Indirekt oder direkt möglich

Reifendruckkontrollsysteme sind Pflicht – und können ganz schön ins Geld gehen

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Ein Reifendruckkontrollsystem an Ihrem Fahrzeug ist Experten zufolge sehr hilfreich. Schließlich kann ein zu geringer Luftdruck im Reifen zu verheerenden Folgen führen.

  • Seit 2014 gilt eine gesetzliche Pflicht für Reifendruckkontrollsysteme
  • Ein Reifendruckkontrollsystem kann helfen, Sprit zu sparen
  • Ein direktes RDKS kann allerdings sehr teuer werden

München – Seit 2014 gilt die Regelung, dass alle Neuwagen von den Herstellern mit einem Reifendruckkontrollsystem (kurz RDKS) ausgestattet sein müssen. Das überwacht automatisch den Luftdruck der Reifen. Es hilft nicht nur dabei, Sprit zu sparen, sondern auch Unfälle durch einen falschen Reifendruck zu verhindern. 

Reifendruckkontrollsystem seit 2014 Pflicht – direktes und indirektes RDKS

Dazu werden batteriebetriebene, direkte Sensoren in den Rädern befestigt und darüber Luftdruck- und Temperaturdaten per Funksignal an den Bordrechner übertragen. Eine (kostengünstigere) Alternative sind indirekt messende Kontrollsysteme im Wagen, sogenannte ABS-Sensoren.

Diese messen die Drehzahl der Räder, daraus errechnet schließlich das indirekte Reifendruckkontrollsystem (oder auch indirektes RDKS) den Luftdruck im Reifen. Verringert sich der Reifendruck erheblich, wird auch der Abrollumfang des Reifens kleiner. Mit der Folge, dass automatisch auch die Drehzahl des Reifens im Vergleich zu den anderen ansteigt.

Das indirekte RDKS erkennt den Anstieg als Luftdruck-Abfall und informiert den Fahrer. Übrigens: Ältere Fahrzeuge, die noch nicht mit RDKS ausgestattet worden sind, müssen gesetzlich nicht nachgerüstet werden.

So viel kostet ein direktes RDKS

Ein direktes RDKS kann allerdings ins Geld gehen. So gehen ADAC und TÜV Süd mit Sitz in München (geführt unter anderem von Axel Stepken (61)) davon aus, dass Sie bei einem Radsatz mit 250 bis 300 Euro für die Sensoren rechnen müssen. Dazu kommen weitere 50 Euro für Einbau und Programmierung in einer Fachwerkstatt. Dort erfahren Sie auch, ob und welches Reifendruckkontrollsystem in Ihrem Fahrzeug verbaut ist.

Übrigens: Auch ein Blick auf das Armaturenbrett Ihres Wagens kann Aufschluss darüber geben. Ein Reifen mit einem Ausrufezeichen ist das Symbol für ein RDKS. Haben Sie ein direkt messendes System, können Sie in der Regel über den Bordcomputer den Luftdruck der Reifen abrufen.

Wird allerdings ein neuer Satz Reifen fällig, da die alten abgefahren sind, müssen auch die Sensoren vom Fachmann neu eingestellt werden. Darüber hinaus entladen sich auch die Batterien der Sensoren nach etwa vier bis zehn Jahren und müssen schließlich ausgetauscht werden. Da eine Ausrüstungspflicht gilt, müssen Sommer- und Winterräder mit den Sensoren ausgestattet werden.

Meist geschieht dies nach etwa sechs Jahren, sodass sie den Batterie- und Reifenwechsel gleichzeitig vornehmen lassen können. Allerdings müssen Sie mit zusätzlichen Kosten rechnen, da die Einstellung der RDKS sehr zeitaufwendig ist und spezielles Werkzeug erfordert. So kostet sie je nach Fahrzeug etwa 50 bis 100 Euro pro Satz extra.

Darum sollten Sie RDKS-Sensoren nicht wiederverwenden

Manche fragen sich, ob Sie die Sensoren nicht einfach wiederverwenden können, um so Kosten zu sparen. Doch davon rät Sensorhersteller Schrader entschieden ab.

Bei jedem Reifenwechsel sollten Sensoren und Ventile gewartet werden. Anderweitig könnte Korrosion die Funktion des Systems stören oder es könnten sogar Druckverluste auftreten“, erklärt abschließend Wolfgang Fuetsch, Manager beim technischen Support. „Dabei sollte die Werkstatt alle Verschleißteile wie Ventileinsatz, Mutter, Dichtung und Kappe ersetzen.“

Rubriklistenbild: © Audi

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