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Darum sollten Sie niemals selbst Reifen auf Felgen ziehen – und was es kostet

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Von: Jasmin Pospiech

Sie haben vor, selber Hand anzulegen und den Reifen auf die Felge zu ziehen? Das sollten Sie laut Experten besser lassen – und warum sich eine Reifenmontage lohnt.

München – Eine Reifenmontage kann ins Geld gehen. Daher fragen sich viele, ob sie auch selbst Reifen von der Felge abziehen und neue wieder aufziehen können. Doch Experten raten dringend davon ab.

Grundsätzlich gilt: Sind die Reifen abgefahren und/oder schon einige Jahre alt, müssen Sie sie durch neue ersetzen. Diese können allerdings auf die bereits vorhandenen Felgen aufgezogen werden.

Darum sollten Sie nie selbst Reifen auf Felgen ziehen

Dieser Reifenwechsel ist allerdings nicht mit dem saisonalen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt zu verwechseln. Allerdings bietet es sich an, beides auf einmal zu erledigen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten, wenn Sie die Reifenmontage zum Beispiel in einer Werkstatt vornehmen lassen. 

Schließlich empfehlen Auto-Experten generell, Reifen niemals alleine in der heimischen Garage selbst aufzuziehen. Der Grund dafür: Da ein großer Kraftaufwand dafür nötig ist, steigt nicht nur das eigene Unfallrisiko, sondern auch, dass Reifen und/oder Felgen Schaden nehmen könnten.

In einer Fachwerkstatt hingegen gibt es Spezialwerkzeuge, mit denen die Reifen zügig gewechselt werden können, ohne dass sie zu sehr belastet werden. Darüber hinaus werden die Reifen im Zuge dessen oftmals noch ausgewuchtet. Dadurch wird eine Unwucht beseitigt und die Haltbarkeit der Reifen erhöht.

Beim Auswuchten versetzt die Radauswuchtmaschine das Rad, bestehend aus Felge und Reifen, in Rotation. Mithilfe von Sensoren werden dann Daten gemessen. Über eine Auswert-Elektronik wird schließlich aus den an der Achse auftretenden Kräften die Unwucht errechnet. Abschließend werden kleine Gewichte an der Felge befestigt, um die Unwucht am Ende wieder auszugleichen.

So wird ein Reifen richtig montiert

Um einen neuen Reifen zu montieren, muss zuvor der alte von der Felge abgezogen werden. Dazu wird erst die Luft aus dem Reifen gelassen, Ventileinsätze entfernt und anschließend das alte Gummi mit einer Abdrückrolle oder -schaufel von den Felgen abgezogen.

Um den neuen Reifen aufzuziehen, wird die Felge in eine Montiermaschine gespannt. Wurde der Reifen noch ausgewuchtet, werden vorher noch mögliche Auswuchtgewichte abgelöst.

Daraufhin werden die Flanken des neuen Reifens mit einem Fett bestrichen und entsprechend der jeweiligen Markierung auf die Felge gelegt. Mithilfe des Montierhebels wird der Reifen dann auf die Felge gezogen.

Damit der Reifen richtig auf der Felge sitzt, wird er anschließend mit Luft (maximal 3,3 Bar, auch „Springdruck“ genannt) befüllt. Dadurch „springt“ der Reifen von selbst in die Felge. Schließlich wird ein neues Ventil angebracht und der richtige Reifendruck eingestellt.

Das kostet die Reifenmontage

Für die Reifenmontage sind mehrere Arbeitsschritte nötig. Da neben dem Abziehen der alten Reifen, das Auswuchten sowie das Aufziehen des neuen Pneus anfällt, liegen die Kosten je nach Werkstatt und Arbeitsaufwand bei 80 bis 150 Euro.

Wollen Sie sofort wieder Auto fahren, kommen noch 50 Euro für die Montage der Räder hinzu. Ist zudem ein direktes Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verbaut, müssen die Sensoren gewartet und eventuell ausgetauscht werden. Das kostet zusätzlich 50 bis 100 Euro extra (plus Kosten für die Sensoren).

Allerdings bieten manche Werkstätten Paketpreise an, wenn Sie beispielsweise einen Reifensatz dort kaufen, ist die Montage oftmals inklusive.

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