Kfz-Branche vor Herausforderungen

Emissionen beim Auto: CO2-Ausstoß, Feinstaub, Nox – Auswirkungen und Grenzwerte

Nahaufnahme einer großen Abgaswolke zwischen zwei Autos im Stau
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Ist der Verbrenner noch zukunftsfähig?
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Das Auto ist das meistgenutzte Fortbewegungsmittel in Deutschland. Problematisch ist jedoch der recht hohe CO2-Ausstoß, der einen Wandel dringend erforderlich macht.

  • Die CO2-Emissionen durch Autos nehmen immer weiter zu
  • Die Verbraucher müssen ihren Lebensstil und die Art der Nutzung des PKW überdenken
  • Die zunehmende Umweltverschmutzung stellt Autohersteller vor besondere Herausforderungen

Müchen – dass Autos, die mit Benzin oder Diesel fahren, die Umwelt verschmutzen, ist kein Geheimnis.. In der öffentlichen Wahrnehmung ist Feinstaub, der vor allem bei Dieselmotoren und durch Reifenabrieb entsteht, problematisch. Die winzigen Partikel können durch Einatmen in den menschlichen Körper gelangen und dort langfristig gesundheitliche Schäden auslösen.  Die Abgase von Fahrzeugen – seien es Autos, Schiffe oder Flugzeuge – enthalten außerdem Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickoxide (NOx). Die CO2-Emissionen von PKW dürfen laut Beschluss der EU seit 2015 nicht den Wert von 130 Gramm pro Kilometer überschreiten. Ab 2021 gelten 95 Gramm pro Kilometer als Richtwert. Dadurch soll der CO2-Ausstoß von neuen Fahrzeugen auf ein niedriges Niveau gebracht werden.

Die Emissionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren:

  • NOx
  • Co2
  • Feinstaub
  • Lärm

Beim E-Auto fallen bis auf den Feinstaub durch das Bremsen und den Reifenabrieb- sowie Straßenabrieb zumindest lokal schon zwei der Emissionen weg.

Emissionen beim Auto: PKW mit Verbrennungsmotoren in der Kritik

Die Auswirkungen von CO2-Emissionen auf Klima und Gesundheit wurden lange unterschätzt. Für Aufsehen sorgte 2015 der Abgasskandal, als Volkswagen die Steuerungssoftware seiner Motoren manipulierte. Der Skandal hatte weitreichende Folgen: nicht nur erhöhte er nochmals die Wahrnehmung und eröffnete einen weitreichenden Diskurs über Abgase, er hatte auch einen großen Anteilen an den nun schärferen Grenzwerten sowie dem neuen Testzyklus WLTP. Die im alten Testzyklus namens NEFZ ermittelten Schadstoffwerte waren nicht mit dem CO2-Ausstoß im Fahrbetrieb vergleichbar. Die Steuerungssoftware erkannte den Betrieb auf dem Teststand und der Motor verhielt sich völlig anders als im Realbetrieb auf der Straße.

Neuen Streit gab es um das sogenannte „Thermofenster“:

Der Begriff „Thermofenster“ existiert im EU-Abgasregelwerk nicht. Es handelt sich hierbei um die Beschreibung der Tatsache, dass die Abgasnachbehandlung nicht bei jeder Temperatur gleich funktioniert. Die Hersteller verteidigen diesen Umstand als nötig, um Schäden an Motor zu verhindern. Kritiker sehen hier eine versteckte Abschaltvorrichtung.

Inzwischen setzen sich Umwelt- und Gesundheitspolitiker hinsichtlich der Reduzierung von NOx, Feinstaub, Stickoxiden und CO2-Emissionen mehr durch. Angestoßen durch die aktuelle Diskussion um den Klimawandel hat die Akzeptanz von Elektroantrieben zugenommen. Elektroantriebe selbst stoßen keine Schadstoffe aus. Sie sind aber nur emissionsfrei, wenn der Strom für den Betrieb aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Der durchschnittliche Strommix in Deutschland besteht nur zu einem Teil aus erneuerbaren Energien, gerade für die Grundlast werden Kohlekraftwerke benötigt, die mit Braunkohle und Steinkohle Elektrizität erzeugen. Strom und Sonne liefern nicht gleichmäßig Strom, sodass zusätzliche Speichermöglichkeiten notwendig sind, um Überschüsse zu verhindern.

Autos mit Elektroantrieb fahren nicht ohne Emissionen

Sind elektrisch betriebene Pkw wirklich umweltfreundlich? Zur Beantwortung dieser Frage ist eine genauere Betrachtung erforderlich. Anders als konventionell betriebene Fahrzeuge stoßen sie kein NOx und kein CO2 aus. Solange zur Stromerzeugung Kohle verbrannt wird, ist diese auch mit CO2-Emissionen verbunden, das Elektrofahrzeug selbst fährt also lokal emissionsfrei, die Stromerzeugung verlagert den Ausstoß aber nur an einen anderen Ort.. Der zusätzliche Energiebedarf von Elektroautos benötigt einen Ausbau der bestehenden Stromleitungen.

Für Batterien sind große Mengen an Lithium und Kobalt notwendig. Der Abbau dieser Ressourcen erfolgt mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt.. Hinzu kommt, dass der Ausbau einer Infrastruktur mit Ladestationen teuer und die Reichweite solcher KFZ noch nicht zufriedenstellend ist.

Als Alternative zum Elektronantrieb setzen einige Fahrzeughersteller auf Autos mit Brennstoffzelle. Diese wandelt für den Betrieb Wasserstoff in Wasser und Sauerstoff um und arbeitet damit lokal emissionsfrei. Der Antrieb selbst ist ausgereift, die Infrastruktur für Wasserstofftankstellen befindet sich aber noch im Aufbau. Die meisten Autohersteller konzentrieren sich derzeit auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Volkswagen rüstet etwa seine Flotte um zahlreiche Elektromodelle auf und Daimler bietet die Fahrzeuge seiner Unternehmenstochter Smart seit 2020 nur noch mit elektrischem Antrieb an.

Von Thomas Canali

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