Radwechsel leicht gemacht

Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung wechseln Sie selbst Reifen richtig 

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Sie haben vor, selber Reifen zu wechseln? Wenn Sie es zum ersten Mal machen, fragen Sie sich bestimmt, wie Sie es richtig machen. Wir haben eine Anleitung für Sie. 

  • Autoreifen sollten spätestens nach zehn Jahren gewechselt werden
  • Schritt für Schritt erklärt Ihnen die Redaktion, wie Sie selber Reifen wechseln
  • Wollen Sie diese in einer Werkstatt wechseln lassen, sollten Sie Preise vergleichen

München - Sonneinstrahlung, Hitze und Kälte: Meistens ist die Witterung daran schuld, wenn sich Autoreifen über die Jahre abnutzen. Schließlich härtet das Material aus, wird brüchig und kann zur Ablösung der Lauffläche führen.

Autoreifen am besten maximal alle zehn Jahre wechseln

Deshalb raten Experten meist dazu, Autoreifen alle sechs Jahre zu wechseln. Wenn Ihre Reifen qualitativ besonders hochwertig sind, können Sie mit diesen auch mindestens acht bis zehn Jahre lang fahren.

Übrigens: Sie müssen die Reifen nach Gesetz auch dann austauschen, wenn die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter unterschritten wird – und zwar unabhängig vom Reifenalter. Die Reifenprofiltiefe können Sie mithilfe eines Reifenprofil-Messers messen. Haben Sie keinen zur Hand, reicht auch eine 1-Euro-Münze.

Der Münzenrand hat genau eine Breite von drei Millimetern. Das Geldstück schieben Sie an verschiedenen Stellen des Pneus in die großen Profilrillen in der Mitte. Wird der Rand zwischen den Profilrillen sichtbar, ist die Reifenprofiltiefe von drei Millimetern unterschritten. Wer zudem viel fährt, sollte sich zudem je nach Saison am besten Sommer- oder Winterreifen zulegen.

Wie alt ein Autoreifen ist, erkennen Sie an der „DOT“-Kennzeichnung an einer seiner Flanken. Dabei handelt es sich um eine vierstellige Nummer, wobei die ersten zwei Zahlen für die Kalenderwoche und die anderen beiden für das Jahr der Herstellung stehen.

Wann Sie Autoreifen unbedingt wechseln sollten

Was aber tun, wenn das Auto den ganzen Winter über in der Garage stand? Dann ist zwar tatsächlich der Verschleiß geringer, aber die Reifen sind dennoch die ganze Zeit über dem Gewicht des Fahrzeugs ausgeliefert gewesen.

Durch diese einseitige Belastung können sogenannte „Standplatten“ entstehen. Das bedeutet konkret: Je länger ein Auto steht und nicht bewegt wird, desto größer ist die Gefahr, dass das Material dauerhaft Schaden nimmt.

Wenn Sie sich Kosten sparen wollen und sich für Gebrauchtreifen entscheiden, empfiehlt es sich dennoch, auf das Reifenalter zu achten. Das Alter verändert sich schließlich auch dann, wenn der Reifen nur im Regal herumliegt. Der Grund dafür: Frischer Gummi greift wesentlich besser. Sind Gebrauchtreifen älter als drei Jahre, ist Vorsicht geboten.

So wechseln Sie selber die Reifen richtig – eine Anleitung

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC mit Sitz in München (wird geführt von August Markl (72)) gemäß einer Faustregel, Sommerreifen von Ostern bis Oktober zu montieren, danach ziehen Sie wieder die Winterreifen auf.

Die Experten raten Laien, die nur wenig Erfahrung beim Reifenwechsel haben, besser eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Besonders dann, wenn es sich um besonders große Räder (wie zum Beispiel beim SUV) handelt.

Wollen Sie dennoch selber Reifen wechseln, sollten Sie zuerst das richtige Werkzeug besorgen bzw. sich zurechtlegen. Dazu gehören:

  • ein (stabiler) Wagenheber
  • ein Unterstellbock
  • ein Radkreuz
  • eine Drahtbürste
  • eine Schachtel für Schrauben
  • Schlüssel für das Felgenschloss
  • einen Drehmomentschlüssel

Sie wissen nicht, wo der Wagenheber abgeblieben ist? Dann schauen Sie einmal in die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Darin sollte vermerkt sein, wo der Wagenheber im Auto zu finden und zu bedienen ist. Ansonsten empfiehlt es sich auch, einen stabilen Hydraulikwagenheber zu kaufen.

