Von DAB+ bis Fernlichtassistent

Functions on Demand: Diese Extras fürs Auto kann man noch nachträglich kaufen

Fahraufnahme eines BMW X5 im Rauch
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Bei einigen BMW-Modellen lässt sich beispielsweise der Fernlichtassistent nachträglich freischalten.
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Einen Neuwagen bestellt und die Sitzheizung vergessen? Mit „Functions on Demand“ kann man Extras auch noch nachträglich kaufen – was alles möglich ist ...

  • Verschiedene Extras lassen sich durch „Functions on Demand“ einfach nachrüsten
  • Bei Audi kann der digitale Radioempfang für 10 Euro monatlich gebucht werden
  • BMW bietet beispielsweise den Fernlichtassistenten im „digitalen Nachverkauf“ an

München – Die Digitalisierung erfasst inzwischen auch die Optionslisten von Autos. Ausstattungsmerkmale können nun nachträglich dazugebucht werden – so wie Apps fürs Handy. Functions on Demand („Funktionen auf Verlangen“) heißt das Ganze auf Neudeutsch.

„Neu ist das Thema nicht“, sagt Jan Burgard vom Strategieberater Berylls. Doch mit immer mehr Softwarefunktionen im Auto und der Möglichkeit, diese ohne Werkstattbesuch aktualisieren oder freischalten zu können, rücke es jetzt verstärkt in den Fokus.

Dabei geht es nicht nur um Navigation oder Smartphone-Integration. „Functions on Demand kann sich auch bei Hardware-Optionen rentieren“, betont Burgard. So könne es für einen Hersteller durchaus lohnend sein, alle Autos einer Modellreihe mit einer Sitz- oder Standheizung auszustatten, wenn genügend Kunden diese im Winter dann für hohe Preise aktivieren lassen.

Functions on Demand: Was lässt sich alles heute schon nachrüsten?

Beim US-Elektroauto-Pionier Tesla konnte man schon Ende 2016 zum Beispiel Kameras, die es für unterschiedliche Funktionen des Autopiloten brauchte, für einige Tausend Euro nachträglich aktivieren und sich so ans autonome Fahren herantasten. (Doch kein „Autopilot“: Tesla erleidet Schlappe vorm Landgericht München) Nun folgen vor allem hochpreisige deutsche Hersteller dem Beispiel – allerdings mit wesentlich weniger vitalen Funktion.

Für den Audi E-Tron Sportback gibt es verschiedene LED-Grafiken zur Begrüßung.

So kann man etwa bei Audi für 10 Euro im Monat den Digitalradio-Empfang (DAB+) buchen oder für 85 Euro ein Jahr lang das Smartphone-Interface freischalten lassen. Seit es im e-tron Sportback verschiedene Begrüßungsszenarien für die digitalen Matrix-Scheinwerfer gibt, denkt Audi laut Sprecher Josef Schloßmacher darüber nach, immer wieder neue Lichtspiele über seinen App-Store zu verkaufen: So gibt es seit Oktober das LED-Matrix-Paket für LED-Scheinwerfer für ein halbes Jahr für 133 Euro. Auch andere Zeiträume sind möglich, ebenso der dauerhafte Erwerb. (Audi e-tron S Sportback: Der Elektro-Koloss beeindruckt mit seiner Fahrdynamik – nur eine Sache trübt den Spaß) Bei Mercedes ist das Bediensystem MBUX für Spätentschlossene offen: Smartphone-Integration oder Navigation etwa können nachträglich freigeschaltet werden.

Bei Mercedes lässt sich zum Beispiel die Navigation über das MBUX ordern.

Functions on Demand: Das Auto als Werkzeug zum Einkaufen

Die neue Mercedes S-Klasse, die im Herbst in den Handel kommt, ist mit der nächsten MBUX-Generation ausgestattet. Der Kunde kann sich dort über PIN-Eingabe, Fingerabdruck-Scanner oder Augenerkennung so zweifelsfrei identifizieren, dass aus dem Fahrzeug heraus Einkäufe möglich sind. (Neue Mercedes S-Klasse kopiert Tesla: Diese Technik gibt’s bei Elon Musk schon lange)

BMW bietet laut Sprecherin Nadja Horn einen „digitalen Nachverkauf“ für Extras wie den Fernlichtassistenten, den Tempomat mit Abstandsregelung oder einen sportlichen Sound an. Mit den Updates für die jeweiligen Betriebssysteme der Modelle werden weitere Funktionen hinzukommen, die auf die bereits vorhandene Hardware und Software des Fahrzeugs zugreifen können, stellt Horn in Aussicht. (ADAC-Test: Mercedes, Audi, BMW – dieses Auto bietet die beste Konnektivität in der Kompaktklasse)

Bei BMW können über den „digitalen Nachverkauf“ Extras bestellt werden.

Die Idee von der Ausstattung als App hilft aber auch Gebrauchtwagen-Käufern, gibt BMW-Sprecherin Horn zu bedenken: „Ein Zweitbesitzer kann ein gebrauchtes Auto nach eigenen Wünschen so konfigurieren, als sei es ein Neuwagen.“

Von den neuen Möglichkeiten profitieren neben den Kunden auch die Hersteller – und zwar nicht nur durch zusätzlichen Umsatz, sondern auch, weil sie ihre Autos so schneller auf den Markt bekommen.

Ein Beweis dafür ist der VW ID.3, dem gravierende Software-Probleme beinahe den Start verhagelt hätten. Um ihn trotzdem noch im Spätsommer auf die Straße zu bringen, kehrt VW den Spieß kurzerhand um: „Funktionen wie die Einparkautomatik oder die kabellose Smartphone-Integration liefern wir binnen der ersten Monate kostenlos über ein Software-Update nach“, sagt E-Modell-Verantwortlicher Thomas Ulbrich. (VW ID.3: Viel Platz und gutes Fahrverhalten – doch eine Sache ist äußerst gewöhnungsbedürftig) (Mit Material der dpa)

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