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Audi Q4 E-tron: Erste Ausfahrt im Elektro-SUV – so flott fährt sich der Zwilling des VW ID.4

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Von: Christian Schulz

Der Audi Q4 e-tron ist technisch ein Zwillingsbruder von VW ID.4 und Skoda Enyaq. Um sich von der Verwandtschaft abzugrenzen, spielt das neue Elektro-SUV bewusst die Premiumkarte.

Ingolstadt – Alle guten Dinge sind drei! Das gilt auch für die MEB-Crossover aus dem Volkswagen-Kosmos. Nach dem VW ID.4 und dem Škoda Enyaq komplettiert der Audi Q4 e-tron im Juni das Elektro-SUV-Trio. Die Rollenverteilung ist klar: Der VW gibt jedermanns Liebling, der Škoda den cleveren Tschechen mit dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und der der Audi den edlen Premium-Gentleman.

Die Vorzugs-Charakteristika des neuen Audi Q4 e-tron bemerkt man bereits beim Einsteigen. Der Innenraum kann sich sehen und fühlen lassen. Auch wenn das oben und unten abgeflachte Lenkrad auf den ersten Blick etwas unförmig aussieht, liegt es gut und sicher in der Hand. Schon nach ein paar Metern stellt sich das bekannte MEB-Elektroplattform-Gefühl ein: solides, entspanntes Dahingleiten.

Der Audi Q4 e-tron von vorne
Der Audi Q4 e-tron ist der technische Bruder des VW ID.4 und des Škoda Enyaq. Das Elektro-SUV kommt im Juni auf den Markt. © Audi/sagmeister_potography

Audi Q4 E-tron: Erste Ausfahrt im Elektro-SUV – so flott fährt sich der Zwilling des VW ID.4

Wir sitzen in der großen Version des Elektro-Baukastens. Die genauen Leistungsdaten wollen die Ingolstädter noch nicht preisgeben. Wir gehen von einer 75 kW / 102 PS starken Asynchronmaschine (ASM) vorne und hinten einer etwa 150 kW / 204 PS starke permanenterregte Synchronmaschine aus. Zusammen ergibt das 225 kW / 306 PS. Um möglichst wenig Strom aus der 82 Kilowattstunden Batterie (77 kWh netto) zu saugen, springt die Vorderachse der Hinterachse nur bei Bedarf blitzschnell zur Seite. Aus diesem Grund ist der vordere Elektromotor in der asynchronen Bauweise ausgelegt, da dieser auch mitlaufen kann, wenn kein Strom anliegt. (Gender-Zoff um Audianer_innen: Neue Schreibweisen sorgen für Ärger im Netz)

Das Zusammenspiel der beiden Antriebseinheiten funktioniert reibungslos. Wir fühlen uns in diesem Audi von der ersten Sekunde an wohl. Die 150 kW der Hinterachse reichen völlig aus, um flott im Verkehr mitzuschwimmen. Bei schneller durchfahrenen Kurven verrichtet der Quattroantrieb zuverlässig seine Arbeit und stellt den Fahrer vor keine großen Probleme. Die Mischbereifung mit 235er-Pneus vorne und 255er-Reifen hinten trägt ebenfalls zum gutmütigen Fahrverhalten bei. (Neuer Audi RS e-tron GT: Der Tesla-Fighter fordert auch den Porsche Taycan heraus)

Der Audi Q4 e-tron von hinten
Der Audi Q4 e-tron zeigt sich auf unserer Ausfahrt komfortabel – und lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. © Audi/sagmeister_potography

Neuer Audi Q4 E-tron: Komfortabel ausgelegter Crossover lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Wer einen spitz ausgelegten Kurvenräuber sucht, sitzt im falschen Audi. „Mit dem Q4 e-tron wollen wir Kunden zur Elektromobilität bringen“, erklärt Projektleiter Pirmin Reimeir. Dass die Quattro-Version im Gegensatz zur Variante mit reinem Heckantrieb, die maximal 160 km/h schnell ist, es auf 180 km/h bringt, ist ein Extra, das sich auf Autobahnen bemerkbar macht. Die zusätzlichen 75 kW zahlen sich bei Zwischenspurts schon aus. Das führt uns zum Verbrauch: Wir kamen mit wenigen engagierten Zwischenspurts auf 23,9 kWh/100 km. (Neuer Porsche Taycan Cross Turismo: Wird der Elektro-Sportkombi zum Verkaufshit?)

