Nicht überall auf der Welt gibt es genügend Schnellladesäulen“, sagt der ACM-Chef: „Und Platz auch nicht.“ Die Lösung für beide Probleme steht neben dem Mann, der schon für BMW als Manager tätig war, trägt den Namen ACM City One und sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus einem Honda e und einem Fiat Panda: der Prototyp des Serienmodells, das 3,60 Meter lang und 1,65 Meter breit sein wird.

Die Hochstelzigkeit ist Folge relativ langer Federwege – ein Tribut an die oft schlechte Straßenqualität in Ländern wie Indien. Denn der Namen ACM steht für „Adaptive City Mobility“ und umreißt schon das Einsatzgebiet für den Stromer, der Ende 2023 auf den Markt rollen soll: große Städte in aller Welt. (Elektroauto zum Falten: Mit diesem Trick will der City Transformer verblüffen)

Elektroauto ACM City One
Eher praktisch als schnittig: der ACM City One © ACM

ACM City One: Rettet dieses deutsche E-Auto den Verkehr in den Weltstädten?

Zwei Batteriepakete sind verbaut: Vorne ein festinstallierter Akku mit einer Kapazität von 16 Kilowattstunden und im Unterboden des Kofferraums vier Wechselbatteriepakete mit einer Kapazität von jeweils 2,5 Kilowattstunden, wie man sie von Elektrorollern kennt. Die austauschbaren Energiespeicher sehen ein bisschen aus wie Pilotenkoffer aus Aluminium. Gemeinsam mit dem festverbauten Akku sollen sie für eine Reichweite von bis zu 240 Kilometern bürgen. Das Zusammenspiel zwischen den beiden Energiequellen ist den zukünftigen Einsatzgebieten angepasst und funktioniert auch in warmen Regionen: Der vordere Akku ist gekühlt und hält seine Energie länger vor, daher werden zunächst die hinteren genutzt. (Opel Rocks-e: Ist dieser Würfel auf Rädern tatsächlich ein vollwertiges Auto?)

ACM City One: Acht Stunden laden an der Schuko-Steckdose

Alternativ kann man auch einen zweiten 16-kWh-Akku in das Heck packen, dann soll es mit einem Durchschnittsverbrauch von etwa 10 kWh/100 km bis zu 300 Kilometer weit gehen. Geladen wird überall: an einer Schuko-Steckdose in acht Stunden. Oder an einer Wallbox mit elf Kilowatt, dann sind die Energiespeicher nach rund zweieinhalb Stunden voll. Durch die Wechselakkus, die ruckzuck ausgetauscht sind, gibt es auch keine Reichweitenangst. Die Akkus sollen rund 250.000 Kilometer halten und können danach als Energiespeicher weiterverwendet werden. (Elektroauto als Kraftwerk: So bringt der Sono Sion Solarstrom ins Haus)

Interieur des ACM City One
Schlicht und einfach zu bedienen: das Interieur des ACM City One © ACM

ACM City One: Leistung reicht für 950 Kilo und 100 km/h Spitze

Vorne wie hinten finden wir bequem Platz, dann drehen wir eine Runde in dem Welt-Stromer. Noch werkelt eine E-Maschine aus dem Renault Twizy mit 18 PS, später soll die Leistung auf 34 PS steigen: bei einem Gewicht von lediglich 950 Kilogramm und einem Top-Tempo von 100 km/h durchaus ausreichend.

Der Innenraum ist auf das Nötigste reduziert, der Prototyp wirkt dabei durchaus solide und serienfertig. Wir kommen mit der Bedienung gut klar: Automatik-Stummelhebel und das Display sind einfach zu verstehen und zu handhaben. Kein Wunder, schließlich hat sich ACM den Entwicklungs- und Fertigungs-Experten Magna Steyr ins Boot geholt. In puncto Sicherheit muss man ebenfalls nichts befürchten, denn im ACM City One wird es sogar Seitenairbags geben. So soll das Vehikel weltweit alle geltenden Sicherheitsnormen erfüllen. (Isetta mit E-Motor im Test: So fährt sich das Retromobil von Microlino)

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ACM City One: Sein Trumpf sind die niedrigen Betriebskosten

Robustheit und Praktikabilität sind Trumpf. Vor allem als Taxi und als Transportfahrzeug soll der Elektrowürfel rund um die Uhr im Einsatz sein. Legt man die Lehne der Rückbank um, wächst das Volumen von 450 Liter auf 1.450 Liter. „Auf dem Hinweg kann man Passagiere transportieren, und auf dem Rückweg eine Palette mit Gütern“, erklärt Paul Leibold. Damit die Betriebskosten möglichst gering bleiben, ist in der Heckklappe ein digitales 40-Zoll-Display integriert, das als Werbefläche genutzt werden kann.

Paul Leibold, Chef von ACM
ACM-Chef Paul Leibold war früher bei BMW. © Harry Wolfsbauer/ACM

Der ACM City One soll in Asien gebaut werden, vermutlich bei einem Magna-Joint-Venture, und dort etwa 10.000 Euro kosten, in Europa dürften es etwa 5.000 Euro mehr sein. Zunächst ist der Stromer für Geschäftskunden geplant, später auch für Privatpersonen. Bisher liegen ACM schon über 230.000 Absichtserklärungen für den Kauf eines City One vor. Das Interesse sei vor allem in Asien sehr groß, erzählt Paul Leibold. Aber auch in europäischen Großstädten dürfte der Praktiker-Würfel seine Fans finden. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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