Wenn der Winter kommt

Ab wann Sie Schneeketten wirklich brauchen – und welche klare Testsieger sind

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Wann müssen die Schneeketten eigentlich auf die Reifen? Diese Frage stellt viele Deutsche immer wieder vor ein Rätsel. Wir klären auf, welche Kosten Sie erwarten.

  • Schneeketten sind in Deutschland nur streckenabhängig Pflicht
  • Experten empfehlen als Mindestanforderung die Ö-Norm 5117
  • Bei Schneeketten gab es in Tests einen klaren Preis-Leistungssieger

Wien – Auto-Experten empfehlen, im Winter stets mit Winterreifen zu fahren. Doch wann braucht es auch noch Schneeketten? Spätestens wenn Sie in bergigen Regionen unterwegs sind und die Witterungsverhältnisse schwieriger werden, sollten Sie diese am besten immer mit sich führen. 

Wann Sie mit Schneeketten in Deutschland und Österreich fahren müssen

Das gilt besonders für Skifahrer, die zum Beispiel ihren Winterurlaub in den Alpen verbringen wollen. Schließlich ist die Schneekettenpflicht in Deutschland streckenabhängig. Das Gleiche gilt auch für Österreich. Daher empfiehlt es sich auch hier, stets Schneeketten im Gepäck zu haben.

Zwar geben Winterreifen durch ihre spezielle Gummimischung bei winterlichen Straßenverhältnissen guten Halt, „aber auch mit den besten Pneus kann eine ungeräumte Steigung oder ein schneeverwehter Streckenabschnitt zum unüberwindbaren Hindernis werden“, warnt ADAC Reifenexperte Christian Adler gegenüber der Augsburger Allgemeine.

Während für Schneeketten in Deutschland keine speziellen Normen existieren, sollten Sie dennoch als Mindestanforderung die sogenannte Ö-Norm 5117 entsprechen, wie der österreichische Autoclub ÖAMTC mit Sitz in Wien berichtet.

Sie ist am entsprechenden Symbol der ineinander geschachtelten Buchstaben Ö und N zu erkennen. Mit dieser dürfen Sie auf jeden Fall österreichische Skigebiete befahren.

Das bringen Ihnen Schneeketten im Winter

Um trotzdem sicher vorwärts zu kommen, sind Schneeketten unverzichtbar. Diese sollten mindestens auf die Räder der Antriebsachse montiert werden. Allerdings empfiehlt es sich, alle Reifen mit den Ketten auszustatten, um so auch bergab besser bremsen zu können.

Die Kette legt sich wie ein Netz über die Laufflächen und verhindert so, dass die Reifen durchdrehen. Das funktioniert, indem sich die Metallglieder der Kette wie ein Keil zwischen Gummi und Untergrund schieben.

Dadurch erzeugen sie den notwendigen Widerstand, der das Fahrzeug voranbringt. Auch beim Bremsen lässt sich das Fahrzeug so besser führen, es bleibt stabil in der Spur und kommt zudem schneller zum Stillstand als ohne Schneeketten.

Nachdem zum Beispiel die eisige Stelle passiert worden ist, müssen Sie die Schneeketten wieder abnehmen. Der Tipp vom ADAC-Profi: Das Anlegen und Abnehmen sollten Sie am besten zu Hause in Ruhe üben, so vermeiden Sie unnötigen Stress, wenn es ernst wird. Der ADAC macht‘s vor:

Neben den Ketten empfehlen sich ein kleiner Teppich (für den Fall, dass Sie sich hinknien) sowie Arbeitshandschuhe, so erleichtern Sie sich nicht nur die Arbeit, sondern schützen sich auch vor Kälte und Verschmutzungen.

Mit dieser Geschwindigkeit dürfen Sie mit Schneeketten fahren

Aber auch wenn Sie das Verkehrszeichen 268 sehen (blaues Schild mit weißem, kettenbezogenem Reifen), sollten Sie achtsamer fahren. Schließlich besagt dies, dass der kommende Streckenabschnitt nur noch mit Schneeketten befahren werden darf.

Wer aber auf schneebedeckter Fahrbahn ohne diese fährt, der riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Zudem gilt: Haben Sie Schneeketten montiert, gilt ebenfalls nur eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Schneeketten sind zwar grundsätzlich für Front- und Heckfahrzeuge geeignet, aber das Vorschriftzeichen 268 gilt auch für Fahrzeuge mit Allradantrieb.

Bei Letzteren sollten auch hier Schneeketten mindestens auf die Vorderachse montiert werden. Dennoch wird empfohlen, diese auch auf die Hinterachse anzulegen, da das Fahrzeugheck auf eisiger Straße leicht ausbrechen kann.

Das kosten Schneeketten – und diese haben in Tests am besten abgeschnitten

Schneeketten können Sie im Zubehörhandel, bei Autohändlern oder auch -clubs wie ADAC kaufen. Die Kosten variieren allerdings je nach Kettentyp und Kettengröße und belaufen sich auf 50 bis 250 Euro für ein Paar.

Um die passende Schneekette für die Dimension Ihrer Reifen zu finden, sollten Sie die zuerst die genaue Reifengröße sowie Felgenbreite bestimmen. Diese Angaben finden Sie meist in der Bedienungsanleitung Ihres Autos. Generell empfehlen Auto-Experten allerdings, im Winter die kleinste zulässige Reifendimension zu wählen, da es leichter fällt, sie anzulegen.

Dann geht es an den Kettentyp. Fahren Sie zum Beispiel nur ein- bis zweimal im Jahr in den Winterurlaub, reicht bereits eine einfache Seilkette aus. Diese kostet um die 50 Euro. Verfügt sie über eine Schnellmontage, also eine Automatik, die das Nachspannen übernimmt, müssen Sie 70 Euro hinblättern.

Hier hat in Tests (unter anderem bei Stern Online) die Schneekette Snox Pro von Pewag am besten abgeschnitten. So soll sie laut dem Automagazin nicht nur sehr gute Fahreigenschaften aufweisen, sondern einfach zu montieren sein und schließlich ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Haben Sie nur wenig Platz im Radkasten oder muss die Kette an der Hinterachse montiert werden, benötigen Sie sogenannte Federstahlbügelketten. Diese kosten um die 130 Euro. Noch einfacher soll es mit Komfortketten gehen. Sie werden vorne an den Radbolzen befestigt und ziehen sich dann beim Anfahren selbst über die Räder. Dafür sind sie auch am teuersten (circa 300 Euro).

Allerdings gibt es teilweise auch die Möglichkeit, Schneeketten für den Urlaub auszuleihen. Werden die Ketten nicht benutzt, werden sie gegen eine Gebühr wieder zurückgenommen.

Rubriklistenbild: © Harald Schneider/dpa

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