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Werbung im Auto: Ford sichert sich Patent für richtig nervige Technik

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Von: Marcus Efler

An Werbung im TV, Radio und auf dem Smartphone haben wir uns längst gewöhnt. Doch Ford will offenbar auch Autofahrer mit Anzeigen verfolgen.

Dearborn (USA) – Werbung ist überall, wir können ihr kaum entkommen. Nicht mal im Auto: Checken wir die News am Smartphone – ganz legal, nämlich stehend mit ausgeschaltetem Motor – begegnet sie uns ebenso wie im DAB-Radio. Von diesen Reklame-Arten haben die Autohersteller natürlich nichts, weil sie daran keinen Cent verdienen. Schon länger suchen sie deshalb nach Möglichkeiten, ihr Geschäftsmodell mit Werbung aufzubessern. Nun hat sich Ford (hier geht‘s zum Fahrbericht des Ford Fiesta mit Mildhybrid) eine neue Möglichkeit patentieren lassen, wie das Lifestyle- und Tech-Portal Gizmodo berichtet. (Ford Mustang Mach-E steht still: Software-Fehler macht E-Auto unbrauchbar)

Werbung im Auto: Ford bastelt an einer echt nervigen Technik

Demnach arbeitet der amerikanische Autokonzern an einer Technologie, die Werbung von Billboards – den vor allem in den USA bekannten, riesigen Reklametafeln am Wegesrand – über eine Frontkamera auf das Display des Infotainments-Systems im Auto überträgt. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos: Die Shopping-Mall an der Ausfahrt, das Billig-Menü beim Burger-Laden im nächsten Ort, der regionale Radiosender, alles und jeder könnte so im fahrenden Auto auf sich aufmerksam machen. Natürlich nur, wenn dessen Hersteller das nach entsprechender Zahlung des Werbenden freigibt. (Mercedes-Benz EQS: „MBUX Hyperscreen“ – neues Video zeigt XXL-Display)

Touchscreen für Infotainment im Ford Mustang Mach-E. (Symbolbild)
Bald Werbefläche? Der Touchscreen für Infotainment im Ford Mustang Mach-E. (Symbolbild) © Ford

Werbung im Auto: Was hat der Autohersteller davon?

Dies wäre möglicherweise nur der Beginn des Zeitalters der In-Car-Werbung: Mit etwas technischer Verfeinerung eignen sich nicht nur die riesigen Billboards, sondern auch die in anderen Ländern üblichen, kleineren Plakate für den Transfer auf das Display. Und warum überhaupt die Umgebung einbeziehen? In einem weiteren Schritt könnten Autohersteller die Werbung auch direkt vom Anzeigenkunden ins Auto schicken lassen. Vor allem dann, wenn künftig autonome Fahrzeuge dem Fahrer immer mehr Freizeit lassen, kann er ja auch bezahlte Inhalte statt Netflix schauen. Denkbar sind auch gestaffelte Preismodelle, die beispielsweise die Leasinggebühren senken, wenn Autofahrer dafür Werbung akzeptieren. Oder die Fahrtkosten in einem autonomen Taxi. (Spotify Car Thing: Ein kleines Kästchen soll Musikhören im Auto bequemer machen)

Werbeplakat mit Colin Kaepernick in Tampa, Florida (Symbolbild)
Solche Billboards (hier mit werblicher und politischer Botschaft) könnten bald ins Auto projiziert werden. (Symbolbild) © Ivy Ceballo/Imago

Werbung im Auto: Das Ganze kann auch richtig gefährlich werden

In diesen Fällen wäre die Werbung zwar nervig, aber zumindest ungefährlich. Anders sähe es aus, wenn sie dem Fahrer in einem nicht-autonomen Auto angezeigt wird. Schon das Interpretieren der Navi-Anweisungen oder das Scrollen durch die Playlists am Infotainment-Schirm birgt riskante Ablenkung. Kommt noch Werbung dazu, womöglich mit Links zu spannenden Sonderangeboten, die der Fahrer anklicken kann, steigen die Sekunden des „Blindflugs“ über die Straße gefährlich an. Bleibt zu hoffen, dass Ford die Technik nur im stehenden Auto ausspielt – oder es einfach nur beim Patent bleibt.

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