Als Nächstes sollten Sie vor der Reifenmontage Radschrauben oder -muttern überprüfen. Diese dürfen schließlich keine Schäden aufweisen. Die Gewinde der Schraubverbindungen und die Auflageflächen müssen zudem sauber und rostfrei sein. Ist dies nicht der Fall, nehmen Sie am besten eine Drahtbürste zur Hand, um diese zu reinigen. Gut zu wissen: Gewinde sollten grundsätzlich nicht geschmiert werden.

Übrigens: Auch bereits benutzte Reifen sollten Sie auf Schäden überprüfen. Schließlich gilt auch hier die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter. Aber: Der ADAC empfiehlt jedoch für Winterreifen vier Millimeter, für Sommerreifen dagegen drei Millimeter.

Hinweis: Der Reifen, den Sie im Jahr zuvor auf der Vorderachse angebracht hatten, wird nun auf die Hinterachse montiert (und umgekehrt).

Reifen wechseln: Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt es Ihnen

  1. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen. Hat Ihr Fahrzeug ein Automatikgetriebe, bringen Sie den Wählhebel in Stellung „P“
  2. Radkappe, wenn vorhanden, abziehen. Anschließend Radmuttern oder -bolzen eine Viertel Umdrehung lösen.
  3. Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen. Weitere Hinweise finden Sie in der Bedienungsanleitung.
  4. Fahrzeug anheben, bis die Montagehöhe erreicht ist.
  5. Radmuttern komplett abschrauben.
  6. Radauflageflächen reinigen und Bremsscheiben sowie Bremsbeläge kontrollieren.
  7. Als Nächstes montieren Sie das neue Rad an und schrauben alle Radmuttern mit dem Radkreuz wieder fest.
  8. Das Rad, das Sie zuvor abmontiert haben, holen Sie wieder unter dem Fahrzeug hervor.
  9. Dann lassen Sie das Auto wieder herunter. Achten Sie darauf, dass die Reifen gerade am Boden stehen.
  10. Dann ziehen Sie die Radmuttern über Kreuz mit dem in der Bedienungsanleitung vorgeschriebenen Drehmoment an.
  11. Die abmontierten Reifen sollten Sie dann am besten auf der Lauffläche mit Wachskreide kennzeichnen. So empfiehlt sich zum Beispiel „VR“ für „vorne rechts“ oder „HL“ für „hinten links“. Dies dient als Hilfestellung für die Reifenmontage im nächsten Jahr.
  12. Abschließend lagern Sie die Reifen fachgerecht ein.

Hier sehen Sie noch mal im How to-Video von ADAC, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen: 

Nachdem Sie den Reifen gewechselt haben, sollten Sie anschließend eine Reifendruckkontrolle durchführen (lassen). Dazu fahren Sie mit den neuen Rädern etwa 50 Kilometer. Überprüfen Sie anschließend die Verschraubung noch einmal und ziehen Schrauben gegebenenfalls nach. 

Reifen wechseln: Kosten in der Werkstatt

Entscheiden Sie sich stattdessen für eine Werkstatt, sollten Sie am besten Preise vergleichen, wenn Sie Autoreifen fachgerecht wechseln lassen möchten.

So viel kostet der Räderwechsel pro Saison durchschnittlich in der Werkstatt:

Radwechsel – vier Räder15 bis 25 Euro
Wuchten – vier Räderzusätzlich 15 bis 35 Euro
Einlagerung – vier Räderzusätzlich 30 bis 50 Euro

Allerdings bieten viele Werkstätten auch je nach Saison Komplettpreisangebote an. Dabei handelt es sich oft um eine Kombination aus Wechsel, Reinigung, Wuchten und Einlagerung. Schließlich lässt sich dadurch viel Geld sparen. 

Rubriklistenbild: © David Ebener/dpa

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