Zügige Zahlung spart Geld

Knöllchen aus dem Ausland keinesfalls ignorieren – diese Strafen drohen

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Im Ausland geblitzt: Dann muss oft der Fahrzeughalter haften.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Sie gehören wohl zu den unbeliebtesten Mitbringseln aus dem Ausland: Knöllchen. Auch wenn sie teuer sind und spät kommen, bezahlen muss man sie fast immer.

  • Bußgelder sind im Ausland meist deutlich höher als in Deutschland
  • Anders als bei uns greift in vielen Ländern prinzipiell die Halterhaftung
  • Im Ausland können Geldstrafen auch Jahre später eingetrieben werden

München – Sie waren mit dem Auto im Ausland unterwegs und haben sich einen Bußgeldbescheid wegen zu schnellen Fahrens eingefangen. Müssen Sie das Knöllchen bezahlen?

Knöllchen aus dem Ausland: Innerhalb der EU gilt ein Vollstreckungsabkommen

Die Antwort gibt Johannes Kautenburger, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Wer im Ausland unterwegs ist, muss sich an die hiesigen Verkehrsvorschriften halten. Verstößt man dagegen, kann es schnell teuer werden.“ Im Vergleich zu deutschen Strafen fallen Bußgelder im europäischen Ausland oft deutlich höher aus. Anders als noch vor einigen Jahren kann man den ausländischen Bußgeldbescheid nicht einfach ignorieren. So gibt es etwa innerhalb der EU ein sogenanntes Vollstreckungsabkommen. Das greift zwar erst ab einer Höhe von 70 Euro. Diese Grenze ist aber schnell erreicht, da zu den eigentlichen Deliktkosten noch die Bearbeitungsgebühren gerechnet werden. Eine Ausnahme besteht mit Österreich: Hier liegt die Grenze bei 25 Euro. Weigert sich jemand, das Bußgeld zu zahlen, kann dies im Rahmen eines Vollstreckungsverfahrens sogar zu einer Haftstrafe führen. (Urlaub mit dem Auto: Diese kuriosen Dinge müssen in diesen Ländern an Bord sein)

Knöllchen aus dem Ausland: Im Gegensatz zu Deutschland greift meist die Halterhaftung

Liegt also der Bußgeldbescheid im Briefkasten, sollte man prüfen, ob der Tatvorwurf zutrifft oder der Bußgeldbescheid möglicherweise Fehler aufweist. Man muss zudem beachten, dass in vielen Ländern anders als in Deutschland prinzipiell die Halterhaftung greift (sie kann in Deutschland nur bei Parkverstößen durchgesetzt werden). Wer nicht selbst am Steuer saß, hat bei uns grundsätzlich nichts zu befürchten, da in Deutschland nur der Fahrer belangt werden kann. Wer Zweifel hat, sollte mit juristischem Beistand umgehend Widerspruch einlegen. (Vignette im Urlaub: Wer sie vergisst, muss richtig blechen)

Während in Deutschland Verkehrsverstöße nach drei Monaten verjähren, können im Ausland theoretisch noch Sünden geahndet werden, die Monate oder sogar Jahre zurückliegen. Bei einer Kontrolle können alte Geldstrafen auch nachträglich eingetrieben werden. Wer also beabsichtigt, das entsprechende Ausland noch einmal zu besuchen, sollte den Bußgeldbescheid umgehend bezahlen. (Falsche Pannenhelfer: Wenn statt des ADAC der ACDC kommt ...)

Knöllchen aus dem Ausland: Wer zügig zahlt, kann oft Geld sparen

Schnelligkeit spart auch Geld. Wer schnell auf das Knöllchen reagiert, kann je nach Land bis zur Hälfte des Bußgeldes sparen: So sind zum Beispiel in Spanien und Großbritannien bei fristgerechter Zahlung bis zu 50 Prozent Nachlass drin. Auch andere europäische Länder gewähren Rabatt bei prompter Begleichung. Übrigens: Ziehen das Vergehen Punkte oder ein Fahrverbot im Ausland nach sich, werden diese Strafen in Deutschland nicht angerechnet. Ein länderübergreifendes Punktekonto gibt es nicht. Wer allerdings bei uns mit einem Fahrverbot bestraft wurde, darf während dieser Zeit auch nicht im Ausland fahren. (Von Dirk Schwarz/SP-X)

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