Video aus San Francisco

Neuer Tesla-Autopilot auf kurvigster Straße der Welt: Kommt das System da durch?

Die berühmte Kurvenstrecke Lombard Street in San Francisco aus der Vogelperspektive
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Bei der weltberühmten Lombard Street in San Francisco handelt es sich um die kurvigste Straße der Welt.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Einem besonderen Test musste sich der neue Tesla-Autopilot in den Straßen von San Francisco unterziehen. Er sollte ein Model S durch die berühmte Lombard Street lotsen.

San Francisco (USA) – Vor Kurzem haben die Beta-Tests für Teslas neuen Autopilot begonnen. Sie sollen Elon Musk neue Erkenntnisse über die erweiterten Funktionen der firmeneigenen Software für das autonome Fahren liefern. Dabei geht es um die generelle Entwicklung hin zur vollkommenen Automation der Elektrofahrzeuge, aber auch um konkrete Dinge wie verbessertes automatisches Parken oder den automatischen Spurwechsel auf Autobahnen.

Es handelt sich dabei um die bislang wohl bedeutendste Weiterentwicklung der Autopilot-Technologie von Tesla. Allerdings versucht das US-Unternehmen von Elon Musk vorzubauen: So wurden fast nur von Software-Algorithmen ausgesuchte Tesla-Fahrer mit als gut eingestuften Sicherheitsdaten eingeladen, die Beta-Version des neuen Tesla-Autopiloten zu testen. Ganz einfach, um das Unfallrisiko möglichst gering zu halten. (Neuer Tesla-Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“)

Neuer Tesla-Autopilot auf kurvenreichster Straße der Welt: Schafft es das System?

Denn auch der brandneue Autopilot der kalifornischen Elektroautos ist noch weit vom vollständig autonomen Fahren (englisch: „Full Self Driving“, FSD) des Level 5 entfernt. Bei diesem von der SAE International („Society of Automotive Engineers“; dt.: „Verband der Automobilingenieure“) festgelegten höchsten Level automatisierten Fahrens müssen selbstfahrende Autos ohne Eingriffe alle Bedingungen meistern, mit denen auch ein guter menschlicher Autofahrer klarkommen würde. (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Schafft er das? Ein Beta-Tester wollte es wissen – und scheuchte sein Tesla Model S per Autopilot durch die „Lombard Street“.

Die momentanen Beta-Tester müssen jedoch weiterhin jederzeit aufmerksam sein – und ihre Hände trotz Elon Musks neuem Autopilot immer am Lenkrad ihrer Teslas behalten. Während die Selbstfahr-Software im laufenden Praxisbetrieb weiter verbessert wird, dokumentieren zahlreiche Online-Videos teilweise haarsträubende Beinaheunfälle. Ein heißes Eisen. (Tesla-Autopilot: Elon Musk kündigt spektakulären Beta-Test an – doch es gibt einen Haken)

Neuer Tesla-Autopilot auf Lombard Street: YouTube-Video dokumentiert Test

Der passionierte Tesla-Fahrer Raj aus dem an der San Francisco Bay gelegenen Newark, der auf YouTube den Kanal „Tesla Raj“ betreibt, wollte es ganz genau wissen – und hat sich einen ganz besonderen Test einfallen lassen. Der YouTuber, der zu den ausgewählten Beta-Testern gehört, suchte sich dafür eine enorm populäre Teststrecke aus. (Tesla Autopilot: Beifahrer filmt leeren Fahrersitz auf Highway – „unverantwortlich“)

Auf dem Bildschirm des Tesla Autopiloten sieht man, vor welche Herausforderungen der Beta-Tester die Selbstfahr-Software stellte.

Denn mit ihrer bisherigen Autopilot-Technologie konnten die Modelle von Tesla einigermaßen sicher durch breite Stadtstraßen, ruhige Wohnstraßen und auf übersichtlichen Autobahnen navigieren. Doch was taugt die aktuelle Software-Neuerung, wenn es komplizierter wird? „Tesla Raj“ stellte sich die brisante Frage, was passiert, wenn man einen Tesla selbstständig durch die vielleicht berühmteste Kurvenstrecke der Welt – die Lombard Street in San Francisco – steuern lässt. Er probierte es mit einem Tesla Model S aus – und hielt seinen Test auf Video fest. (Tesla schmeißt Radio per Update aus Autos: Wer’s zurückkriegen will, muss zahlen)

Neuer Tesla-Autopilot auf Lombard Street: Kurvenstraße zu viel für Elon Musks Software

Der weltberühmte Kurvenkurs der Lombard Street in der kalifornischen Metropole mit seinen acht Haarnadelkurven dürfte der bis dato härteste Test für Elon Musks Selbstfahr-Software gewesen sein. Und die Fahrt von „Tesla Raj“ verlief dementsprechend wenig entspannt – sondern vielmehr höchst nervenaufreibend. Denn der neue Tesla-Autopilot konnte die Strecke ohne Gegenverkehr keineswegs ohne fremde Hilfe meistern. Der Tesla-Fahrer musste gleich mehrfach eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. (Tesla Model 3: Besitzerin überlistet Autodiebe – darum sollte man nie einen Tesla klauen)

Die begrenzte Geschwindigkeit der Beta-Version des Tesla-Autopiloten erwies sich immer noch als viel zu schnell, um das Tesla Model S sicher um die Kurven der gewundenen Lombard Street zu steuern. Allerdings als langsam genug, um auf der kurzen Strecke einen veritablen Stau auszulösen und die nachfolgenden Autofahrer gehörig zu nerven. Fazit: Die Technologie verbessert sich schrittweise – aber das hätte nach wie vor jeder einigermaßen geübte menschliche Autofahrer besser gemacht.

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