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Frostige Temperaturen: Schon Sommerreifen aufgezogen? Darum gilt die O-bis-O-Regel nicht mehr

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Von: Jasmin Pospiech

Wer brav zu Ostern die Reifen gewechselt hat, hat jetzt das Nachsehen: Die frostigen Temperaturen bringt einige Autofahrer mächtig ins Schleudern. Ein TÜV-Experte klärt auf.

Erfurt (Thüringen) – Einigen Autofahrern ist die alte „O-bis-O-Regel“ schon seit ihren Fahranfängen in Fleisch und Blut übergegangen. Schließlich ist diese Eselsbrücke praktisch und man ist immer hundertprozentig richtig ausgestattet – oder etwa nicht? Zumindest sind viele Pkw-Besitzer davon ausgegangen – und erleben gerade, wie es ist, wenn das Wetter nicht zur Jahreszeit passt.

Temperatur-Sturz: Bereits Sommerreifen drauf? Darum gilt die alte O-bis-O-Regel nicht mehr

Schließlich ist der April ein wechsellauniger Frühlingsmonat, was die Witterung angeht und nicht immer herrscht eitel Sonnenschein. Gerade jetzt machen erneute Schneestürme Autofahrern, die bereits die Sommerreifen aufgezogen haben, enorm zu schaffen. Denn das Profil der sommerlichen Pneus hat weniger Grip als das der Winterreifen und haftet daher nicht so gut auf schneebedeckten, eisigen oder glatten Straßen. Um die Profiltiefe Ihrer Reifen schnell und richtig messen, braucht es lediglich einen Euro.

Ein Audi fährt über eine verschneite Landstraße. (Symbolbild)
Ein Wettersturz hat erneut für enorme Schneefälle gesorgt. Deshalb sollten Autofahrer nochmals besonders vorsichtig sein. (Symbolbild) © Imago / Bernd März

„Generell ist in unseren Breitengraden von Oktober und bis in den April hinein Schneefall möglich“, weiß Achmed Leser, Fahrzeugexperte vom TÜV Thüringen. Schließlich seien auch dann noch Temperaturen unter null Grad möglich. Daher ist es auch nicht empfehlenswert, den Reifenwechsel an der 7-Grad-Grenze festzumachen – eine weitere Faustregel, die sich einige Fahrzeughalter zu Herzen nehmen.

Temperatur-Sturz: Schon Sommerreifen drauf? Reifenwechsel besser an Wetter anpassen

Da allerdings Ostern 2021 sehr früh im Jahr lag, passt die alte Faustformel dieses Jahr nicht so ganz. Dies führt dazu, dass manch ein Pkw-Besitzer seinen Wagen, wenn er bereits Sommerreifen hat, besser stehen lassen sollte. Winterreifen hingegen sind für winterliche Straßenverhältnisse dank ihrer weicheren Gummimischung und ihrem Lamellenprofil bestens präpariert. Das ist auch der Grund, weshalb es ab Oktober eine gesetzliche situationsbedingte Winterreifenpflicht gibt.

„Autofahrer sollten in Sachen Reifenwechsel lieber den langfristigen Wettertrend im Blick haben. Konkrete Termine wie Ostern oder bestimmte Temperaturmarken können lediglich einen groben Anhaltspunkt geben“, meint TÜV-Experte Leser. Wer das nicht möchte oder generell wenig Zeit im Auto verbringt, kann dem Experten zufolge auch in Ganzjahresreifen investieren. Mit diesem Kompromiss lassen sich Zeit und Geld fürs Umrüsten sparen. (Mit Material der dpa)

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