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Teslas Autopilot-Software in Baustelle überfordert: Model 3 bremst Polizei aus (mit Video)

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Von: Christian Schulz

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Ein Beta-Tester prüft Teslas neuen Autopiloten. Das ernüchternde Ergebnis: Eine simple Baustelle überfordert die FSD-Software. Dann bremst das Model 3 sogar ein Polizei-Motorrad aus.

Union City (Kalifornien) – Eigentlich sollten simple Verkehrshütchen für das Autopilot-System von Elektroauto-Hersteller Tesla kein Problem darstellen – sondern vielmehr nichts Ungewohntes für die Software des US-Konzerns von Elon Musk sein. Denn sie wurden von dieser schon relativ früh erkannt und angezeigt – als orange-weiß gestreifte Symbole in der Umfeld-Darstellung der E-Autos. Mit der neuen Software-Version des FSD-Systems („Full-Self-Driving“; dt: Autonomes Fahren) hat Tesla im Vergleich zu den Vorgängerversionen erkennbare Fortschritte gemacht – das zeigen zahlreiche Berichte der ersten Beta-Tester des Unternehmens.

Einer der Tesla-Besitzer, die in den Genuss der Vorabversion gekommen sind – der YouTuber „Tesla Raj“ – musste allerdings feststellen, dass der Beta-Autopilot ausgerechnet mit durch Hütchen abgegrenzten Baustellen so seine Probleme hat. (Elon Musk kündigt „heißes“ Tesla-Update an: „Dinge, von denen ihr nicht wusstet, dass ...“)

YouTuber Tesla Raj filmt die Fahrt eines Tesla Model 3 vom Fahrersitz aus. Auf der rechten Spur fährt ein Polizist auf einem Motorrad.
Der Autopilot des Model 3 von Tesla Raj hat mit Baustellen seine liebe Müh und Not: Beinahe rammt das E-Auto einen Polizisten. © Screenshot YouTube (Tesla Raj)

Teslas Autopilot von Baustelle überfordert: Model 3 drängt um ein Haar Polizisten ab

Im Video „Tesla FSD vs. Construction“ (also „Autopilot gegen Baustelle“) zeigt Tesla Raj in einem Tesla Model 3 was dies konkret bedeutet. Die Erkenntnis ist für Nerds, die autonomes Fahren herbeisehnen, durchaus bitter: Denn auf ihrem derzeitigen Stand schafft es die FSD-Software von Elon Musk noch nicht einmal aus diesem „Duell“ ein Unentschieden herauszuholen. Dass alles auf einen klaren Punktsieg der Baustellenmarkierung hinauslaufen wird, zeigt sich schon relativ zu Beginn des YouTube-Clips. (Altmaier sagt Tesla „beträchtliche Förderung“ zu: Wie viele Steuermillionen kassiert Elon Musk?)

Bereits als zum ersten Mal eine mehrspurige Straße auf der linken Seite mittels Pylonen abgesperrt ist, muss der Beta-Tester korrigieren – und dem FSD-System in die Parade fahren. Einen leicht größeren Abstand zwischen zwei Hütchen wollte der Autopilot nutzen, um durch die Lücke zurück auf die linke Spur zu lenken. Anschließend reiht sich das Elektrofahrzeug wieder rechts in den Verkehrsfluss ein. Doch kaum taucht erneut eine größere Lücke zwischen den Baustellenhütchen auf, zieht das Tesla Model 3 wieder reflexartig nach links – obwohl für das menschliche Auge klar ersichtlich ist, dass die Bauarbeiten noch weitergehen. Tesla Raj muss seinem E-Auto ein weiteres Mal ins Lenkrad greifen. (VW-Chef Herbert Diess wegen Tesla unter massivem Druck – so will er das Steuer rumreißen)

Das Ganze läuft dann einige weitere Male so ähnlich ab: Der Autopilot aus dem Hause Elon Musk verschläft sogar den Start an einer Ampel, obwohl ein Bauarbeiter den Verkehr lenkt und andere Fahrzeuge lautstark hupen – dummerweise war das Rotlicht weiter aktiv. Einmal steuert das Tesla Model 3 des YouTubers kurz auf ein Baufahrzeug zu, ein anderes Mal hält es unbeirrt Kurs auf die Hütchen in der Mitte – obwohl die eigentlich klar als Hindernisse identifizierbar sind. (Elon Musk: Tesla-Chef zieht um – wird der Multimilliardär dadurch noch reicher?)

Teslas Autopilot von Baustelle überfordert: Full-Self-Driving-Software wird zur Gefahr

Etwas später kommt die negative Krönung von Tesla Rajs Video-Vorführung: Der Autopilot des Tesla Model 3 schafft es zwar zunächst, eine abgesperrte rechte Spur richtig zu erkennen und links davon weiterzufahren. Dann allerdings beginnt auch links eine Pylonen-Kette. Was macht das FSD-System? Ungeachtet des Fakts, dass noch reichlich Platz zum Durchfahren bleibt, steigt es urplötzlich in die Eisen des Tesla – ein abruptes Bremsmanöver, mit dem kein menschlicher Fahrer hinter dem Model 3 rechnen kann. (Tesla soll erheblichen Unfallschaden an gebrauchtem Model S verschleiert haben – das ist die Strafe)

In diesem Moment befindet sich hinter dem E-Auto ausgerechnet ein Polizist auf seinem Dienstmotorrad. Zum Glück für Tesla Raj reagiert der Cop instinktiv richtig und fährt rechts vorbei, ohne sich groß für das vollelektrische Fahrzeug zu interessieren. Dazu trägt allerdings auch bei, dass der YouTuber und Tesla-Beta-Tester schnell auf den Fehler des Autopiloten reagiert und interveniert. Herausreden und die Schuld auf sein Elektroauto schieben können, hätte er sich nämlich nicht: Denn auch in Kalifornien gilt die Tesla-FSD-Software bis dato nur als Assistenzsystem.

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