Der Audi Q4 e-tron ist betont komfortabel ausgelegt und die adaptiven Dämpfer lassen sich auch durch ausgeprägten Löchertanz beim Durchfahren schlecht asphaltierter Baustellen nicht aus der Ruhe bringen. Wer es etwas straffer mag, greift zum Sportfahrwerk, mit dem die Karosserie des Q4 e-tron um 15 Millimeter tiefer über den Asphalt fliegt. Da der Audi Q4 e-tron über keine Luftfederung verfügt, bleibt das Tieferlegungsniveau auch bei Effizienz-Fahrmodus unverändert. Allerdings ist dann schon bei 130 km/h Schluss. Die Spreizung der einzelnen Fahrmodi ist zwar spürbar, aber nicht so ausgeprägt wie zum Beispiel beim Audi e-tron GT. (Audi e-tron GT: Gleiche Plattform wie Porsche Taycan, trotzdem deutliche Unterschiede)

Das Cockpit des Audi Q4 e-tron
Das Cockpit des Audi Q4 e-tron ist sportlich ausgelegt. Das Head-up-Display projiziert die Grafiken scheinbar vor das Auto. © Audi/sagmeister_potography

Neuer Audi Q4 E-tron: So sieht das Innenleben aus – das Head-up-Display ist beeindruckend

Das Cockpit ist mehr Kokon als luftige Wohnlandschaft. Ungemütlich eng wird es dennoch nicht, außerdem kommt jeder Audi-Kenner mit der Bedienung schnell zurecht. Auch hier soll der Einstieg in die Elektromobilität einfach sein, zudem spielt Audi auch im Innenraum die sportliche Karte. Der Touchscreen ist 11,6 Zoll groß und damit der größte, den Audi aktuell zu bieten hat. (Mercedes-Benz EQS: „MBUX Hyperscreen“ – neues Video zeigt Riesen-Display)

Apropos Größe: Ein echtes Highlight ist das Head-up-Display, mit dem eine gehörige Portion Luxusklasse in das Elektro-SUV kommt. Der riesige rechteckige Krater lässt schon vermuten, was sich da für eine virtuelle Leinwand vor den Augen des Fahrers auftut: Die Hinweise werden über eine Breite von 70 Zoll zehn Meter vor den Fahrer projiziert. Damit die Darstellungen und Markierungen nicht ruckeln, sind aufwendige Berechnungen nötig. Diese stellen die Anzeige mit 60 Einzelbildern pro Sekunde dar – und versetzen sie um 250 Millisekunden in die Zukunft. Das alles funktioniert geschmeidig und fehlerfrei. Bei den Richtungspfeilen beschreitet Audi einen anderen Weg als Mercedes. Während die Schwaben mehre „fliegende“ Pfeile die Richtung weisen lassen, ist es bei Audi nur einer. (Apple iCar soll 120.000 Euro kosten – sieht so das Ende der deutschen Autoindustrie aus?)

Der Fond des Audi Q4 e-tron
Im Fond des Audi Q4 e-tron herrschen opulente Platzverhältnisse. Der Kofferraum hat ein Volumen von 520 bis 1.490 Liter. © Audi/sagmeister_potography

Neuer Audi Q4 E-tron: Geräumiges Platzangebot mit Oberklasse-Feeling hat seinen Preis

Das Platzangebot überzeugt ebenfalls: Das sogenannte Innenraummaß vom Pedal bis zur Rücksitzlehne beträgt 1,83 Meter. Damit kommt im Fond des 4,59 Meter langen E-SUVs echtes Oberklassen-Feeling auf, denn die Beinfreiheit ist ähnlich geräumig wie beim Audi Q7. Wir konnten es uns richtig bequem machen. Aber auch für das Gepäck und anderen Krimskrams ist genug Platz: Der Kofferraum fasst 520 Liter und wächst beim Umlegen der Rücksitzlehnen auf 1.490 Liter.

Genauso wichtig sind die Ablagen, die es insgesamt auf 24,8 Liter Volumen bringen. Witziges Detail sind die querliegenden Einschübe an den Türinnenseiten oben, in die Ein-Liter-Flaschen passen. Damit gehört das Tasten nach Getränken, die sich im großen Fach unten in der Tür befinden, der Vergangenheit an. So viel Ingenieurskunst hat natürlich ihren Preis – weshalb wir damit rechnen, dass der Audi Q4 e-tron die 40.000 Euro Marke knacken wird. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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