Tempomat und Energiemanager

Moderne Navis: Die neuesten Systeme beziehen sogar diese Verkehrszeichen mit ein

Navigations- und Entertainmentsystem in einem Hyundai
+
Beim vorausschauenden Fahren und der richtigen Abstimmung auf den Verkehrsfluss helfen immer öfter moderne Navigationssysteme.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
    schließen

Kurven, Kuppen, Kreuzungen: Wenn der Fahrer nichts sehen kann, liefern intelligente Navigationssysteme längst mehr Infos als nur die Route. Die Fähigkeiten der Geräte werden immer besser – trotz Konkurrenz von Google Maps und Co.

München – Vorausschauendes Fahren ist nicht nur sicher, sondern sorgt auch für einen guten Verkehrsfluss und niedrigen Spritverbrauch. Das lernen schon Lenkrad-Neulinge in der Fahrschule. Zwar sind angesichts von Topographie und Streckenführung die Möglichkeiten des Menschen oft stark eingeschränkt, doch bietet einmal mehr die Elektronik handfeste Unterstützung an. Immer mehr Autos sind mit Navigationssystemen ausgestattet und erweitern so den Horizont des Fahrers, selbst wenn der Blick durch Kurven, Kuppen oder Kreuzungen blockiert ist.

Moderne Navis: Die neuesten Systeme beziehen sogar diese Verkehrszeichen mit ein

Weil die Systeme im Wagen immer stärker miteinander vernetzt sind, reagieren sie auf Wunsch zunehmend automatisch. So sind Autofahrer gegen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit gefeit, wenn intelligente Tempomaten mit dem Navigationssystem und der Verkehrszeichenerkennung zusammenarbeiten. Denn dann regelt die Elektronik nicht nur den Abstand zum Vordermann, sondern passt das Tempo automatisch auch dem jeweiligen Limit an – und zwar auch dann, wenn das entsprechende Schild vielleicht noch gar nicht zu sehen ist. (Vernetzung zwischen den Autos kommt voran)

Intelligenter Verkehrsfluss: Moderne Autos sind in der Lage, unzählige Infos etwa von Navigation und Infrastruktur zu vernetzen.

Moderne Navis: Vorbereitung aufs Bremsen mit sanftem Gegendruck

Mit derselben Logik lässt sich auch der Verbrauch senken: Weil die Navigation selbst ohne aktive Zielführung weiß, wann auf der vorausliegenden Strecke Kreuzungen, scharfe Kurven, Kreisverkehre, Ortseinfahrten oder Autobahnausfahrten kommen, kann sie den Fahrer mit Anzeigen im Cockpit oder Head-up-Display oder sogar sanftem Gegendruck im Gaspedal auf bevorstehende Bremsmanöver hinweisen, erläutert Mercedes-Sprecher René Olma. Und der Tempomat passt die Geschwindigkeit bei vielen Marken und Modellen mittlerweile selbst dem Streckenverlauf an. (Head-up-Displays: Nur ein System kann wirklich überzeugen)

Weil die Entwickler im Ringen um die Reichweite alle Register ziehen, planen die Systeme neben der kürzesten Route auf Wunsch eben nicht nur auch die effizienteste oder die mit den meisten Ladepunkten, sondern sie nutzen den erweiterten Horizont auch zum optimalen Energiemanagement. (Notbremsassistent: Kameras, Radar und Laser helfen, Unfälle zu vermeiden)

Ampeln kommunizieren mit Autos, die dann ein optimales Tempo berechnen, um auf der grünen Welle mitzuschwimmen.

Moderne Navis: Optimales Energiemanagement garantiert

„Es ist schließlich nicht sinnvoll, wenn ein Plug-in-Hybrid mit vollem Akku auf einer Passhöhe ankommt und bei der nachfolgenden Abfahrt keine Kapazität hat, um die Bremsenergie zu rekuperieren“, erläutert Heiko Sprenger von BMW, dort Leiter Energiemanagement im Fahrzeug. Und je nachdem, wie der Fahrer seinen Wagen programmiert hat, verteilen sie bei Plug-in-Hybriden auch die unterschiedlichen Betriebsarten und wechseln immer dann in den Elektro-Modus, wenn es durch Innenstädte geht, während über Land der Verbrenner bevorzugt wird, so der Sprenger weiter. (Elon Musk testet selbst neuesten Tesla-Autopiloten – „Fast ohne Eingriff ...“)

Auch das Rekuperieren reiner Elektrofahrzeuge lässt sich durch die Voraussicht der Elektronik optimieren, erläutert Frank Bekemeier, der bei VW die Elektroplattform MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten) verantwortet. Statt den Grad der Energierückgewinnung und mit ihr die Bremskraft des zum Generator umgepolten E-Motors auf Knopfdruck zu variieren, kann man diese Entscheidung auch dem Bordcomputer überlassen. Der nutzt dafür das Abstandsradar und Infos aus der Navikarte und findet selbstständig die beste Balance aus Ausrollen und Laden des Akkus. (Gestensteuerung: Statt einen Ort im Navi zu markieren, passiert manchmal DAS)

Audi hat ein System entwickelt, das anzeigt, ob leichtes Gasgeben oder Bremsen Stop-and-go an Ampeln vermeiden.

Moderne Navis: Perfekt vernetzt mit Daten aus der Umgebung

Moderne Autos beziehen auch zunehmend Daten von außen ein. Car-to-X-Kommunikation lautet das Stichwort, unter dem sich moderne Autos mit der Infrastruktur vernetzen und so zum Beispiel variable Geschwindigkeitsbegrenzungen verarbeiten können, lange bevor auch die beste Kamera die Schilder sieht. (ADAC-Test: Mercedes, Audi, BMW – dieses Auto bietet die beste Konnektivität in der Kompaktklasse)

Das funktioniert bei Schilderbrücken auf der Autobahn und auch bei Ampeln in der Innenstadt. Audi bietet in einigen Modellen eine Art Ampel-Assistenten an. Der ist vor allem in den USA sowie seit diesem Jahr auch in Deutschland zunächst in Ingolstadt und Düsseldorf freigeschaltet. Er weiß, wann die Ampel rot ist und wann grün und berechnet so die optimale Geschwindigkeit, mit der man ohne Stopp durch die Stadt kommt. Um bis zu 15 Prozent sei der Verbrauch in entsprechenden Pilotprojekten gesunken, melden die Bayern. (Mit Material der dpa)

Das könnte Sie auch interessieren