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Ferrari F40 an Kanaldeckel ruiniert – Schuldfrage endlich geklärt

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Von: Marcus Efler

Wer muss zahlen, wenn eine Unebenheit auf der Straße das Auto beschädigt? Im Falle eines teuren Sportwagens fand das Gericht nun eine klare Antwort.

Koblenz – Sportwagen können schnell fahren. Dafür haben sie eine flache Karosserie mit wenig Bodenfreiheit sowie Spoiler und Schweller vorne und hinten. Das sieht natürlich schick aus und ist auch gut für die Aerodynamik und den Anpressdruck auf dem ebenen Asphalt einer Rennstrecke, aber nicht ganz so praktisch für den Alltag im Straßenverkehr. Mal eben den Bordstein hochrumpeln, um dem Gegenverkehr auszuweichen, ist da eine ganz blöde Idee und an vielen Auffahrtrampen in Parkhäusern kratzt und knarzt es unschön von unten. Bodenschwellen in Wohngebieten sollten Sportwagenfahrer ganz sachte nehmen und besonders aufmerksam gegenüber Hindernissen auf der Fahrbahn sein. (Verrücktes Makler-Angebot: Wer eine Villa kauft, bekommt Ferrari gratis)

Detail-Aufnahme eines Ferrari F40 (Symbolbild)
Ein Ferrari F40 hat an einem Kanaldeckel Schaden genommen. (Symbolbild) © Roberto Silvino/Imago

Ferrari F40 an Kanaldeckel ruiniert – Schuldfrage endlich geklärt

Das hat auch ein Millionär gelernt, dessen sündteurer Ferrari F40 in Cochem an der Mosel an einem Kanaldeckel hängengeblieben war. Das seltene Automobil mit einer Bodenfreiheit von gerade mal 12,5 Zentimetern wies danach Kratzer an der Karosserie auf, Frontmaske und -spoiler waren gebrochen. Den Schaden bezifferte ein Gutachter auf 62.000 Euro. Die Versicherung des Ferrari zahlte – aber wollte das Geld von der Gemeinde zurück. Schließlich hätte sie ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Das sah die Stadt nicht ein, die Assekuranz klagte und so traf man sich vor Gericht. (Ferrari Roma steckt in Gasse fest: Luxus-Sportler ohne Ausweg)

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Ferrari F40 an Kanaldeckel ruiniert – Fahrer hätte aufmerksamer sein müssen

Das Landgericht Koblenz fand nun: Der Gullydeckel habe nicht übergestanden, sondern eher sei die Fahrbahn neben dem Gully in Richtung Gehweg abgefallen. Mit solchen Unebenheiten müssten Autofahrer aber rechnen und ihre Fahrweise entsprechend anpassen. Zudem habe es sich um eine relativ wenig befahrene Nebenstraße und Sackgasse gehandelt, besondere Vorkehrungen oder eine Reparatur der Straße seien nicht notwendig gewesen.

Gerade in einem Sportwagen mit geringer Bodenfreiheit müsse man besonders aufmerksam fahren und auf Bodenwellen oder ähnliche Hindernisse achten. Daher: Klage abgewiesen. Und wieder Argumente in Richtung SUV-Fans geliefert.

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