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Audi RS3: Mitfahrt im reinen Verbrenner – so dynamisch wird der kompakte Renner

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Von: Marcus Efler

Kaum zu glauben, dass ein deutscher Premium-Hersteller noch ein Auto ohne Stecker vorstellt. Audi traut sich mit dem RS3. Eine neue Technologie macht ihn schneller und dynamischer als jemals zuvor.

Ingolstadt – Bereits das Serienmodell des Audi A3 ist deutlich sportlicher, bissiger und ambitionierter als seine Vorgänger. Das fängt beim Design an und geht bis hin zu Technik und Allrad-Antrieb. Stolz erzählt Nobert Gossl, einer der verantwortlichen RS3-Ingenieure, dass „dies der erste Audi mit einem serienmäßigen Drehmomentsplitter ist, der das Spiel in Bezug auf die Dynamik wirklich steigert“. Der bisherige Audi RS3 benutzte ein Haldex-Sperrdifferenzial, das mit 36 Kilogramm etwa gleich viel wog, „aber die Tatsache, dass wir jetzt das Drehmoment an der Hinterachse vollständig von einem Rad zum anderen variieren können, eröffnet eine Reihe neuer Möglichkeiten, mit dem Handling des Autos zu spielen.“ Audi will diesen Torque-Splitter, der gemeinsam mit Volkswagen für den Golf R entwickelt wurde und auch in Cupra-Modellen zum Einsatz kommen wird, bei den meisten seiner künftigen Sportmodelle mit Verbrennungsmotor verbauen. (Audi nur noch elektrisch – das steckt hinter dem Verbrenner-Aus)

Audi RS3: Mitfahrt in reinem Verbrenner – so dynamisch wird der kompakte Kracher

Die Wirkungsweise des Torque-Splitters besteht darin, dass er das Antriebsmoment auf das kurvenäußere Hinterrad erhöht und so die Tendenz zum Untersteuern minimiert. Ziel ist es, die Stabilität und Agilität bei hohen Kurvengeschwindigkeiten zu optimieren. Zu den weiteren Fahrwerksverbesserungen am neuen Topmodell der Kompaktklasse gehören die erhöhte Achssteifigkeit, um den höheren G-Kräften bei kraftvollen Drifts und Querbeschleunigungen standzuhalten, ein größerer negativer Sturz an Vorder- sowie Hinterrädern, 25 Millimeter weniger Bodenfreiheit gegenüber dem normalen A3 und eine deutlich verbreiterte Spur. Wie schon bisher und allemal ungewöhnlich: Die vorderen Reifen sind breiter als die hinteren, nämlich 265/30 gegenüber 245/35, alle auf 19-Zoll-Felgen – und breiter als beim vorherigen RS3, der nur auf 235er Pneus rollte. (Neuer Audi RS e-tron GT: Überzeugender Tesla-Fighter fordert auch Porsche Taycan heraus)

Audi RS3 im Drift
Driften trotz quattro: Der neue Audi RS3 macht’s möglich. © Audi AG

Audi RS3: Mitfahrt in reinem Verbrenner – viel schneller als BMW M2 und Mercedes-AMG

Eine weitere wichtige Entwicklung hat mit der breiteren Aufteilung der optionalen adaptiven Dämpfung zu tun: Von den Fahrmodi Dynamic bis Comfort ist das Spektrum nun zehnmal größer als bislang. Die Reaktion der Hydraulikflüssigkeit, die das Ansprechen der Dämpfer verändert, dauert nur noch zehn Millisekunden. Außerdem gibt es auf Wunsch vorn Keramik-Bremsscheiben. Wichtig für ganz Eilige: Zusammen mit dem RS Dynamic-Paket kann die Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 290 km/h erhöht werden. Das sind 20 km/h schneller als bei den Hauptkonkurrenten BMW M2 Competition und Mercedes-AMG A 45 S. Seine Spitzenleistung von 400 PS behält der RS3, erhöht aber das maximale Drehmoment um 20 Nm von 480 auf 500 Nm. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bringt die Kraft des Fünfzylinders gekonnt auf den Asphalt. Der Auspuff verfügt über eine vollvariable Klappensteuerung, die den Sound je nach Programm bullig grollend verstärkt. Im Modus RS Torque Rear werden bis zu 100 Prozent des Drehmoments nach hinten geleitet, was dem Fahrer kontrollierte Drifts auf geschlossenen Straßen ermöglicht. (Gerüchte um neuen BMW M2 – Heckantrieb und 490 PS?)

Audi RS3: Mitfahrt in reinem Verbrenner – Vollgasbeschleunigung schlicht atemberaubend

Eine Mitfahrt auf dem Beifahrersitz eines noch getarnten Vorserienautos zeigt, was dieser Sportler kann: Die Vollgasbeschleunigung ist mit dem Launch-Control-Programm schlicht atemberaubend, es gibt kein Anzeichen von durchdrehenden Rädern, was das Versprechen von unter vier Sekunden von null auf 100 km/h sehr realistisch erscheinen lässt. Als auf dem kleinen Handlingkurs die erste Kurve naht, wird deutlich, wie sich der Fahrzeug-Charakter auf Knopfdruck ändert. Der erste kurze Druck auf den Taster wechselt in den Sport-Modus mit größeren Toleranzen beim Durchdrehen der Räder. Im Performance-Modus kann man auf die Jagd nach Rundenzeitrekorden gehen: Der RS3 fegt fast genauso schnell durch die Kurven, wie er auf der Geraden spurtet. Im Fahrprogramm Torque Rear wird es dann noch radikaler und geradezu wild: Der RS3 mutiert zur Driftmaschine wie in „The Fast and The Furious“ – es geht nicht nur vor-, sondern insbesondere seitwärts. („Tuning-Opa“ pimpt seinen VW Golf auf unfassbare PS-Zahl: Mit einem Hammer-Ergebnis!)

Audi RS3: Mitfahrt in reinem Verbrenner – fast wie in „The Fast and The Furious“

Audi bringt in der umkämpften Liga der sportlichen Kompaktmodelle ab September somit einen echten Spaßmacher ganz ohne Elektro-Hilfe, der den Konkurrenzmodellen von BMW und Mercedes mit seiner Dynamik ein schwieriger Gegner sein wird. Obendrein dürfte sein absehbarer Preis – wahlweise als Schrägheck oder Limousine – unter der psychologisch so wichtigen 60.000-Euro-Grenze und damit unter dem Level der Wettbewerber bleiben. Wer noch ganz schnell der rein elektrischen Zukunft von Audi entfliehen will, findet im neuen RS3 das perfekte Vehikel dafür. (Von Joaquim Oliveira/press-inform)

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