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Einfädeln auf der Autobahn: Gas geben oder bremsen? Viele machen denselben Fehler

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Von: Marcus Efler

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Auf dem Beschleunigungsstreifen sind viele Autofahrer unsicher: Mehr Gas geben, lieber bremsen – und sieht mich der Brummi da hinten? So fädelt man sich sicher ein.

Es ist eine typische Situation an Auffahrten auf deutschen Autobahnen: Ein Pkw fährt auf den Beschleunigungsstreifen, rollt ihn ein paar Meter eher bedächtig entlang, während von hinten auf der rechten Spur Lkw oder andere Autos nahen. Bremst etwas ab, offenbar möchte der Fahrer eine Lücke abwarten. Ein Fahrzeug auf der rechten Spur zieht vielleicht nach links, um genau diese zu schaffen, möglicherweise direkt vor die Nase eines anderen, schnelleren Autos.

Autobahn-Auffahrt: Viele machen beim Einfädeln einen Fehler

Hört sich nicht sehr sicher an, und ist es auch nicht. Und obwohl jeder Autofahrer für die Führerscheinprüfung mal gelernt hat, wie er den Beschleunigungsstreifen richtig nutzt, gelingt das sichere und souveräne Einfädeln in den Schnellverkehr nicht immer.

Auffahrt auf die A8 Salzburg Richtung München am deutsch österreichischen Grenzübergang Walserberg
Will gelernt sein: das korrekte Auffahren auf die Autobahn (Symbolbild) © Martin Müller/Imago

Und so geht es richtig:

  1. Gas geben – oder beim Elektroauto eben Strom: Der Beschleunigungsstreifen heißt so – und nicht Trödelstreifen –, weil man auf ihm beschleunigen soll. Dabei ist es eindeutig erlaubt, andere Fahrzeuge auf der rechten Spur zu überholen. Ein Blick auf den Tacho hilft: Zeigt er über Tempo 90 an, ist man auf jeden Fall schon mal schneller als der schwere Lkw, der im Rückspiegel naht – und kann sicher vor ihm einscheren.
  2. Mit links gesetztem Blinker in eine Lücke, die dafür groß genug ist, nach einem prüfenden Schulterblick zügig einscheren, und nach Möglichkeit weiter beschleunigen.
  3. Der Einfädelungsstreifen, wie die Auffahrtsspur offiziell heißt, ist in der Regel 250 Meter lang. Das reicht in den meisten Fällen, um sicher einscheren zu können. Falls nicht, wird es allerdings etwas tricky: Die Polizei empfiehlt, dann den Pannenstreifen zum weiteren Beschleunigen zu nutzen – obwohl dies so nicht ausdrücklich in der Straßenverkehrsordnung (StVO) steht.
  4. Erst wenn Letzteres nicht möglich ist– vielleicht, weil der Pannenstreifen zu schmal oder durch ein anderes Fahrzeug blockiert ist – sollte man abbremsen, gegebenenfalls bis zum Stillstand. Dann gilt es, in aller Ruhe eine größere Lücke im fließenden Verkehr abzuwarten. Auch bei Stau gilt nämlich nicht das Reißverschluss-System, sondern gemäß Paragraf 18 Absatz 3 der StVO: Der fließende Verkehr hat Vorrang. (Wenn ein Militärkonvoi unterwegs ist, kann das auch mal eine Weile dauern.)

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Wer auf der rechten Spur unterwegs ist und sieht, dass ein anderes Fahrzeug einscheren will, sollte ihm das erleichtern – etwa, indem er leicht vom Gas geht. Ist die mittlere oder linke Spur frei, kann er auch dorthin wechseln (muss aber nicht). Keinesfalls aber sollte er einfach zackig hinüberlenken, ohne Blick in Rück- und Seitenspiegel und Beachtung des toten Winkels (praktisch, wenn dabei eine Kamera hilft wie im Genesis G80): Kracht es deshalb, sind wegen des hohen Tempos auf Autobahnen die Folgen meistens heftig.

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