1. 24auto
  2. Tests
  3. Ersteindruck

Erste Testfahrt im BMW M240i: Das macht die neue 2er-Reihe besser

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

BMW bringt bald die neue 2er-Reihe auf den Markt. Unsere erste Testfahrt mit M240i und 230i offenbart schon viele Details – aber auf das beste Modell müssen wir länger warten.

München – Das 2er Coupé nimmt im BMW-Modellportfolio seit jeher einen besonderen Platz ein. Die Ahnenreihe der sportlichen Zweitürer beginnt 1968 mit dem grandiosen BMW 2002, damals der Inbegriff der Freude am Fahren. Das BMW M3 Coupé setzte diese Tradition 1986 fort – doch es dauert bis zum Anfang des vergangenen Jahrzehnts, bis der kleine BMW dauerhaft einen festen Platz im Programm bekam. Knapp unterhalb des bekannten Topmodells M2 (hier geht‘s zum Fahrbericht des M2 CS) rangiert jetzt der M240i xDrive, der bereits die neue Generation repräsentiert. Jeder, der jetzt leicht spöttelnd „ach, ein M-chen“ vor sich hinmurmelt, sollte ein Blick auf das Datenblatt werfen: Der Reihensechszylinder befeuert das Gefährt mit 275 kW / 374 PS. Das allein macht aus einem Auto noch keinen Querdynamiker, da gehört schon mehr dazu. Zumal schon der Vorgänger kein Kostverächter war, wenn es um die Ecken geht. Also haben sich die BMW-Ingenieure des 2ers angenommen und an entscheidenden Stellen den Hebel angesetzt. Die Voraussetzungen sind ohnehin gut, da Teile der Technik aus dem BMW 4er (lesen Sie hier den Test des M4) stammen. (BMW 218i Gran Coupé im Test: Kontroverses Design, aber eindrucksvolle Fahrdynamik)

Getarnter BMW M240i, fahrend

Der kommende BMW M240i bei einer ersten Testfahrt. © Bernhard Limberger/BMW

Neuer BMW M240i verrät, was die nächste 2er-Reihe besser macht

Schon beim Anblick des Coupés fällt auf, dass der 2er stämmiger dasteht als bisher: Vorne ist die Spur um 52 Millimeter breiter, hinten um 31 Millimeter. Betont wird die Breitbeinigkeit durch ausgestellte Radläufe, die sich unter der bei der Testfahrt noch übergezogenen Tarnfolie abzeichnen. Dazu gewinnt der Radstand satte fünf Zentimeter dazu. Neben diesen offensichtlichen, weil optischen Merkmalen haben sich die Techniker dem Rohbau gewidmet und Versteifungen im Vorderwagen sowie im Unterboden mit V-förmigen Streben zur Hinterachse eingezogen. Dazu kommen steifere Buchsen am Hinterachsträger und ein erhöhter negativer Sturz an der Vorderachse. Für die Fahrdynamik sorgen die Aerodynamik, die 50 Prozent weniger Auftrieb generiert, ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial und im M240i der Allradantrieb. Hecklastig ausgelegt – versteht sich. (Brutalo-Crash: BMW M2 endet als Totalschaden – „Ich würde mal sagen, die Litfaßsäule hat gewonnen“)

Getarnter BMW M240i von vorn, fahrend

Trotz Tarnung schon zu erkennen: Ganz so wuchtig wie bei der 4er-Reihe wird die Niere nicht. © BMW

Der neue BMW M240i gibt sich nur wenige Blößen

Auf zur ersten Testrunde: Anstellen von feinem Leder und verchromten Knöpfen empfangen uns Kabel und Plastikelemente – schließlich dauert es noch ein knapp ein Jahr, bis der 2er beim Händler steht. Wir greifen in das BMW-typische Volant samt dicken Lenkradkranz. Klar, der bayerische PS-Protz will mit Nachdruck durch die Kurven geleitet werden. Die etwas hohe Sitzposition lässt keinen Zweifel daran, dass wir uns in einem Coupé befinden. Größere Käufer sollten besser zu einem Sitz mit mechanischer Sitzverstellung greifen. Das gut ausbalancierte Coupé schwingt dank des hecklastig ausgelegten Allradantriebs freudig um die Kurven. Wenn der Übermut des Fahrers die physikalischen Grenzen austestet, hilft die Traktion der Vorderachse und zieht den Vorderwagen aus der Ecke heraus. Allerdings ist die Lenkung noch nicht so mitteilsam, wie man es von den bayerischen Fahrzeugen kennt. Bei BMW sind die Fahrprogramme mittlerweile eine kleine Wissenschaft für sich, mit der man sich gerne beschäftigt, da es eine ganze Menge an Einstellungsmöglichkeiten gibt. Grundsätzlich ist das Fahrwerk des 2ers schon sehr ausgewogen und gut abgestimmt, aber bei aller sportlichen Straffheit immer noch genügend komfortabel.  (BMW iDrive: iX und i4 künftig ohne Tastendruck – Bediensystem OS 8 funktioniert völlig anders)

Getarnter BMW M240i von schräg hinten, fahrend

Typisch für die 2er-Reihe: das knapp geschnittene Heck. © BMW

Neuer BMW M240i bekommt einen noch stärkeren Bruder

Wie gut der BMW M240i bereits in diesem Entwicklungsstadium ist, zeigt sich abseits öffentlicher Straßen, wenn die Fahrsysteme scharfgeschaltet oder komplett deaktiviert sind. Die Grundabstimmung passt, und der M240i feuert um die Ecken, dass es eine wahre Freude ist. Der kompakte BMW meldet stets höflich, wie es um die Traktion bestellt ist, und kündigt an, sobald es eng wird. Dieses Coupé wird jetzt schon seinen Vorfahren gerecht – und facht die Vorfreude auf den kommenden M2 an. Vorerst aber bringen die Bayern noch den etwas zahmeren BMW 230i mit Heckantrieb und dem 180 kW / 245 PS starken Vierzylinder. Der Motor hat seine Kinderkrankheiten längst abgelegt, schiebt den Zweitürer engagiert an und ist mit einer Sprintzeit von null auf 100 km/h von 5,9 Sekunden nur um 1,4 Sekunden langsamer als der große Bruder. Dass der 230i rund 200 Kilogramm leichter ist, ist dabei durchaus von Vorteil. Vor allem beim Einlenken und Durcheilen von Kurven macht sich der Gewichtsunterschied durch eine ausgeprägte Leichtfüßigkeit der Vorderachse bemerkbar. Wir freuen uns jetzt schon auf diesen BMW 2er, bei dem man bei diesen beiden Motorisierungen sicher nichts falsch macht. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant