Tieferlegung mit Federn und Stoßdämpfer

Tieferlegung: Optik, Härte, Stabilität – von Federn, Stoßdämpfern und Gewindefahrwerken

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Tieferlegung mit einem Gewinde- oder Sportfahrwerk: Fans dieser Art des Tunings argumentieren mit dem Fahrspaß – aber man darf die Sicherheit nicht aus den Augen verlieren.

  • Wer mit Tieferlegungsfedern und Stoßdämpfern einzeln hantiert, muss auf die Abstimmung achten
  • Das Fahrwerk kann auch komplett getauscht werden – etwa auf ein Sportfahrwerk oder ein Gewindefahrwerk
  • Jede Form der Tieferlegung muss eingetragen werden

Wer kein tiefergelegtes Fahrzeug hat, kann möglicherweise nicht verstehen, warum manche Fahrzeughalter Gewindefahrwerke einbauen oder Stoßdämpfer und Federn austauschen. Fans der Tieferlegung argumentieren mit einem erhöhten Fahrspaß. Entscheidend ist am Ende aber auch die Sicherheit auf der Straße. Diese ist gewährleistet, wenn die Komponenten bei dieser Art von Tuning fachgerecht und den Vorschriften entsprechend verbaut werden. Zudem muss jede Umbaumaßnahme geprüft und eingetragen werden.

Mit Blick auf die Kosten zeigt sich: Ein Gewindefahrwerk liegt preislich zwischen 300 und 500 Euro. Ein Satz Tieferlegungsfedern kostet zwischen 100 und 400 Euro. Ein Sportfahrwerk liegt preislich gleichauf. Das Sportfahrwerk besteht aus Dämpfern und Federn, die aufeinander abgestimmt sind. Wer variieren möchte, kombiniert Dämpfer und Feder nach eigenem Ermessen.

Extrembeispiel: Ein tiefergelegter Nissan GT-R vom Tuner Liberty Walk.

Um den in Deutschland geltenden Regelungen gerecht zu werden, gilt:

  • Ein tiefergelegtes Fahrzeug, das am Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss die Straßenverkehrszulassungsordnung erfüllen.
  • Jedes tiefergelegte Fahrzeug benötigt eine Betriebserlaubnis. Jedes verbaute Teil braucht eine ABE – ein sogenanntes Teilegutachten. Es gilt die Abfolge: einbauen, eintragen, fahren.

Tieferlegung in der Praxis: Härte, Höhe und ihre Effekte

Bei der Tieferlegung eines Fahrzeugs mithilfe von Tieferlegungsfedern und Stoßdämpfern oder durch ein Gewindefahrwerk wird das Fahrverhalten härter. Das Fahrwerk arbeitet nun nicht mehr linear und federt gleichmäßig, sondern progressiv. Spielraum und Härte des Fahrwerks hat unmittelbaren Einfluss auf den Komfort und auf die Fahrsicherheit. Wie hoch beziehungsweise tief das Fahrzeug werden darf, ist abhängig von den individuellen Wünschen an die Optik und von der Nutzung des Fahrzeugs. Zwischen 35 und 100 Millimetern sind in der Praxis denkbar.

Wer das Fahrzeug im Alltag nutzen möchte, sollte das Sportfahrwerk nicht zu tief setzen und auf 110 Millimeter an Bodenfreiheit achten. Ein niedriger Abstand zur Fahrbahn belastet nämlich auch den Fahrer. Wer ohnehin nur über Rennstrecken fahren will, der kann die Tieferlegungsrate und die Federn frei wählen. Der cw-Wert ändert sich in der Regel nicht.

Der TÜV Nord hat zum Thema Tuning einige Hinweise zusammengetragen.

Tieferlegung mit Feder und Dämpfer: Das Sportfahrwerk

Tieferlegungsfedern und Stoßdämpfer sind die entscheidenden Komponenten, um eine Tieferlegung mittels eines Sportfahrwerks umzusetzen. Bekannte Marken für die Tieferlegung sind beispielsweise Bilstein und Eibach. Die Firma Bilstein wurde einst im nordhrein-westfälischen Altenvoerde gegründet. Die Fahrwerke und Federn aus dem Hause Eibach kommen aus dem brandenburgischen Beelitz. Beide Hersteller haben sowohl einzelne Komponenten als auch Komplettfahrwerke wie Gewindefahrwerke im Sortiment.

Das Fahrwerk individuell kombinieren. So funktioniert‘s

Die Federn bestimmen die Höhe des Fahrzeugs. Tieferlegungsfedern sind zwischen 20 und 80 Millimetern und von weich bis hart verfügbar. Die Kombination mit einem serienmäßigen Stoßdämpfer ist wenig ratsam. Sie macht das Fahrverhalten unausgewogen. Ab 40 Millimetern Tieferlegung müssen gekürzte Dämpfer verbaut werden, um das Poltern zu verhindern, das auf die fehlende Vorspannung zurückzuführen ist. Eine bewährte Kombination sind Koni-Sportdämpfer in Kombination mit harten Federn von H&R oder K.A.W. Grundsätzlich gilt: Ein harter Dämpfer und eine progressive Feder funktionieren gut. Ein weicher Dämpfer passt gut zu einer komfortablen Feder.

Um optimale Fahreigenschaften des Fahrwerks zu erwirken, können gekürzte Dämpfer eine gute Wahl sein. Im Fachjargon werden sie als Rebound bezeichnet. Viele Hersteller unterscheiden in eine sportliche Ausführung und eine extrem sportliche Variante. Variabel sind die Modelle dann in puncto Ausstattung bei Dämpfer, Härte und Cup-Ventil.

Wer sich das Kombinieren nicht selbst zutraut, kann auf ein komplettes Gewindefahrwerk setzen oder die gewünschten Komponenten in einer Fachwerkstatt einbauen lassen.

Steffi Brand

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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