Lombard Street in San Francisco

Tesla Autopilot zurück auf kurvigster Straße der Welt: Lernt das Selbstfahr-System tatsächlich so schnell?

YouTuber Tesla Raj fährt mit seinem weißen Tesla Model 3 durch die Lombard Street.
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Im zweiten Testlauf innerhalb von zwei Monaten schafft der neue FSD-Autopilot die kurvigste Strecke der Welt deutlich besser.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Beim zweiten Test auf San Franciscos berühmter Lombard Street kommt Teslas Autopilot mit der kurvigsten Straße der Welt wesentlich besser zurecht – ein Video beweist es.

San Francisco (USA) – Die seit einiger Zeit laufenden Beta-Tests für Teslas neuen Autopilot sollen dem E-Auto-Hersteller Erkenntnisse über die erweiterten Funktionen der Software für das autonome Fahren liefern. Es handelt sich dabei um die bislang wohl bedeutendste Weiterentwicklung der Autopilot-Technologie von Tesla. Allerdings baut das US-Unternehmen von Elon Musk vor: Bislang wurden nur ausgesuchte Tesla-Fahrer eingeladen, die Beta-Version des neuen Tesla Autopiloten zu testen – dies soll das Unfallrisiko möglichst gering halten. (Neuer Tesla Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“)

Denn auch der neue Autopilot der kalifornischen Elektroautos ist noch meilenweit vom Level 5 des vollständig autonomen Fahrens (englisch: „Full Self Driving“, FSD) entfernt. Bei dieser von der SAE International („Society of Automotive Engineers“; dt.: „Verband der Automobilingenieure“) festgelegten höchsten Stufe automatisierten Fahrens müssen selbst fahrende Autos ohne Eingriffe alle Situationen meistern, mit denen auch ein guter menschlicher Autofahrer zurechtkommen würde. (Tesla Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Bei der weltberühmten Lombard Street in San Francisco handelt es sich um die kurvigste Straße der Welt.

Tesla Autopilot noch mal auf kurvigster Straße der Welt: Lernt das System tatsächlich, wenn ...?

Tesla-Fahrer Raj aus dem bei San Francisco gelegenen Newark, der auf YouTube den Kanal „Tesla Raj“ betreibt, will es offenbar genau wissen – und wagt sich deshalb an ganz besondere Tests. Der YouTuber, der zu den ausgewählten Beta-Testern gehört, suchte sich dafür zum zweiten Mal eine enorm populäre Teststrecke aus – beim ersten Mal scheiterte der Autopilot seines Tesla Model 3 an den Serpentinen noch kläglich. (Teslas Autopilot-Software in Baustelle überfordert: Model 3 bremst Polizei aus)

Der weltberühmte Kurvenkurs von San Franciscos Lombard Street mit ihren acht Haarnadelkurven dürfte der bis dato härteste Test für Elon Musks Selbstfahr-Software gewesen sein. Die ersten Fahrten von „Tesla Raj“ verliefen dementsprechend wenig entspannt, sondern höchst nervenaufreibend. Der neue Tesla Autopilot konnte die Strecke nicht ohne fremde Hilfe meistern: Der Tesla-Fahrer musste gleich mehrfach in letzter Sekunde eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern.

Auf dem Bildschirm des Tesla Autopilot sieht man, vor welche Herausforderung der Beta-Tester die Selbstfahr-Software stellte.

Inzwischen hat Tesla die FSD-Software jedoch laut des YouTubers bereits fünfmal aktualisiert. Grund genug für „Tesla Raj“, den neuen Autopilot inklusive neuester Updates erneut auf der berühmteste Kurvenstrecke der Welt auszutesten. Das Selbstfahr-System wurde wieder an seine Grenzen gebracht – meisterte den Kurs jedoch diesmal, wie im Video zu sehen ist. Dabei machte der Tesla Autopilot den Eindruck, als lerne er nicht nur von Version zu Version hinzu, sondern auch beim wiederholten Befahren derselben Strecke von sich selbst bzw. vom Lenkeingriff des Fahrers. (Tesla Autopilot: Beifahrer filmt leeren Fahrersitz auf Highway – „unverantwortlich“)

Tesla Autopilot noch mal auf kurvigster Straße der Welt: Jetzt schafft’s das Model 3 alleine

Unterm Strich zeigten sich ganz eindeutige Verbesserungen gegenüber dem wenig erfolgreich verlaufenen letzten Test. Ein aussagekräftiger Vergleich ist über das entsprechende Video vom ersten Versuch jederzeit möglich. Gleich die erste Kurve nimmt das Tesla Model 3 zur vollkommenen Begeisterung von „Tesla Raj“ und seinem Beifahrer mit der angemessenen Geschwindigkeit und Genauigkeit. Auch die zweite Kehre stellt kein Problem dar. Bei der dritten wird es allerdings schon schwieriger: Denn exakt dort zweigt eine Hauszufahrt ab – und stellt die FSD-Software vor das Problem der Entscheidungsfindung. Das E-Auto fährt fälschlicherweise Richtung Haus – Tesla Raj stoppt es manuell. (Wieder Bau-Stopp für Tesla Gigafactory Grünheide: 100 Millionen Euro einfach nicht überwiesen)

Die verbleibenden Kurven bis zum Ende der Lombard Street nimmt der Tesla Autopilot dann ohne Zwischenfälle – und mit ansprechendem Tempo. Anschließend zeigt Beta-Tester „Tesla Raj“ einen weiteren Durchlauf, den er aus der Vogelperspektive gefilmt hat. Laut Aussage des Tesla-verrückten YouTubers habe dieser völlig ohne irgendeinen menschlichen Eingriff funktioniert. Und in der Tat: Das Tesla Model 3 bleibt kein einziges Mal mehr stehen. Auch nicht bei besagter Zufahrt, die zunächst noch die geschilderten Probleme verursacht hatte. Das wirft die abschließende Frage auf: Hat der Tesla Autopilot tatsächlich aus dem vorangegangenen Versuch gelernt – oder hat er lediglich durch Zufall eine bessere Linie genommen?

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