DSG, CVT, DKG – was ist das?

Automatikgetriebe: Wandler, DSG und CVT – die Vor- und Nachteile der Getriebearten 

Schalthebel eines Automatikgetriebes
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Die Deutschen greifen zunehmend zum Automatikgetriebe
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Automatikgetriebe sorgen für entspanntes Fahren und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Was sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Varianten?

  • Es gibt drei Hauptarten von Automatikgetrieben: Wandlerautomatik, stufenlose Automatikgetriebe (CVT) und Doppelkupplungsgetriebe (DKG/DSG)
  • Die Wandlerautomatik ist am weitesten verbreitet, ein CVT-Getriebe kommt ohne Schaltpausen aus
  • Teuer und technisch aufwendig sind die Doppelkupplungsgetriebe

Ein Automatikgetriebe schaltet eigenständig die Gänge f+r den Fahrer. Die Automatik steht also für entspanntes Fahren. Das Schaltgetriebe beherrscht aber sowohl die Geschichte als auch (noch) die Gegenwart, denn in Europa fahren über 65 Prozent der Fahrzeuge mit Schaltgetriebe. Eine kostengünstige Besonderheit stellen automatisierte Schaltgetriebe dar, bei denen Stellmotoren (Aktuatoren) die Betätigung der mechanischen Kupplung und des Getriebes selbst übernehmen. Aufgrund langer Schaltpausen samt Zugkraftunterbrechung hat sich dieser Getriebetyp nicht in allen Fahrzeugsegmenten durchgesetzt. Lediglich bei günstigen Kleinwagen findet er häufig Verwendung.

Automatikgetriebe in der Übersicht

Der Primus beim schnellen Schaltvorgang ist das Doppelkupplungsgetriebe. Der Aufbau eines „DKG“ Sondervariante sieht so aus, dass der nächste Gang bereits während der Fahrt im Stand-by-Modus ist. Das hebelt die Zugkraftunterbrechung quasi aus. Neben dem DKG, dem komfortabelsten Angebote im Bereich der Automatik, gibt es auch stufenlose Getriebe (CVT). Noch komfortabler ist die Fahrt mit einem Wandlergetriebe. Die Drehzahl beim Wandler ist sehr niedrig.

Wandlergetriebe: Die Vor- und Nachteile

Wandlergetriebe bezeichnen das klassische Automatikgetriebe, das im Vergleich zu CVT und DKG bzw. DSG mit 2.000 Euro preislich gleichauf liegt. Das Herzstück dieses Prinzips ist der Drehmomentwandler. Er besteht aus Leitrad, Turbinenrad und Pumpenrad und ist in einem Gehäuse fest verbaut. Bei Standgas überträgt der Wandler nur ein Minimum, um das Fahrzeug bei offener Bremse zu bewegen. Das Gasgeben versetzt das Getriebeöl in Bewegung und erfasst das Turbinenrad. Durch den Rückstau des Öls an den Schaufeln wird der Moment vergrößert. Vor allem in den USA ist der Wandler stark vertreten. Kein Wunder, wurde doch bei General Motors in Detroit erstmals ein Wandlergetriebe serienmäßig in einem Fahrzeug verbaut.

Vorteile der Wandlerautomatik:

  • geringe Belastung der Bauteile, wenig Verschleiß
  • guter Wirkungsgrad
  • minimale Zugkraftunterbrechung
  • der Wandler dämpft Schwingungen im Antriebsstrang

Die Nachteile der Wandlerautomatik:

  • Kraftübertragung nicht optimal
  • Das Abschleppen mit rollender Antriebsachse ist bei einigen Modellen nicht möglich
  • relativ teuer

CVT: Vor- und Nachteile des stufenlosen Automatikgetriebes

Das stufenlose Automatikgetriebe – kurz: CVT – verdankt seine Abkürzung der englischen Bezeichnung „Continuoulsy Variable Transmission“. Sie steht also für ein stufenloses Getriebe. Im Vergleich zum Wandler in einem Wandlergetriebe und zu DKG bzw. DSG ist die stufenlose Automatik vergleichsweise günstig. Etwa 1.000 Euro kostet die Anschaffung.

Vorteile des CVT:

  • ruckelfreies Fahren ohne Zugkraftunterbrechung
  • CVT-Getriebe sind klein, leicht und günstig
  • moderne CVT-Getriebe sind sparsam, da der Motor meist in den effizientesten Drehzahlbereichen bleibt

Nachteile des CVT:

  • laut beim Beschleunigen
  • Belastung der Bauteile, vergleichsweise wartungsintensiv
  • nur ein möglicher Nachteil ist der sogenannte „Gummibandeffekt“, also das Beschleunigen mit konstanter Drehzahl. Diese Akustik ist gewöhnungsbedürftig.

DKG: Vor- und Nachteile des Doppelkupplungsgetriebes

Das Doppelkupplungsgetriebe – kurz: DKG – bietet den Komfort eines Automatikgetriebes bei der Effizienz einer manuellen Getriebeart. Das Doppelkupplungsgetriebe besteht aus zwei Getrieben und zwei Kupplungen. DKG ist keine einheitliche Bezeichnung, die alle Hersteller nutzen. Stattdessen nennen VW, Skoda, Seat und Bugatti die Technik Direktschaltgetriebe (DSG). Bei Ferrari, Fiat, Hyundai und Mercedes-Benz heißt die Technik DCT (Double Clutch Transmission). DKG, DSG und DCT unterscheiden sich damit von Wandlergetrieben mit Wandler und von stufenlosen Automatikgetrieben (CVT).

Vorteile eines Doppelkupplungsgetriebes:

  • schnelle Gangwechsel
  • Hoher Wirkungsgrad
  • Günstiger als Wandlerautomatikgetriebe
  • kompakte Bauform
  • kein „Kriechen“, das Rangieren braucht mehr Gefühl im Gasfuß des Fahrers
  • hohes Gewicht
  • Verschleiß beim Anfahren/Rangieren

Das Automatikgetriebe in der Werkstatt

Steht die Reparatur eines Automatikgetriebes an, weil das Fahrzeug seiner Funktion nicht mehr oder nicht uneingeschränkt erfüllt, ist es sinnvoll, einen Fachbetrieb aufzusuchen – egal, um welches Getriebe es sich handelt (Wandlergetriebe mit Wandler, DKG/DSG, CVT). Ein neues Automatikgetriebe einzubauen, ist mit Blick auf Kosten um die 10.000 Euro meist nicht rentabel. Stattdessen kann es eine Alternative sein, ein Austauschgetriebe zu Anschaffungskosten von 2.000 Euro und den Kosten für den Aus- und Einbau in Auftrag zu geben.

Wechselt der Gang unsanft, ist das Anfahren verzögert oder vibriert das Fahrzeug, kann das auf einen Defekt am Automatikgetriebe hinweisen. Der Fachmann in einer Werkstatt wird im Zuge einer Probefahrt und in der Werkstatt die Steuergeräte auf Fehler prüfen und den Ölstand checken. Um Schäden vorzubeugen, empfehlen Experten, das Getriebe zu spülen und direkt im Zuge der Spülung des Getriebes einen Wechsel des Getriebeöls vorzunehmen.

Der Kostenfaktor für diese Wartung der Automatik liegt bei ca. 300 bis 600 Euro.

Von Steffi Brand

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