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ABS: Was das Antiblockiersystem bringt und wie es funktioniert

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Von: Arne Roller

Anzeige/Logo/Symbol des ABS
Das Antiblockiersystem ist ein wichtiger Fahrassistent © dpa

Moderne Kraftfahrzeuge verfügen flächendeckend über das Antiblockiersystem ABS, das unter anderem auch den Verschleiß der Reifen reduziert.

München – das Fahrassistenzsystem ABS, kurz für Antiblockiersystem, wird in modernen Kraftfahrzeugen serienmäßig eingebaut. Seit 2004 ist es in allen neuen Fahrzeugen Pflicht. Es kommt auch in Eisenbahnen sowie in Flugzeugfahrwerken zum Einsatz. Als Erfinder des ABS gilt der Franzose Paul Hallot, der bereits 1903 ein Patent für Bremskraftregler anmeldete. Die ersten Varianten eines Blockierverhinderers gab es in der Geschichte erst in den 1940er Jahren. Sinn und Zweck des Antiblockiersystems ist das Verhindern eines Blockierens der Räder, wie es häufig bei einer Vollbremsung geschieht. Mithilfe des ABS soll das Fahrzeug auch beim abruptem Abbremsen lenkbar sein. Diese Wirkung bleibt ansonsten aus und das Kraftfahrzeug lässt sich nicht mehr kontrollieren. Abhängig von der Beschaffenheit der Fahrbahn, dem Zustand der Reifen und dem verwendeten ABS-System kann der Einsatz des Fahrassistenzsystems zu einer Verkürzung oder einer Verlängerung des Bremsweges führen. Die ordnungsgemäße Funktionsweise des ABS wird im Cockpit mit einer Leuchte oder einem Symbol angezeigt.

Aufbau und Wirkungsweise des Antiblockiersystems

Antiblockiersysteme sind in modernen Kraftfahrzeugen Pflicht. Ihre Funktionsweise basiert auf elektronischen Sensoren. Bei einem Kraftfahrzeug befindet sich an jedem Rad eine Zahnscheibe oder eine Lochscheibe, die regelmäßig von einem Hall-Sensor (bei älteren Modellen von einem Induktionssensor) abgetastet wird. Auf diese Weise wird mithilfe der Sensorik während der Fahrt die Raddrehzahl gemessen, die sich beim Bremsen proportional zur abgelaufenen Zeit verringert. Kann die Bremskraft jedoch nicht vollständig auf die Fahrbahn übertragen werden, reduziert sich die Drehzahl entsprechend. Das verwendete Steuergerät erkennt diese Veränderung und sorgt dafür, dass der Bremsdruck auf das jeweilige Rad gemindert wird. Über eine Leuchte oder ein Symbol wird dieser Vorgang für den Fahrer sichtbar. Darüber hinaus sind moderne ABS des bekannten Herstellers Bosch auch in der Lage, die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse zu übernehmen. Dadurch gelingt es, den Kraftschlussbeiwert an beiden Achsen optimal auszunutzen. Auf diese Weise lässt sich auch die Lebensdauer sowohl der Wagenachsen als auch der Reifen verlängern.

Vor- und Nachteile des Antiblockiersystems ABS

Antiblockiersysteme gehören bei zahlreichen Pkws, Lkws und Motorrädern zur Standardausstattung. Viele Hersteller setzen auf das beliebte Fahrassistenzsystem, dessen Funktionsweise auf der Straße bei Glatteis, Schnee und Regen zahlreiche Vorteile bietet:

Nachteile hat das ABS kaum. Einzig auf losem Untergrund wie beispielsweise Sand oder Schotter kann es von Vorteil sein, ohne Assistenzsystem zu fahren. Das Blockieren der Räder führt dann zu einer Keilbildung, die den Bremsweg deutlich verringert. Funktioniert das Antiblockiersystem im Kraftfahrzeug nicht einwandfrei, macht sich dies an der Leuchte im Cockpit bemerkbar. Das Symbol des Fahrassistenzsystems erlischt oder leuchtet dauerhaft auf. Dann ist ein Besuch in der Werkstatt Pflicht.

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