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Ausgerechnet von Apple: Diese neue Technik soll bei gerissenen Windschutzscheiben helfen

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Von: Christian Schulz

Ein durch einen Steinschlag ausgelöster Riss in der Windschutzscheibe eines Autos

Risse in der Windschutzscheibe sind nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. Sie können der Scheibe ihre Stabilität nehmen. © imago images / Shotshop

Ausgerechnet Apple hat jetzt ein Patent zum Schutz von Windschutzscheiben eingereicht. Mit der neuen Technik sollen Autos kleinste Beschädigungen selbst erkennen können.

Cupertino (Kalifornien) – Der US-amerikanische Hard- und Softwarehersteller Apple ist eigentlich kein Konzern, der traditionell mit der Autoindustrie verbunden ist. Na gut, es gab mal iCar-Pläne, dazu 70 selbst fahrende Autos in Kalifornien und natürlich Apple CarPlay, aber mehr war bisher nicht. Dies scheint sich jedoch aktuell wieder zu ändern. So ist das einst von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne als Computerhersteller in einer Garage gegründete Unternehmen vor Kurzem eine Partnerschaft mit BMW eingegangen. Die Kooperation führte dazu, dass Sie Ihren BMW mit ihrem Apple iPhone entsperren können.

Außerdem versucht Apple, auf anderen Wegen in der Automobilindustrie Fuß zu fassen: Ein neues Windschutzscheiben-Patent des Technologieunternehmens zielt darauf ab, die Sicherheit von Fahrzeugen zu verbessern – und mittels Früherkennung möglicherweise teure Reparaturen zu vermeiden. (Konnektivität: Was das Smartphone als Auto-Fernbedienung heute schon kann)

Neue Technik für gerissene Windschutzscheiben – ausgerechnet von Apple

Zu diesem Zweck hat Apple ein System entwickelt, das mithilfe von elektrischem Strom in der Lage ist, Risse oder andere Mängel in einer Windschutzscheibe zu erkennen. Im Normalfall bestehen Windschutzscheiben aus Verbundglas – also zwei Glasscheiben, zwischen denen sich eine Folie befindet. Das Verbundglas schützt bei einem Unfall vor umherfliegenden Glasscherben: Die Scheibe bricht zwar – wird aber durch die Folie in Form gehalten. Apple will nun genau diese Folie aus leitendendem Material herstellen. Sie soll es Fahrzeugen ermöglichen, sogar kleinste Beschädigungen der Scheiben eigenständig zu erkennen. (Autoprobleme am Geräusch erkennen? Diese neue App soll genau das können)

Zwei Tasten für die beheizbare Front- und Heckscheibe

Mit einer beheizbaren Windschutzscheibe lässt sich leicht freie Sicht schaffen – daher wird dieses Extra immer beliebter. © Ford

Vor allem bei den immer beliebter werdenden beheizbaren Frontscheiben sind selbst kleinste Steinschläge ein großes Problem. Denn durch eindringendes Wasser rosten die in die Scheibe integrierten Heizdrähte und ihre Funktion ist nicht mehr gegeben. Die Folge: Die gesamte Scheibe muss getauscht werden – obwohl man sie eventuell hätte reparieren können. (Smart Repair: Kosten, Anbieter, Selbermachen – die schnelle Hilfe bei Kratzern im Lack)

Neue Apple-Technik hilft Windschutzscheiben-Austausch zu vermeiden

Durch die neue Apple-Technik könnten Fahrer das Glas ihrer Windschutzscheiben frühzeitig auf Mängel untersuchen, die mit bloßem Auge nur schwer zu sehen wären – und so Steinschläge bereits erkennen, bevor sie zu einem größeren Problem werden. Zudem würden Autofahrer zur Vernunft gemahnt. Denn diese neigen oftmals dazu, eine Reparatur so lange wie möglich aufzuschieben. Wie das Portal „CarBuzz“ schreibt, kann das neue System dem Fahrzeughalter eine elektronische Nachricht zukommen lassen, die ihn über den erkannten Riss informiert, eine Risikobewertung liefert – und ihn gegebenenfalls dazu auffordert, den Schaden beheben zu lassen. (BMW Blitzer-Warner: Neue Funktion soll vor Radarfallen schützen – auch in Deutschland?)

Ein serienmäßiger Einsatz von Apples neuester Technik-Innovation ist allerdings noch Zukunftsmusik. Denn vorerst wurde nur das Patent bei den US-Behörden angemeldet. Von diesem Zeitpunkt bis zur laufenden Produktion vergehen meist mehrere Jahre. Was allerdings schon heute bemerkenswert ist: Der Konzern Apple engagiert sich ganz offensichtlich weiterhin im Bereich der Automobilindustrie – wenn auch noch immer nicht als Hersteller eines eigenen Apple-Autos.

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